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Oh, Du schöner Herbst!

Kategorie: Natur
 Ausgabe_10_2014 - 01.10.2014

Text:  Remo Vetter

Der farbenprächtige Herbstwald lädt nun zu ausgedehnten Spaziergängen. Doch aufgepasst: Vor dem Müssiggang gibt es im Garten noch einiges zu tun, wie Remo Vetters lange Liste unschwer erkennen lässt.

Rot und golden gefärbte Blätter bringen jetzt Farbe in den Garten und in die Landschaft. Der Oktober kann einerseits angenehm warm, manchmal schwül oder aber frostig kühl und trüb sein. Bei uns auf knapp 1000 Metern Höhe haben wir schon alles erlebt. In höheren Lagen gibt es bereits Bodenfröste. Darauf müssen wir uns als Gärtner einstellen. Die letzten Ernten werden nun eingebracht. Die verbleibenden Äpfel müssen jetzt vom Baum und werden vermostet. Am Boden liegende Früchte werden gerne von Schädlingen zum Überwintern genutzt, darum ist es ratsam das Fallobst einzusammeln.

Es gilt, milde, trockene Tage für Neupflanzungen zu nutzen (siehe Tipps Nutzgarten). Wer in den nächsten Jahren eigene Äpfel und Birnen ernten möchte, kann im Herbst Obstbäume in vorbereitete Pflanzgruben setzen. Für Herbstpflanzungen unempfindliche Arten kaufen. Wer im nächsten Jahr Neues im Garten blühen, wachsen und reifen sehen möchte, hat also noch einiges zu tun, denn der Herbst ist eine gute Pflanzzeit.

Allgemeine Tipps
1 Hecken sollten jetzt gepflanzt werden, damit sie vor dem Winter noch genug Zeit haben, neue Wurzeln zu bilden.
2 Wer im Winter gern frische Pfefferminze ernten möchte, gräbt jetzt Wurzelausläufer aus und setzt sie fünf Zentimeter tief in Kistchen. So können Sie die Minze am Fensterbrett oder im (geheizten) Gewächshaus ziehen.
3 Topfchrysanthemen setzen im Oktober herbstliche Farbtupfer in ihre Balkonkästen. Achten Sie auf grosse Pflanzgefässe, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten und anschliessend genug Wasser aufnehmen können. Vor dem Eintopfen die Wurzelballen in einem Eimer Wasser gut wässern. Durch diese Massnahme vermeiden Sie Nährstoffmangel und die Blütezeit lässt sich verlängern.
4 Nur ganz robuste Kübelpflanzen sollten Sie jetzt noch auf Balkon und Terrasse stehen lassen. Blumenkästen,
die im Freien bleiben, überstehen die kalte Jahreszeit mit winterharter Begrünung. Sobald die ersten Nachtfröste auftreten, müssen Kübelpflanzen, die keine Minustemperaturen vertragen, in ein frostfreies Winterquartier. Frostempfindlich sind Fuchsien, Hibiskus, Wandelröschen, Engelstrompeten und Margeriten. Oliven-, Feigen- und Oleander halten einige Minusgrade aus.
5 Der Frostspanner schlüpft zum Zeitpunkt der ersten Nachtfröste. Der Schädling befällt sowohl Ziersträucher und
-bäume als auch Obstbäume und Beerenobststräucher. Schäden werden durch Frass an Knospen, Blättern, Blüten sowie Früchten hervorgerufen. Treffen Sie Vorsorge mit einer mechanischen Barriere: Leimringe oder Wellpappmanschetten um Stamm und Pfahl eignen sich dazu. Die Barriere muss regelmässig kontrolliert werden.
6 Im Herbst legen Schnecken ihre Eier in kleine Erdhöhlen, unter Mulchdecken oder Laub. Vermeiden Sie, dass die Jungtiere im nächsten Jahr schlüpfen. Entfernen Sie die Gelege und sammeln Sie die weichen Eier ein. Bis zu 200 Kugeln können in einem Schneckengelege vorkommen.

Schon an den Winter denken

Bereiten Sie Ihren Garten jetzt auf den Winter vor: Die Kulturen abräumen und das nächste Jahr vorbereiten. Es gilt das Unkraut auf den Beeten und den Wegen zu jäten und den Boden zu lockern. Das Unkraut verliert seine Samen ständig, durch eine rechtzeitige Bekämpfung sparen wir uns im Frühjahr viel Arbeit. Wir setzen an trockenen Tagen noch einmal den Kompost um und mischen das fallende Laub mit ein. Den reifen Kompost verteilen wir auf den Beeten und den Baumscheiben der Obstbäume und Sträucher.

Auf einer Wiese legen wir neue Hügel- und Flachbeete an. Dazu markieren wir die Beetfläche und stechen die Grasnarbe ab. Beim Aufbau der Hügelbeete nutzen wir die abgestochene Grasnarbe, welche wir umgekehrt auf den Boden ausbringen, damit das Gras nicht gleich wieder anwächst und spriesst. Im Laufe des Herbstes und Winters schichten wir alles anfallende Grünzeug, Astmaterial, Laub, Küchenrückstände, Asche vom Kachelofen auf das werdende Hügelbeet und geben im Frühjahr eine Schicht reifen Kompost obendrauf. Die neuen Flachbeete auf der Wiese werden wir im ersten Jahr mit Berg-Kartoffeln aus dem Albulatal bepflanzen. 

Gartenarbeiten im Oktober
Nutzgarten
• Die verbliebenen Äpfel müssen jetzt vom Baum und werden vermostet. Am Boden liegende Früchte werden gerne von Schädlingen zum Überwintern genutzt, darum ist es ratsam, das Fallobst einzusammeln. Quitten- und Birnbäumen tut eine leichte Mulchschicht gut und auch ein Stammanstrich mit Lehm schützt die Fruchtbäume im Winter. Krankes, altes und totes Holz können Sie jetzt schneiden. Wichtig ist, nicht bei Frost zu schneiden, sonst splittert das Holz leicht und die Wunden schwächen die Pflanze. Nach dem Schnitt müssen Wundränder und Schnittflächen versorgt werden. Die Wunden müssen mit Verschlussmasse sauber, glatt und dicht verschlossen werden. Nach dem Laubfall lassen sich ungünstig platzierte oder zu eng stehende Bäume und Sträucher auch sehr gut umsetzen.
Obstbaumkrebs, Kragenfäule, Rotpustelkrankheit und andere Holzpilze können jetzt auftreten. Vor allem dann, wenn der Herbst relativ mild und feucht ist und Nachtfrost ausbleibt. Besonders Bäume mit kleinen Verletzungen wie Frostrisse, Wildverbiss oder unversorgte Schnittwunden sind Infektionsherde für Holzpilze.
• Holzstapel, Laubhügel und Steinhaufen sollte man nach Möglichkeit erst im Frühjahr umschichten. Igel, Eidechsen und andere Nützlinge, die sich darin eventuell schon zum Winterschlaf zurückgezogen haben, sollten nicht mehr gestört werden.
Rüebli, Sellerie, Rosenkohl und Grünkohl können wir bis in den November im Boden lassen. Diese Gemüsesorten vertragen auch kühlere Temperaturen.
Ziergarten
• Auch Rosen vertragen jetzt noch einen Schnitt. Allerdings sollten Sie die Pflanze nur leicht verjüngen: dazu kranke Triebe und Verblühtes abschneiden. Schützen Sie die Veredelungsstelle vor Bodenfrost, indem Sie mit Kompost, Lauberde oder mit Beeterde anhäufeln.
• Gönnen Sie Ihrem Staudenbeet eine Verjüngungskur: Teilen Sie die Pflanzen und gestalten Sie das Beet einmal neu. Dazu müssen Sie die Pflanzen stark zurückschneiden und die Wurzel ballen ausgraben, die Erde abschütteln und faule Wurzelteile entfernen. Anschliessend kann der Ballen geteilt werden. Geteilte und frisch verpflanzte Stauden wachsen schnell an, vorausgesetzt der Boden ist noch warm. Teilen Sie Margeriten, Schwertlilien, Herbstastern und Rittersporn alle drei bis vier Jahre. Kälteempfindliche Pflanzen sollten Sie jedoch nur im Frühling umsetzen. Bis Ende des Monats können Sie Ziersträucher, Rosen und Klettergehölze pflanzen.
Kornblumen und Kalifornischer Mohn passen wunderbar in klaffende Beet-Lücken. Im gelockerten und kompostierten Boden keimen die Pflanzen sehr gut und entwickeln grünes Blattwerk, das den Winter überdauert. Im Frühjahr wachsen sie umso schneller weiter.
• Jetzt ist Pflanzzeit für Schneeglöckchen, Krokusse und Wildtulpen. Sie breiten sich durch Brutzwiebeln von selbst im Boden aus und bilden im Laufe der Jahre immer üppigere Bestände.
Dahlien- und Gladiolenknollen nimmt man aus der Erde, wenn die oberirdischen Teile nach den ersten leichten Frösten vertrocknet sind. Die Triebe werden nicht ganz zurückgeschnitten, denn die Knospen für den Neuaustrieb befinden sich in Bodennähe. Deshalb sollten etwa fünf Zentimeter vom alten Stängel stehen bleiben. Anschliessend lässt man die Knollen etwas trocknen. Danach werden sie bei Temperaturen von 5 bis 8 Grad Celsius in leicht feucht gehaltenem Torf oder Sand gelagert.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräuter garten von A. Vogel hegt.

Fotos: istockphoto.com, fotolia.com

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