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Leinöl heilt von innen

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 09 - 2010 - 01.09.2010

Text:  Sabine Hurni

Mangelernährung oder Wind und Wetter lassen die Haut rissig und spröde werden. Die Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren hilft dem Körper wieder auf die Beine.

Stark vergrössert sieht sie aus wie ein von Dürre gezeichneter Landstrich: ausgetrocknet und aufgerissen wie Erde, die zu lange keinen Regen mehr gesehen hat. Rhagaden (griechisch für Einreissungen) heissen die schmerzhaften Risse und Spalten, die an Mundwinkeln, Händen, Fersen oder am After auftreten können. An diesen Stellen verliert die Haut plötzlich an Elastizität und Feuchtigkeit, trocknet aus, wird rau und platzt. Dass dies passiert, liegt oft an einer Kombination äusserlicher und innerlicher Einflüsse auf die Haut.

Natürlicher Schutzwall

Die Haut wird von innen her mit Blut und Nährstoffen versorgt. Während die innerste Hautschicht vor allem eine Polsterfunktion hat, ist die mittlere Schicht, die Lederhaut, voller Blutgefässe, Nervenfasern, Talg- und Schweissdrüsen. Sie besteht aus straffem Bindegewebe, das der Haut die nötige Spannkraft gibt. Weiter aussen liegt eine Zwischenschicht, die ständig neue Zellen bildet. Diese werden nach und nach zur äussersten Hautschicht, der Epidermis, geschoben. Die Epidermis ist je nach Körperstelle ein bis vier Millimeter dick und schützt den Körper gegen eindringende Reize und Bakterien.

Die Haut verbindet und trennt unser organisches Innenleben mit der Aussenwelt. Äussere Reize wie Kälte oder Kontaktallergien können das Gleichgewicht der Haut deshalb genauso stören wie ein Nährstoffmangel oder eine verminderte Nährstoffaufnahme ins Blut aufgrund von Darmproblemen.

Ein solches Ungleichgewicht kann zum Aufbrechen oder extremer Trockenheit der Haut führen. Hände sind empfindlich gegen Kälte und Chemikalien, Mundwinkel können bei einem Mangel an Mikronährstoffen oder bei Pilzinfektionen einreissen, Analïssuren hingegen stehen in Zusammenhang mit hartem Stuhl, chronischem Durchfall, Schleimhaut-Erkrankungen oder Hämorridal-Leiden. Die Eigenheiten der einzelnen Beschwerdebilder müssen individuell angegangen werden. Weil aber in allen Fällen von Hautrissen die äussere Behandlung allein oft nicht ausreicht, gibt es doch einen gemeinsamen Nenner: Omega-3-Fettsäuren. Zur Zellneubildung, für die Elastizität von Zellmembranen und den Nährstofftransport von Zelle zu Zelle sind diese ungesättigten Fettsäuren äusserst wichtig, ebenso für die Haut. Da trockene, raue Haut unter anderem auf einen Mangel an Lipiden zurückzuführen ist, können ungesättigte Fettsäuren dem Organismus hier von innen auf die Sprünge helfen.

Leinöl anwenden
Vom Leinöl nimmt man täglich zwei bis drei Esslöffel ein: über den Tag verteilt, eingerührt ins Jogurt, in die Salatsauce, in etwas Wasser oder gleich pur in den Mund. Wer sehr trockene Haut hat oder gar an Neurodermitis leidet, sollte die ganze Tagesration abends vor dem Schlafengehen mit etwas lauwarmem Wasser einnehmen. Das nährt den Darm über Nacht. Leinöl gibt es aber auch in Kapselfrom. Davon nimmt man in der Regel zweimal täglich zwei Kapseln ein.

Empfindliches Leinöl

Der Körper kann die essenziellen Omega-3-Fettsäuren nicht selber bilden. Da diese in unserer Nahrung praktisch nicht vorkommen, müssen wir sie ihm ganz bewusst zuführen. Eine Quelle für Omega-3-Fettsäuren ist Leinöl. Es enthält ungefähr 58 Prozent ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäuren) undzudem auf 100 Milliliter etwa 36 Milligramm Vitamin E. Das goldgelbe, durch Kaltpressung gewonnene Öl riecht wunderbar würzig, fast nussig. Als Speiseöl oder für pharmazeutische Zwecke wird ausschliesslich kalt gepresstes Öl benutzt. Dieses reagiert sehr empfindlich auf Luft und Licht. Einmal geöffnet schmeckt es bereits nach kurzer Zeit bitter. Im Gegensatz zu anderen Ölen muss Leinöl deshalb nach dem Öffnen im Kühlschrank gelagert und innert einiger Tagen aufgebraucht werden.

Die Samen enthalten neben den ungesättigten Fettsäuren auch einen grossen Anteil an Schleimstoffen. Das macht sie auch zu einem milden und beliebten Quellmittel bei einer trägen Verdauung. Offenbar ist Lein eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt, die schon die alten Ägypter anbauten. Bereits in der Antike sollen die Hippokratiker die Pflanze zu medizinischen Zwecken genutzt haben, der griechische Philosoph Theophrast beschreibt die Verwendung des Schleims und Hildegard von Bingen empfahl sie für Umschläge.

Die Leinsamen, die wir heute in Fachhandel erhalten, stammen hauptsächlich aus Marokko, Argentinien, Belgien, Ungarn und Indien. Doch Lein ist nicht nurals Hautnahrung und Abführmittel bekannt. Die PÖ anzenstängel liefern auch die Fasern, aus denen Leinen gewoben wird.

Fotos: fotolia.com

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