Artikel Gesundheit :: Natürlich Online Aromatherapie – Heilung durch Düfte! | Natürlich

Aromatherapie – Heilung durch Düfte!

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_03_2014 - 01.03.2014

Text:  Marion Kaden

Als Aromatherapie bezeichnet man die Anwendung ätherischer Öle als Medikament oder zur Steigerung des Wohlbefindens.

Für die vielfältigen, komplexen Sinneseindrücke ist das Geruchsorgan in unserer Nase zuständig. Seine zentralnervösen, direkten Verschaltungen mit dem Gehirn werden seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Die allgemeine Auffassung der Wissenschaftler ist gegenwärtig, dass Gerüche über das Riechzentrum zum limbischen System gelangen. Dieser Teil des Gehirns ist zuständig für die Gefühle. Derzeitiger Stand der Wissenschaft ist, dass Sympathie, Antipathie, sexuelles Verlangen, Schmerzwahrnehmungen und Erinnerungen über das limbische System beeinflusst werden.

Surftipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
FORUM ESSENZA
Lexikon der Aromatherapie

Das Riechen ist der am frühesten ausgeprägte Sinn: Babys erkennen ihre Eltern zuerst am Geruch. Auch im weiteren Leben spielt der Geruchssinn eine zentrale Rolle. Wie das Bauchgefühl kann bei wichtigen Entscheidungen auch die Nase massgeblich sein. Dazu muss man den richtigen Riecher haben. Der Geruchssinn entscheidet auch mit, ob wir «jemanden riechen können».

Eine wundervolle Möglichkeit der positiven, bewussten Selbstbeeinflussung bietet der Einsatz von ätherischen Ölen. Diese sinnlich flüchtigen Stoffe der Pflanzen sind wertvoll und kostbar. Sie sind verführerisch, aphrodisierend, stimmungsaufhellend. Im Sinne der Aromatherapie können ätherische Öle spezifi sche heilsame Wirkungen auf Körper, Seele und Geist haben.

Aromaexpertin Ingeborg Stadelmann ist seit Jahrzehnten tätig als freiberufliche Hebamme. Sie arbeitet mit den wertvollen Ingredienzien in allen Lebenslagen. In ihrem Buch «Bewährte Aromamischungen» gibt Stadelmann Einblicke in ihre Erfahrungen mit ätherischen Ölen. Stadelmann setzt sie ein bei Geburten, Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen. «Deutlich getrennt werden müssen in der Aromatherapie private und medizinische Anwendungsmöglichkeiten», hebt Stadelmann hervor.

Professionell arbeitende Aromatherapeuten verwenden ätherische Öle hauptsächlich zur medizinischen Behandlung von Krankheiten. Ätherische Öle gelangen über Haut oder Schleimhäute in den Blutkreislauf und können so beispielsweise das Immunsystem positiv beeinflussen oder Heilimpuls sein. In der Psychotherapie oder psychosomatischen Medizin werden Düfte eingesetzt, um Verbindung zu Gefühlen oder Erinnerungen herzustellen – via limbisches System.

Verantwortungsvoller Umgang
Bei ätherischen Ölen und ihrer Verwendung müssen die persönlichen Vorlieben und Erlebnisse berücksichtigt werden: Lavendel kann an die fantastischen Felder der Provence und einen schönen Urlaub erinnern – oder aber an eine ungeliebte Tante, die diese Duftnote verwendete. So können Düfte mannigfache psychische Reaktionen auslösen. Damit ist nicht zu spassen. Sie sollten deshalb unbedingt auf die Dosierungen achten! Wenige Tropfen reichen.
Erwachsene vertragen andere Dosierungen als Kinder. Bei Babys sollte die Aromatherapie nur von Fachpersonen angewendet werden. Und bitte: keine unbedachten, «wohlgemeinten» Überdosierungen. Eben weil ätherische Öle wirken, sind manche zum Beispiel für Epileptiker und Asthmatiker ungeeignet, auch können sie allergische Reaktionen auslösen.

Aromatherapie im Alltag

Baden: Statt künstliche, stark riechende Badesalze oder synthetische Zusätze können Sie zwei, drei Tropfen eines echten ätherischen Öls in die Wanne geben. Sie werden bemerken, dass sich Duftqualität und therapeutische Wirkung stark unterscheiden. Die Wassertemperatur sollte 35 bis 38 Grad betragen. Entsprechend des gewählten Öls entfalten die Bäder ihre Wirkung. Grundsätzlich empfiehlt sich danach eine Ruhepause.
Duftende und pflegende Hautöle: Diese lassen sich einfach selber herstellen. Grundlage bilden natürliche Öle. Die Palette ist breit gefächtert: Mandel-, Jojoba-, Aprikosenkernöl etwa oder Öle von Sonnenblumenkernen, Macadamian- oder Haselnüssen. Etwa zwei bis drei Teelöffel des Basisöls werden in eine kleine Glasschale gegeben. Drei bis fünf Tropfen eines beliebigen ätherischen Öls kommen dazu. Dann leicht mit dem (sauberen!) Finger verteilen und anschliessend gleichmässig die Haut damit einreiben.
Naturparfüms: Sie enthalten keine Konservierungsmittel, sind hautverträglich und werden vollständig verstoffwechselt. Als Grundlage eignet sich in Parfümrollstifte gefülltes Jojoba-Öl, wie es in Drogerien erhältlich ist. Hinzu kommen unterschiedliche ätherische Öle als «Kopfnote» (Angeruch), «Herznote» (charakterisieren das Parfüm; Düfte setzen sich nach vier Stunden frei) und «Basisnote» (Fixativ oder Basis, Düfte halten sechs Stunden und länger). Workshops bieten die Möglichkeit, viele ätherische Öle ausprobieren zu können, ohne sie selbst anschaffen zu müssen.
Ganzkörper-Waschungen: Waschlappen, Wasser und einige Tropfen ätherisches Öl sind eine Wohltat für bettlägerige Menschen. Das Öl der Angelikawurzel stärkt das Immunsystem, Rosmarin regt die Herz-Kreislauf-Funktionen an, Grapefruit und Bergamotte können bei Traurigkeit und Abgeschlagenheit helfen. Ätherische Öle sind eine Wohltat für Körper und Seele. Am besten lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.
Beduften von Räumen: Dazu benötigen Sie Duftlampen. Teelichter sorgen für die Erhitzung des Wassers in dem ätherisches Öl tropfenweise zugegeben wird. Das Wasser verdampft und mit ihm verflüchtigt sich das Öl.

Es gibt auch elektrische Zerstäuber, die automatisch abschalten, wenn das Wasser verdampft ist. Eine einfache, schnelle Möglichkeit bieten Raumsprays auf Basis einer Alkohol Wasserlösung mit natürlichen ätherischen Ölen. Der Duft kann entsprechend der Stimmung ausgewählt werden. Bücher geben Anfängern Hinweise wie Melisse (Melissa officinalis) schafft «Klarheit und Gelassenheit auch in schweren Zeiten», Schafgarbe (Achilla millefolium) verbindet «mit Himmel und Erde», Wacholderbeere (Juniperus communis) befreit «Körper und Seele vom Ballast», mit Rosengeranie (Pelargonium graveolens) sehen Sie «die rosigen Zeiten».

Buchtipps
• Ingeborg Stadelmann: «Bewährte Aromamischungen. Mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben», Stadelmann Verlag, 2001, Fr. 48.–.
• Susanne Fischer-Rizzi: «Himmlische Düfte. Das grosse Buch der Aromatherapie», AT Verlag, 2011, Fr. 53.–.
• Patrick Süsskind: «Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders», Diogenes Verlag, 1994, Fr. 18.–.

Fotos: thinkstock.com, fotolia.com

Tags (Stichworte):

Kategorie: Gesundheit

Zahnspangen: ja oder nein?

Etwa jedes zweite Kind in der Schweiz trägt eine Zahnspange. Doch die Korrektur...

Kategorie:

Kategorie: Gesundheit

Hören dank Gentherapie

US-Forschern ist es gelungen, Mäusen mit angeborener Schwerhörigkeit oder...