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Äpfel aus dem dreissigsten Stock

Kategorie: Garten
 Ausgabe 02 - 2010 - 01.02.2010

Text:  Andres Jordi

Wie lassen sich im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen ernähren? Mit vertikaler Landwirtschaft, glaubt ein amerikanischer Wissenschaftler.

Wenn sich der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum im gegenwärtigen Mass weiterentwickelten, sei die heute praktizierte Landwirtschaft in Zukunft nicht mehr möglich, ist Dickson Despommier von der New Yorker Columbia University überzeugt. 2050 brauchen drei Milliarden mehr Menschen Nahrung. Das erfordert nach Despommiers Einschätzung eine Milliarde Hektaren zusätzliches Landwirtschaftsland.

Der Professor für Umwelthygiene glaubt allerdings, für die drohende Nahrungsknappheit eine Lösung gefunden zu haben: die vertikale Landwirtschaft. Er will die Landwirtschaft in die Städte bringen und Gemüse, Obst, Getreide, Geflügel und Fisch in Hochhäusern kultivieren.

Die Pflanzen würden dabei hors-sol auf Steinwolle wachsen und über Nährsalzlösungen oder nährstoffhaltige Nebel aus der Luft versorgt. In modernen Gewächshäusern kommt diese Technik bereits seit geraumer Zeit zum Einsatz. Damit liessen sich laut Despommier bis zu 90 Prozent des Wasserverbrauchs einsparen. Was bei herkömmlicher Landwirtschaft vier bis sechs Hektaren Land benötigen würde, hätte bei vertikalem Anbau auf einer Hektare Platz; nicht mehr benötigtes Agrarland könnte sich die Natur zurückerobern.

Die Kulturen wären zudem vor Witterungseinflüssen ebenso geschützt wie vor Schädlingen, sodass sich laut Despommier neben stabileren Erträgen rund ums Jahr auch der Einsatz von Pestiziden erübrigen würde. Zudem liesse sich seiner Ansicht nach der Kohlenstoffdioxid-Ausstoss vermindern, da weniger landwirtschaftliche Maschinen benötigt würden und die Transportwege von der Produktion zum Verbraucher kurz wären. Der Sauerstoffausstoss der kultivierten Pflanzen in der Stadt soll schliesslich auch das Klima für die Bewohner verbessern. Mehr Informationen auch unter www.verticalfarm.com

Foto: Blake Kurasek

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