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Von Mensch und Tier

Kategorie: Natur
 Ausgabe_05_2013 - 01.05.2013

Tiere und der Fantasie entsprungene Fabelwesen faszinieren und ängstigen den Menschen seit jeher. Das Landesmuseum Zürich widmet dieser vielseitigen Beziehung eine Ausstellung.

Tiere umgeben, begleiten und bedrohen den Homo sapiens und seine Vorgänger seit Urzeiten als Nahrungsgrundlage und Kulturfolger. Gleichzeitig stufte der Mensch das ihm oft fremdartige Verhalten der Tiere schon früh als göttlich ein, und Tiere begleiteten Götter und Göttinnen als Attribute. So zeigt die Ausstellung im Landesmuseum Zürich beispielsweise einen rund 2600 Jahre alten Bronzekrug mit einer geflügelten antiken Göttin, die zwei Hasen in den Fäusten hält die von vier Löwen sowie einem Adler umgeben ist. Der Krug stammt ursprünglich aus der Gegend um Tarent im süditalienischen Apulien, wurde jedoch als «keltische» Grabesbeigabe im Aargau gefunden. Ob die Figuren für die Kelten, die ebenfalls Tiere verehrten, eine Bedeutung besassen, weiss man nicht.

Die raffiniertesten Darstellungen von Fabel- und Mischwesen finden sich zweifellos in der griechischen und römischen Mythologie, was später in der Renaissance und im Barock wieder aufgegriffen wurde.

Es gibt Tiere, welche durch die Zeiten die stets gleichen Eigenschaften besassen und besitzen. Etwa der Löwe, der durchgängig für Mut, Wut und Macht steht. Dass solches sich auch gegen den Menschen wenden kann, zeigt ein martialisches mittelalterliches Tranchiermesser, auf dessen Griff ein Elfenbeinlöwe einen Menschen verspeist: eine Warnung an den Metzger, der die Klinge führt. Der Adler wiederum fungierte in der Antike als Symbol für Zeus/Jupiter und ist hier auf einem sehr schönen Plättchen aus glänzendem, graublaubraunem Sardonyx aus der römischen Kaiserzeit zu studieren. Besonders interessant aber ist die Darstellung des Drachens, eines besonders prominenten Mischviechs: Oft durchbohrt der heilige Georg ein lediglich «schmürzeliges» Lindwürmchen mit dem Speer. Das wohl kurioseste Objekt der Schau soll ebenfalls einen Drachen darstellen: Im wissenschaftsgläubigen 19. Jahrhundert bastelte jemand aus dem Körper eines Rochen einen «echten», jedoch ziemlich kümmerlichen Drachen zusammen.

Ausstellung bis 14. Juli, Schweizerisches National Museum, Zürich, www.landesmuseum.ch

Foto: Palazzo Pitti, Galeria Custume, Firenze

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