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Wellness für die Füsse

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_07/08_2016 - 01.07.2016

Text:  Stella Cornelius-Koch

Was tun, wenn einen Blasen, Hühneraugen und andere Fussprobleme plagen? «natürlich» hat die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt, damit auch ihre Füsse den Sommer geniessen können.

Wer im Sommer viel unterwegs ist, kennt sie nur zu gut, schmerzende Füsse, die einem Ferien oder Ausflug so richtig verderben wollen. Schätzungen zufolge kämpfen rund 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer mit Fussbeschwerden. «Das ist alarmierend, bedenkt man, wie wichtig die Füsse sind. Immerhin geht der Mensch in seinem Leben im Idealfall damit mehr als dreimal um die Erde», sagt Yvonne Siegenthaler-Matter, Mitglied im Zentralvorstand des Schweizerischen Podologen-Verbands.

Die Gründe für Beschwerden sind laut Siegenthaler-Matter vielfältig: Neben dem Tragen von falschem – meist zu engem – Schuhwerk können auch dadurch begünstigte Fehlstellungen wie ein Spreizfuss oder Ballenzeh (Hallux valgus) zu Schmerzen führen. Auch Krankheiten wie Diabetes, Rheuma oder Arthrose können erhebliche Fussprobleme hervorrufen. Und auch das Alter spielt eine Rolle: So treten Verhornungen oder Schrunden an den Füssen verstärkt ab dem 60. Lebensjahr auf, denn mit fortschreitendem Alter werden die Füsse weniger gut durchblutet und reagieren empfindlicher auf Stösse und Umweltveränderungen. Nicht selten sind die Beschwerden aber auch hausgemacht, erklärt die Podologin: «Oft werden die Nägel zu kurz und die Ecken zu tief geschnitten und es wird zu viel Hornhaut abgetragen.» Sie rät bei hartnäckigen Fussproblemen einen Podologen aufzusuchen. Falls nötig – etwa bei Warzen oder Nagelpilz – wird man dort an einen Arzt weiterverwiesen. Vorbeugend und bei kleinen Blessuren kann man aber für seine Füsse selbst einiges tun.

Blasen
Wer neue Schuhe trägt, keine Socken mag, viel Sport treibt oder wandert, kennt das Problem nur allzu gut. Feuchtigkeit, Druck oder Reibung reizen das Hautgewebe, sodass sich an diesen Stellen unter der Haut Flüssigkeit ansammelt und sich eine schmerzhafte Blase bildet.
• Wie Sie vorbeugen
Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Schuhe gross genug sind und nicht drücken. Dicke/harte Nähte oder hartes Leder können auch nach dem Eintragen noch Blasen verursachen. Beim Sport oder Wandern: Socken ohne Nähte bevorzugen und darauf achten, dass sie keine Falten machen.
• Tipp vom Wanderprofi
Statt einer dicken zwei Paar dünne Socken tragen, das vermindert die Reibung. Und: Füsse regelmässig mit einer fettenden Creme pflegen, um die Haut geschmeidig zu halten. Praktisch für offene Schuhe sind sogenannte Füsslinge, das sind Socken, die nur die Zehen und den Fuss, nicht aber die Knöchel decken. Sie sind praktisch unsichtbar und stören die Optik schöner Sommerschuhe nicht.
• Behandlung
Blasen heilen in der Regel nach ein paar Tagen wieder von selbst ab. Wenn Druck und Schmerz aber allzu gross sind und man weiterwandern muss, hilft es, die Blase mit einer desinfizierten Stecknadel anzustechen, sodass die Flüssigkeit herauslaufen kann. Die angestochene Blase mit einem Pflaster abdecken. Wichtig: Die obere Hautschicht nicht wegschneiden; ansonsten kann es zu Entzündungen kommen.
Eingewachsene Zehennägel
Zu enges Schuhwerk oder falsches Nagelschneiden können die Nägel nach unten biegen und so immer mehr in und unter die Haut drücken. Die mögliche Folge ist eine schmerzhafte Rötung und Entzündung des Nagelwalls mit Eiterbildung.
• Wie Sie vorbeugen
Achten Sie darauf, die Nägel nicht zu kurz und gerade abzuschneiden und zu feilen. Tragen Sie Schuhe mit genügend Raum für die Zehen, um unnötigen Druck zu vermeiden. Achten Sie auf eine gute Fusshygiene.
• Behandlung
Eingewachsene Zehennägel nie selbst behandeln, sondern unbedingt einen Podologen oder Arzt aufsuchen.
Fusspilz/Nagelpilz
Typische Symptome sind Juckreiz zwischen den Zehen, gerötete und nässende Stellen, schuppende Haut an den Fusssohlen oder gelblich verfärbte Nägel. Übertragen wird die Infektion durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese lauern überall dort, wo viele Füsse durchmarschieren, zum Beispiel im Schwimmbad, in öffentlichen Duschen und Umkleidekabinen. Diabetiker, Raucher oder Menschen mit arteriellen Durchblutungsstörungen sind besonders gefährdet.
• Wie Sie vorbeugen
Füsse nach dem Duschen gut mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Haut- und Nagelscheren nach Gebrauch gründlich reinigen. Strümpfe aus Naturfasern (bei 60 Grad waschbar) und Schuhe aus Leder tragen. Sportschuhe nach dem Training an der frischen Luft trocknen lassen.
• Behandlung
Cremes, Lotionen, Pulver, Sprays oder Nagelpflaster gibt es rezeptfrei in Apotheken und Drogerien. Bewährt haben sich vor allem Azole und Allyamine. Wichtig: Antipilzmittel noch 14 Tage nach Abklingen der Symptome anwenden, um eine erneute Infektion zu verhindern. Bei hartnäckigen Beschwerden kann der Arzt Tabletten verordnen.
Hühneraugen
Sie entstehen aus Schwielen an den Füssen. Die Haut reagiert auf Druck, indem sie vermehrt Hornhaut bildet. Hält dieser an, wächst die Haut dornförmig nach innen, was sehr schmerzhaft sein kann.
• Wie Sie vorbeugen
Tragen Sie bequeme Schuhe mit niedrigen Absätzen, um den Druck auf die Zehen zu verringern. Achten Sie auf regelmässige Fusspflege. Hornhaut mit einer Feile sanft entfernen: Weniger ist hier mehr, denn die Hornhaut hat auch eine Schutzfunktion. Wer die Füsse gerne badet, kann sie auch feucht mit einem Bimsstein behandeln. Danach gut eincremen. Bei bereits vorhandenen Schwielen eventuell vorbeugend ein Druckschutzpflaster tragen.
• Behandlung
Lösungen, Salben oder Pflaster mit Hornhaut erweichenden und abtragenden Wirkstoffen wie Salicyl-, Milch- oder Essigsäure gibt es im Fachhandel. Vorsicht: Hornhaut erweichende Pflaster werden oft falsch angewendet. Dies kann insbesondere bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen verheerende Folgen haben. Daher Hühneraugen im Zweifelsfall von einem Podologen behandeln lassen.
Warzen

Dornwarzen an den Fusssohlen können extrem weh tun. Sie heissen so, weil sie durch den Druck des Körpergewichts ähnlich wie Hühneraugen wie ein Dorn nach innen wachsen. Ursache ist hier aber eine Infektion mit Warzenviren.
• Wie Sie vorbeugen
Tragen Sie in Schwimmbädern oder Saunaanlagen Badeschuhe. Füsse nach dem Duschen sorgfältig abtrocknen. Schuhe vor dem ersten Tragen gut von innen und aussen reinigen. Um eine Neuinfektion zu verhindern, nach jeder Warzenbehandlung gründlich die Hände waschen.
• Behandlung
Präparate mit Salicyl- oder Milchsäure weichen das verhornte Gewebe auf, sodass es leichter abgetragen wird. Mittel mit Monochloressigsäure können Warzen regelrecht auflösen. In hartnäckigen Fällen kann der Hautarzt die Warze mit flüssigem Stickstoff vereisen oder mit dem Laser veröden. Hilft nichts von all dem, braucht es einen chirurgischen Eingriff.
Fersensporn

Typisch ist ein stark stechender bis brennender Schmerz, vor allem bei Belastung. Besonders quälend ist der Fersensporn an der Unterseite des Fersenbeins, da er eine ständige Entzündung der Achillessehne auslösen kann. Als Hauptursache gilt eine dauerhafte Überlastung oder Fehlstellungen wie zum Beispiel ein Senkfuss.
• Wie Sie vorbeugen
Vermeiden Sie alles, was die Füsse überlastet. Lassen Sie Fehlstellungen durch eine Einlage korrigieren oder gehen Sie so oft wie nur möglich barfuss. Bauen Sie überflüssige Pfunde ab, um den Druck auf die Ferse zu verringern.
• Behandlung
Als hilfreich bei dauerhaften Beschwerden hat sich die Stosswellentherapie bewährt. Bei einer notwendigen Operation durchtrennt der Chirurg die Sehnenplatte der Fusssohle zur Zugentlastung und entfernt gegebenenfalls den Fersensporn. Bei akuten Beschwerden helfen Kühlungen mit Eis, entzündungshemmende Salben sowie wechselwarme Fussbäder, eine spezielle Locheinlage, Pflaster sowie weiche oder offene Schuhe.
Hallux valgus
Hierbei ist der zur Grosszehe führende Knochen stark nach aussen gedrückt, sodass die Sehnen zu den Zehen nicht mehr über das Gelenk, sondern weiter innen verlaufen und die Zehen so in eine schiefe Position bringen. Oft ist ein Hallux valgus Folge eines Spreizfusses und/oder einer Bindegewebsschwäche. Auch enge, hochhackige Schuhe begünstigen eine solche Fehlstellung.
• Wie Sie vorbeugen
Auch in diesem Fall ist bequemes, flaches Schuhwerk wichtig. Hochhackige Schuhe nur zu besonderen Gelegenheiten tragen. Zu Hause möglichst viel barfuss laufen. Zusätzlich hilfreich ist regelmässige Fussgymnastik, die die Zehen beweglich macht und die Haltemuskulatur des Fussgewölbes stärkt.
• Behandlung
In leichteren Fällen kann eine Umstellung auf flache Schuhe, das Tragen einer Ballenschiene oder orthodopädischer Einlagen helfen. Ist der Ballen stark ausgeprägt und schmerzhaft, ist unter Umständen eine Operation erforderlich.

Fotos: istockphoto.com

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