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Vom Schmerz befreit

 Ausgabe 3 - 2009 - 01.03.2009

Text:  Karl Kobelt

Chronischen Schmerzen wie Rheuma oder Migräne können ganz verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Eine ganzheitliche Behandlung widmet sich daher neben der akuten Schmerzbehandlung immer auch der Suche nach den tieferen Gründen einer Erkrankung und zeigt angepasste Lösungsansätze auf.

Ein jäher Schmerz ist ein sinnvolles Warnzeichen. Chronische Schmerzen hingegen haben diese Funktion verloren. Jeder sechste Schweizer leidet unter solchen Schmerzen. Am häufigsten sind chronische Schmerzen des rheumatischen Formenkreises. Zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung sind davon betroffen. Die mit «Rheuma» bezeichneten Leiden umfassen eine Reihe von Krankheitssymptomen: Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Bewegungseinschränkungen bei alltäglichen Arbeiten und morgendliche Steifheit der Glieder sind nur einige wenige der Beschwerden. Allen gemeinsam ist der damit verbundene, permanent spürbare Schmerz, der für viele Leidende eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität darstellt. Rheumatische Beschwerden treffen immer häufiger auch jüngere Menschen.

Den Ursachen auf die Spur kommen

Wie können solche Patienten den Weg zur Besserung finden? «An erster Stelle steht das genaue Ergründen der individuellen Situation», sagt Hans Ogal, Facharzt für Schmerztherapie an der Aeskulap-Klinik in Brunnen. «Ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Stoffwechselprobleme, Umwelteinflüsse, körperliche Fehlbelastungen, Verletzungen, Störungen des Immunsystems sowie die Konstitution beziehungsweise erbliche Veranlagung zählen zu den wichtigsten Faktoren, die in ihrer Summe an der Krankheitsentwicklung beteiligt sind», erklärt der Schmerzspezialist. «Die schädigenden Faktoren müssen durch eine Erweiterung des normalen diagnostischen Spektrums gefunden werden, um sie gezielt behandeln zu können.»

Die Schmerzursachen könnten an verschiedensten Orten im Organismus liegen, so Ogal. Häufig zeige sich beispielsweise eine Übersäuerung des Binde- und Stützgewebes, hinter denen oft eine individuell ungeeignete Ernährung oder Stoffwechselstörungen ständen. «Bei chronischen Formen stossen wir oft auf Regulationsstörungen wie eine pathologische bakterielle Besiedlung des Darmes, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronische Entzündungen des Zahnfleisches (Parodontitis) sowie durch Unfall bedingte Verletzungen mit Narbenbildungen», sagt er.

Ziel: schmerzfrei

Auf die Diagnostik folgt die Therapie sowohl der aktuellen Beschwerdesymptomatik, als auch der zugrunde liegenden Ursachen. Um einem Leiden auf beiden Ebenen erfolgreich zu begegnen, kommt idealerweise stets eine Kombination von möglichst naturnahen und regulativ wirkenden Methoden zur Anwendung:
• Die Akupunktur wirkt schmerzlindernd und löst energetische Blockaden;
• Blut-Sauerstoff-Therapien fördern den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem;
• aus- und ableitende Verfahren wie Blutegeltherapie oder Schröpfen helfen muskuläre Schmerzen und Gelenkschmerzen zu lindern;
• die Neuraltherapie löst Regulationsblockaden und kann überempfindliche Körperareale wieder in einen normalen Erregungszustand bringen.

Das umfangreiche Therapieangebot bei chronischen Schmerzen schliesst zudem die Darmsanierung beziehungsweise mikrobiologische Therapie mit zusätzlicher Colonhydrotherapie, die Craniosacraltherapie, eine vielfältige Physiotherapie mit Lymphdrainage und speziellen Massagen, die ganzheitliche Psychotherapie, die ganzheitliche Zahnmedizin, die Hyperpyrexie (spezielle Fiebertherapie), die klassische Homöopathie, die Magnetfeldtherapie, die orthomolekulare Medizin sowie die altbewährte Phytotherapie ein.

Ziel der Behandlung ist es stets, die akuten Schmerzen zu lindern, die Ursache zu entdecken und zugleich regulativ auf den Organismus einzuwirken. Denn der Patient soll ja auch nach der allmählichen Reduktion der Behandlungen und Medikamente weitgehend schmerzfrei leben können.

Klinik im Park
Die Aeskulap-Klinik wurde 1990 als erstes Zentrum der Schweiz für Ärztliche Ganzheitsmedizin in Brunnen SZ gegründet. Heute sind 25 schul- und komplementärmedizinisch ausgebildete Fachärztinnen und Ärzte an der Aeskulap-Klinik tätig. Sie behandeln rund 3000 Patienten pro Jahr in den Kompetenzzentren Krebs, Urologie, Schmerztherapie, psychosomatische Leiden und Zahnmedizin. Die Klinik liegt in einem schönen Park inmitten der herrlichen Bergwelt der Zentralschweiz unweit des Ufers des Vierwaldstättersees.

AESKULAP KLINIK
Ärztliche Ganzheitsmedizin
Gersauerstrasse 8, 6440 Brunnen
Tel. 041 825 47 47, Fax 041 825 48 00
info@aeskulap.com - www.aeskulap.com

Individuelle Therapien

Sind bei jedem Patienten alle Therapien anwendbar und sinnvoll? Hans Ogal verneint: «Die Erfahrung zeigt, dass nicht bei jedem Menschen die gleiche Therapie Erfolge ermöglicht.» Die ärztliche Aufgabe bestehe darin, für jeden Patienten die aktuell geeigneten Behandlungen zu bestimmen. Er nennt das Beispiel einer Patientin um die 50. Sie litt unter chronischen Gelenkschmerzen, die sie seit über fünf Jahren hatte. Auslöser waren verschiedenste Faktoren, darunter eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die rheumatologische Abklärung ergab eine chronische Polyarthritis, eine klassische rheumatologische Behandlung sollte aber erst nach einem erneuten Krankheitsschub erfolgen.

Die komplementärmedizinische Behandlung, unter anderem eine Ozon- und eine Neuraltherapie, sowie eine Ernährungsumstellung erbrachten eine schnelle Linderung der Gelenkschwellungen und Schmerzen und zeitweise sogar vollständige Schmerzfreiheit. Fünf Wochen nach Therapiebeginn zeigte sich eine deutliche Besserung. Die sportliche Frau fuhr einige Monate später auf einer mehrtägigen Fahrradtour über 500 Kilometer ohne Beschwerden. Danach folgte ein erneuter Polyarthritisschub mit starken Schmerzen und Schwellungen aufgrund der Nichtbeachtung der Ernährungsrichtlinien. Daraufhin musste die Patientin eine Woche hospitalisiert werden. Bereits nach einer Woche verschwand die Beschwerdesymptomatik. Es folgte eine Weiterführung der ambulanten Therapie unter zunehmend grösseren Intervallen, zuletzt vierwöchentlich.

Schmerz hat viele Namen

Neben den rheumatischen Leiden gibt es weitere typische Schmerzerkrankungen wie Migräne, verschiedenste Kopfschmerzarten, Trigeminusneuralgie, atypischer Gesichtsschmerz, sympathische Reflexdystrophie, Schmerzen des Bewegungssystems zum Beispiel Rückenschmerzen, Schulter-Arm-Syndrom, Herpes-Zoster-Neuralgie, Lyme-Borreliose sowie den so genannten Tumorschmerz.

Bei den Tumorschmerzen ist laut Hans Ogal eine tief greifende Abklärung besonders wichtig. Denn die Schmerzursache müsse bei dieser Art von Schmerz nicht immer bei einem Tumor liegen. Therapiebedingte, psychische und psychosoziale Faktoren können ebenfalls zu Schmerzen von Krebspatienten führen oder diese verstärken. Dies sei im Behandlungskonzept unbedingt zu berücksichtigen, erklärt der Facharzt.

Das Interview mit Schmerzspezialist Hans Ogal: «Den Menschen den Schmerz nehmen»

Literatur
• Simone Albrecht: «Burnout – der Weg danach», VDM-Verlag 2008, Fr. 82.90
• Thomas M. H. Bergner: «Burnout-Prävention», Verlag Schattauer 2008, Fr. 50.90

DVD
• «Burnout als Chance», Verlag NZZ Format 2006, 35 Minuten, Fr. 29.90

Internet
www.swissburnout.ch
http://burnout.rainbownet.ch/

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