Artikel Gesundheit :: Natürlich Online Die Jodierung der Bevölkerung | Natürlich

Die Jodierung der Bevölkerung

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_02_2014 - 23.01.2014

Text:  Heinz Knieriemen

Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Das rechtfertigt aber nicht die Jodierung von Nahrungsmitteln.

Die Jod-Konzentration im Speisesalz in der Schweiz wurde per 1. Januar 2014 von 20 Mikrogramm auf 25 Mikrogramm pro Kilogramm erhöht. Dies aufgrund einer Empfehlung der Fluor- und Jodkommission, einer privaten Expertengruppe der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW). 1922 betrug der Jodgehalt im Kochsalz noch 3,75 Mikrogramm.

Surftipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
Selbsthilfeschweiz
Jod, das Gift aus dem Supermarkt
jodkrank
krank durch Jod
jodsensibel
Die Zwangsjodierung

Auf Anfrage schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG): «Der neuste Bericht der Expertenkommission zeigt auf, dass der Jodstatus der Bevölkerung in der Schweiz sich in den letzten Jahren verschlechtert hat. Basierend auf diesem Bericht hat das BAG die Rheinsalinen beauftragt, die Jodkonzentration im Speisesalz zu erhöhen.» Dies um Jodmangelkrankheiten wie Jodmangelstruma (Kropf) und Kretinismus (geistige Unterentwicklung) zu verhindern. Eine entsprechende Statistik gibt es aber «leider keine», wie das BAG auf Anfrage einräumt. Das Bundesamt für Statistik verfüge lediglich über einzelne Daten, «aber die sind aus den Jahren vor 1922». Seltsam, nicht?

Zwangsjodierung per Dekret

Auch in der Landwirtschaft und Fleischindustrie wird als Futterzusatz praktisch ausschliesslich jodiertes Viehsalz eingesetzt. Die Ausnahme bilden Demeterbetriebe, deren Produkte auch deshalb empfehlenswert sind. Konventionelle Schweizer Milch enthält bis zu 500 Mikrogramm Jod pro Liter. Jod gelangt via Futter in den Käse, das Fleisch, die Eier. Der Jodgehalt muss in diesen tierischen Produkten nicht deklariert werden. Auch in Brot, Tiefkühl-Lasagne, Büchsen-Ravioli, ja in fast allen Nahrungsmitteln steckt künstlich zugesetztes Jod. Die Behörden haben das durchgesetzt. Und weil Jod-Salz billiger ist als normales Salz, würzt damit fast jeder Nahrungsmittel-Produzent und Restaurant-Koch seine Speisen.

Doch immer mehr Menschen leiden unter der Zwangsjodierung. Jod verursacht bei ihnen Schilddrüsenprobleme, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Akne und zahlreiche weitere Beschwerden. Heute gibt es mehr Schilddrüsenerkrankungen denn je. Zufall?

Die Krux mit dem Kropf

Leidet der Mensch an Jodmangel, kann dies zur Kropfbildung führen. Der Kropf, auch Struma genannt, bezeichnet eine tastbare, sichtbare oder messbare Vergrösserung der Schilddrüse. Vor der Jodierung des Kochsalzes waren Kröpfe auch hierzulande weitverbreitet. Michael Zimmermann, Präsident der Fluor- und Jodkommission, redet von mindestens 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Heute sei die Kropfrate sehr tief. Zimmermann schreibt dies der «flächendeckenden Jodprophylaxe» zu.

Führende Wissenschaftler wie der Münchner Endokrinologe Hellmut Haubold betonen aber, dass ein Kropf niemals allein durch Jodmangel entsteht. Als Kropfauslöser gelten diverse Umweltschadstoffe wie manche Pflanzenschutzmittel, polychlorierte Biphenyle (PCB), Dioxine, Schwermetalle sowie die Nitratbelastung in Gemüse und Trinkwasser.

Stellungnahme der Behörden
«Von einer Zwangsjodierung kann in keinem Fall die Rede sein», sagt hingegen Eva van Beek, Mediensprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. «Konsumenten haben beim Einkaufen immer die Wahl zwischen jodiertem und nicht jodiertem Speisesalz.» Gemäss einer Untersuchung von 1989 verwenden 92 Prozent der Privathaushalte jodiertes Speisesalz. In der Industrie hingegen werde dieses immer seltener verwendet, so van Beek. Das liege daran, dass in den einzelnen EUMitgliedsstaaten für die Jodierung von Speisesalz unterschiedliche Jodverbindungen und Höchstmengen zugelassen seien. «Die unterschiedliche Gesetzgebung führt zu potenziellen Handelshemmnissen für jodierte Produkte. Deswegen verzichten heute Lebensmittelhersteller eher auf eine Jodierung.»
Andreas Krebs

Jod gehört in die Apotheke

So oder so: Eine Medikamentierung über Grundnahrungsmittel ist immer heikel. Ich werde sofort hellhörig, wenn mir jemand weismacht, mit flächendeckenden oder gar weltumspannenden Massnahmen müsse meiner Gesundheit oder der Gesundheit meiner Familie nachgeholfen werden. Handelt es sich bei Massenmedikamentierungen und Ausrottungsaktionen tatsächlich um Wohltaten an der Menschheit? Oder doch eher um knallhartes Business?

Auf keinen Fall aber darf ein so häufig verwendetes Nahrungsmittel wie Salz mit einer medikamentös wirksamen Substanz angereichert werden. Und auf gar keinen Fall darf es über die Nahrungskette (durch Jod im Viehfutter) zu einer diffusen Mehrfach-Medikamentierung kommen. Denn diese ist eine Gefahr für viele Menschen.

Seit über 20 Jahren setzt sich Heinz Knieriemen für «natürlich» kritisch mit den Methoden und den Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.

Wider dem Codex

Jod löst bei Überfunktionskranken, fachsprachlich Hyperthyreotiker (von griech. hyper = über und thyreos = Schild), eine Reihe von schwer zu behandelnden Krankheiten aus: Morbus Basedow, Morbus Hashimoto, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Impotenz, Weichteilrheuma, Reizdarm, Diabetes, Depression, Angst, Panikattacken, Hyperaktivität, Jodakne, Schlafstörungen und vor allem Übererregbarkeit der Schilddrüse.

Primum nil nocere – zuerst einmal nicht schaden, heisst einer der ältesten medizinischen Grundsätze. Gegen diesen wird mit der Jodierungspraxis in eklatanter Weise verstossen.

Buchtipps
• Dagmar Braunschweig-Pauli: «Die Jod-Lüge», Herbig, 2003, Fr. 29.90
• Dagmar Braunschweig-Pauli: «Kochen und Einkaufen ohne Jod-Zusätze», Verlag Braunschweig-Pauli, Fr. 30.–

Fotos: Vix Walker / flickr / cc, fotolia.com, zvg

Tags (Stichworte):

Kategorie: Gesundheit

Gut versorgt

Eine Hausapotheke kann gute und wichtige Dienste leisten – vorausgesetzt, sie...

Kategorie:

Kategorie: Gesundheit

Die Mitte stärken

In der westlichen Medizin gilt die Milz nicht als lebensnotwendig und findet...