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Keine Haarspalterei

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 06 - 2010 - 01.06.2010

Text:  Sabine Hurni

Das Haar ist der Sonne in der Regel schutzlos ausgeliefert. Kein Wunder bleibt nach den Sommerferien oft nur der Griff zur Schere. Grüntee und Jojoba-Öl können das Haar schützen und regenerieren.

Dass UV-Strahlen, Chlor und Salz dem Haar schlecht bekommen liegt an dessen Beschaffenheit. Das Haar besteht nämlich zu 90 Prozent aus Eiweissen. Diese sind äusserst empfindlich auf Hitze und Sonnenstrahlen. Intensive Wärmeeinwirkung und UV-Strahlung haben zur Folge, dass sich ein Teil dieser Eiweissbausteine (die Aminosäure Cystin) abbaut. Das wirkt sich auf die Haarstruktur aus. Das Haar altert schneller, wird brüchig und porös. Den Verlust an Glanz und Sprungkraft erkennt man von blossem Auge. Kein Wunder wird es schlecht frisierbar. Das Haar wird aber nicht nur trocken, es bleicht im Sommer auch immer stark aus.

Waschen und wachsen

Die Sonne allein macht das Haar aber noch nicht zu einem Haufen Stroh. Auch Chlor- und Salzwasser schwächen die Haarstruktur. Im Schwimmbad bilden sich durch den Kontakt mit den Schwimmbadchemikalien im Haar feine Luftbläschen. Dort wo das Luftbläschen festsitzt, lösen sich aufgrund eines chemischen Prozesses die Eiweisse auf. Das schwächt das Haar an diesen Stellen. Es kann brechen oder sich spalten, vor allem dann, wenn das im nassen Zustand besonders empfindliche Haar unsanft mit scharfkantigen Kämmen traktiert wird.

Auch Salzkristalle können das Haar zum Brechen bringen. Das Salzwasser bleibt nach dem Schwimmen nämlich im Haar und auf der Kopfhaut haften. Während das Haar trocknet, bilden sich harte Kristalle, die vergleichbar einem Peeling die Haaroberfläche mechanisch abreiben. Das schwächt und beschädigt die Schuppenschicht. Deshalb ist es wichtig, die Haare nach dem Schwimmen zu waschen oder mit viel klarem Süsswasser zu spülen. Eine entwirrende Haarspülung fördert zudem die Kämmbarkeit. Das wiederum verhindert, dass die Haare beim Kämmen abbrechen.

Ein besonders wertvolles Naturprodukt zur Pflege und Regeneration von sonnengeschädigtem Haar ist flüssiges Jojoba-Wachs. Weil es gleichzeitig einen natürlichen Lichtschutzfaktor einer Stärke von drei bis vier hat, dient es neben der Pflege auch als Sonnenschutz. Das Wachs enthält zudem viele hochwertige Fettsäuren und weist einen hohen Gehalt an Vitamin E auf. Aufgrund dieser Inhaltstoffe ist Jojoba-Wachs ein beliebter Bestandteil vieler Naturkosmetika. Da es bei Zimmertemperatur flüssig ist, wird es hauptsächlich als Basisöl in Gesichtcremen, Massage und Schwangerschaftsprodukten oder als Emulgator eingesetzt. Im Gegensatz zu Pflanzenölen ist das Wachs viel länger haltbar. Zudem hinterlässt es keinen Fettglanz auf der Haut und dem Haar. Vielmehr macht es Haut und Haar straff und geschmeidig.

Da Jojoba-Öl die Feuchtigkeit auszugleichen vermag, pflegt es die trockenen Haarspitzen und das sonnengeschädigte Haar. Um spröde Spitzen zu befeuchten, Schuppen oder Haarausfall zu bekämpfen, kann das Shampoo mit Jojoba-Öl angereichert werden. Auf eine Flasche Shampoo (100 Milliliter) gibt man einen Teelöffel reines Jojoba-Öl. Das gibt dem Haar einen natürlichen Glanz und neue Fülle. Zur Pflege und Massage des Haarbodens trägt man das Öl täglich mit den Fingerkuppen direkt auf die Kopfhaut auf und massiert sie sanft.

Haarspülung mit Grüntee

Wem Jojoba-Wachs zu schwer ist auf dem Haar, kann auch auf Grüntee ausweichen. Kaum ein Kraut enthält so viele wertvolle Inhaltstoffe wie die Blätter der Teepflanze (Camellia sinensis). Anders als beim schwarzen Tee, werden beim grünen Tee die Teeblätter nicht fermentiert. Sie werden lediglich getrocknet, gedämpft oder geröstet. Bei diesem Prozess behalten sie nicht nur die grüne Farbe, sondern auch sämtliche Wirkstoffe: Mineralstoffe Kalzium, Kalium, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und Fluor, die Vitamine A, B1, B2, B12, C, E und die Carotinoide sowie die Polyphenole, die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören. Sie machen den Grüntee zu einem stark basischen Getränk, das freie Sauerstoffradikale auffängt. Grüntee kann dadurch durch UV-Strahlung verursachte Alterungsprozesse hemmen. Zudem leistet der Tee einen wesentlichen Beitrag zur Krebsvorsorge. Grüntee fördert zudem die Durchblutung der Haut, wirkt antirheumatisch, harntreibend, stärkt Herz- und Blutkreislauf und reguliert den Cholesterinspiegel.

Zum Schutz vor Sonnenschäden kann der Grüntee äusserlich angewendet werden. Dazu wird der Tee wie gewohnt zubereitet, indem er mit abgekochtem und bereits leicht abgekühltem Wasser übergossen wird. Genau wie für die Zubereitung als Getränk, ist die Dosierung ein gestrichener Teelöffel pro Tasse. Den Tee zwei bis drei Minuten ziehen und ihn dann auf 30 Grad abkühlen lassen. Mit diesem Tee spülen Sie hernach das frisch gewaschene Haar.

Fotos: fotolia.com, zvg, Zara / flickr / cc

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