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Mit Schocktherapien gegen Asthma

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 04 - 2011 - 01.04.2011

Text:  Tertia Hager

Asthmatiker litten anfangs des letzten Jahrhunderts nicht nur an Atemnot. Die damaligen Heilungsversuche muten aus heutiger Sicht kurios an und verlangten von Kranken grosse Leidensbereitschaft.

Längst nicht alles, was die heutige Medizin leistet, sollte kritiklos bejubelt werden. Blickt man jedoch in die Vergangenheit, überkommt einen das nackte Grauen. Während Asthmapatienten heute eine Palette von schmerzfreien Behandlungsmöglichkeiten haben, wurde anfangs des 20. Jahrhunderts mit der gleichen Diagnose gelitten – und experimentiert. So injizierten Ärzte in den 1930er-Jahren den Patienten schwefelhaltige Substanzen, worauf diese starkes Fieber bekamen, das Asthma aber keineswegs verschwand. Andere Ärzte spritzten Kokain in einen Nervenknoten beim Brustwirbel, wie die Fachzeitschrift Ars Medici berichtet. Als letzte Lösung wurden die Kranken mit Chloroform in Vollnarkose gesetzt; einer Chemikalie, die Krebs erzeugen kann, Gehirn, Leber, Herz und weitere Organe schädigt, damals aber erfolgreich als Narkotikum eingesetzt wurde. Eine Tortur war auch die Insulin-Schocktherapie: Dem Patienten wurden zwei Wochen lang täglich höher werdende Mengen von Insulin gespitzt, so lange bis die Atembeschwerden nachliessen. Was meist dann der Fall war, wenn die Kranken aufgrund der Überdosierung dem Tode nahe waren. Eine rasch verpasste Dosis Zuckersirup bewahrte sie davor. Nichtsdestotrotz war die Methode erfolgreich, weil die Asthmaschübe nach der Schocktherapie tatsächlich ausblieben. Weshalb, wussten die Mediziner aber selbst nicht genau. Später versuchte man der Krankheit auch mit dem Skalpell zu Leibe zu rücken: Je nach Fall wurden den Patienten in Lokalanästhesie unterschiedliche Nerven im Halsbereich entfernt. Als Kollateralschaden mussten diese einen chronischen Schnuppen sowie durch beschädigte Nerven Sehstörungen und das Herunterhängen des Augenlids in Kauf nehmen.

Foto: fotolia.com

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