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Leben im Moment

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 06 - 2011 - 01.06.2011

Text:  Sabine Hurni

Alzheimerpatienten leben im Moment. Sie verlieren das Zeitgefühl, die Orientierung und oft auch die Sprache. Doch ein so dramatisches Ende wie im Fall von Gunter Sachs muss nicht sein. Eine spezielle Zuckersorte kann den Zustand stabilisieren, wie neue Studien zeigen.

Vielleicht kennen Sie die Kurzgeschichte von Peter Bichsel mit dem Mann, der dem Tisch plötzlich Stuhl sagte. Dem Messer sagte er Schrank und dem Bett sagte er Spiegel. Irgendwann vergass er die richtigen Ausdrücke und lebte von da an in seiner eigenen Welt. Ganz ähnlich geht es einem Menschen, der an Alzheimer erkrankt oder dement wird. Ganze Gruppen von Nervenzellen verlieren allmählich ihre Funktionstüchtigkeit und gehen zugrunde. Typisch an der Alzheimerkrankheit ist, dass nur Nervenzellen in den Hirnregionen abgebaut werden. Deshalb beeinträchtigt die Krankheit die Sprache, das Gedächtnis, den Organisationssinn und die räumliche Orientierung. Die Gedächtnisleistung nimmt kontinuierlich ab. Mit der Zeit verstärken sich die Symptome und es kommen ständig neue Krankheitszeichen dazu. Insgesamt sind mehr als 50 Erkrankungen bekannt, die sich mit solchen Merkmalen äussern. Sie werden generell als Demenz bezeichnet. Bei allen Formen verliert das Gehirn sein Erinnerungsvermögen und ist in seiner Funktion gestört. Die Alzheimerkrankheit ist mit 50 Prozent die häufigste Form der Demenz. Die genaue Ursache und die pathologischen Hintergründe sind jedoch nach wie vor noch nicht vollständig erforscht. Hingegen weiss man, dass bei der sogenannten vaskulären Demenz die Blutgefässe aufgrund von Ablagerungen verengt sind. Das wiederum führt zu einer Minderdurchblutung im Gehirn und somit zu einer unzureichenden Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Insgesamt sind 18 Prozent aller Demenzkranken davon betroffen.

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Ein Problem der Zukunft

Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet eine beginnende Demenz. Vergesslichkeit kann auch durch Stress, Alkohol oder Schlafmangel ausgelöst werden. Es ist zudem normal, dass sich mit zunehmendem Alter die Hirnleistung etwas verschlechtert. Das Hirn verarbeitet Informationen langsamer und die Lern- und Sprachfähigkeit nehmen ab. Diese Art von Vergesslichkeit und Merkverlust kann mit Knobelspielen, anspruchsvollen Büchern und angeregten Diskussionen wirkungsvoll vorgebeugt werden. Wer allerdings den Verdacht auf eine Demenzerkrankung hat, soll sich beim Hausarzt untersuchen lassen. Nur ein neuropsychologischer Test gibt Klarheit darüber, ob die Vergesslichkeit eine normale, altersbedingte Gedächtnisstörung ist oder eine beginnende Demenz. In der Schweiz sind gemäss Schätzungen der schweizerischen Alzheimervereinigung etwa acht Prozent der über 65-Jährigen von Alzheimer oder einer anderen Demenzkrankheit betroffen. Am Anfang brauchen die Leute nur punktuelle Hilfe. Ihnen bereiten zum Beispiel komplexere Tätigkeiten wie das Abwickeln der monatlichen Zahlungen oder das Organisieren einer Reise Probleme. Nach und nach wird aber auch das Einkaufen oder die Morgentoilette zum Problem. Das Zeitempfinden und die Orientierung gehen verloren, bis sie sich nicht einmal mehr im eigenen Wohnquartier zurechtfinden. Die Erkrankten können weder alleine essen noch sich anziehen oder waschen. Die Sprache reduziert sich auf wenige Worte oder geht ganz verloren. Bis zu diesem letzten Stadium der Krankheit sind in der Regel acht bis neun Jahre vergangen.

Frühzeitig handeln

Es gibt derzeit noch keine nachgewiesene Möglichkeit, Alzheimer zu verhindern oder vorzubeugen. Doch die Forschungen auf dem Gebiet der Demenz- und Alzheimerbehandlung laufen auf Hochtouren. Nicht nur auf schulmedizinischer Ebene, sondern auch vonseiten der Ernährung und der Nahrungsergänzungen. Neuere Studien zeigen zum Beispiel, dass am Anfang des Krankheitsprozesses oft eine Entgleisung des Zucker- und Insulinstoffwechsels im Gehirn steht. Zumindest bei den nicht vererbten Alzheimerformen. Zucker, den wir mit der kohlenhydratreichen Nahrung aufnehmen, wird mithilfe von Insulin in die Zellen eingeschleust. Dort verwandelt sich die Glukose in Energie, die der Körper für jede Muskelbewegung, jeden Gedanken und alle Organtätigkeiten braucht. Fehlt das Insulin, bleibt die Glukose im Blut und kann nicht in Energie umgewandelt werden. So wie dies auch bei Diabetikern der Fall ist. Nun wurde festgestellt, dass bei Alzheimerpatienten die Unterversorgung an Glukose vor allem im Gehirn stattfindet; die Nervenzellen der Hirnregion werden ungenügend mit Energie versorgt. Wird nun ein verwandter Zucker, die Galaktose, eingenommen, kann trotzdem Energie für die Nervenzellen mobilisiert werden. Im Gegensatz zur Glukose gelangt die hochreine D(+)Galaktose auch ohne den Botenstoff Insulin ins Innere der Hirnzellen. Ist die Galaktose im Zellinneren angelangt, wird sie mithilfe von Enzymen in Glukose umgewandelt und steht für die Energiegewinnung und die Nervenleitung wieder zur Verfügung. Gerade im Anfangsstadium einer Alzheimerkrankheit bietet sich Galaktose als wirksame Begleitung zur schulmedizinischen Behandlung an. Nicht jeder Patient spricht aber gleich gut darauf an, da es verschiedene Krankheitsformen gibt und nicht jede davon an den Zuckerstoffwechsel gekoppelt ist. Studien und Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass die Galaktose in sehr vielen Fällen eine Stabilisierung oder gar eine Verbesserung im Krankheitsverlauf mit sich bringt.

Natürliche Stärkung

Weitere Hilfsstoffe zur Stärkung der Gehirnleistung sind Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren mit einem hohen Anteil an DHA (Docosahexaensäure) wie sie in Leinöl, Fischöl oder Rapsöl vorkommen. Das Vitamin B12 ist verantwortlich für die Nervenreizübertragung von Zelle zu Zelle. Fehlt es, können die Informationen nur ungenügend übertragen werden. Das Vitamin B12 kommt in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milch vor. Ist allerdings die Aufnahme aufgrund einer Darmschwäche, einer Schwermetallbelastung oder durch Fehlernährung gestört, kann es bald zu einem Mangel kommen. Ältere Menschen sind häufiger vom Mangel betroffen, wobei die Ursachen hierfür noch nicht eindeutig geklärt sind. Vitamin B12 kann der Körper in der Leber speichern. Deshalb dauert es oft lange, bis Mangelsymptome eintreten. Neben dem Alzheimertest lohnt sich deshalb ein Bluttest, bei dem ein Vitamin B12-Defizit festgestellt werden kann. Auch eine gezielte Einnahme von Omega-3-reichen Fetten kann im Anfangsstadium einer Demenz hilfreich sein. Omega-3-Fettsäuren wirken vor allem auf die Zellwände. Sie sorgen dafür, dass die Zellwände elastisch und durchlässig sind für alle wichtigen Nährstoffe. Sie schleusen die Stoffe von Zelle zu Zelle und sind deshalb enorm wichtig für die Gesundheit. Leider kann der Körper diese essenziellen Fettsäuren, wie sie in Lein- oder Rapsöl zu finden sind, nicht selber bilden. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden.

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