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Aufwachen,es ist Frühling

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_03_2013 - 01.03.2013

Text:  Sabine Hurni

Erwacht der Frühling, ist es auch für uns Menschen Zeit, regsamer zu werden. Doch just zum Frühlingsanfang überfällt so manchen eine gähnende Müdigkeit. Ein typischer Fall von jahreszeitlichem Jetlag.

Wir leben in einer Gesellschaft, die danach strebt, immer glücklich und produktiv zu sein. Dabei geht rasch einmal vergessen, dass wir als Teil der Natur Rhythmen und Zyklen unterworfen sind, genauso wie die Tier- und die Pflanzenwelt. Viele Tiere machen einen Winterschlaf, andere legen sich einen Essenvorrat an und minimieren ihren Stoffwechsel. Die Bäume und andere mehrjährige Pflanzen begeben sich ebenfalls in die Winterruhe und sammeln Kräfte, um im Frühjahr neue Sprossen und Blüten hervorzubringen. Das Frühjahr ist für die Natur die Zeit der Brunft, der Partnersuche und der Reproduktion.

Unsere Vorfahren waren im Winter ebenfalls zur Ruhe gezwungen. Ihre Vorräte mussten sie einteilen und ihre Aktivitäten auf die wenigen hellen Stunden des Tages verlegen. Heute können wir rund um die Uhr und über das ganze Jahr hinweg produktiv, aktiv und effizient sein. Dies geschieht aber nicht selten auf Kosten unserer Kraft- und Energiereserven. Denn in den Wintermonaten ist das Schlafhormon Melatonin besonders aktiv. Gleichzeitig liefert uns ein bedeckter Himmel nur gerade 8000 Lux Beleuchtungsstärke, während ein wolkenfreier Sonnentag 100 000 Lux zur Verfügung stellt. Wer den ganzen Tag zu Hause oder im Büro sitzt, setzt den Körper bescheidenen 500 LUX aus. Mit diesen niederen Werten wird das Lichtenergietanken schwierig.

Körper wird umgestellt

Der Wechsel auf den Frühlingsmodus beginnt im März. Die Tage werden länger, das Licht etwas kräftiger und die Natur erwacht zum Leben. Doch statt voller Kraft und Saft zu sein, werden viele Mitteleuropäer erst einmal müde. Jeder vierte Schweizer gibt an, dass er unter Frühjahrsmüdigkeit leidet. Bei der Frühjahrsmüdigkeit handelt es sich allerdings nicht um eine Krankheit oder eine Befindlichkeitsstörung, sondern um eine Umstellungsphase des Körpers. Er muss sich erst an die neuen, frühlingshaften Gegebenheiten – also mehr Licht und wärmere Temperaturen – gewöhnen.

Was dabei genau geschieht, ist Gegenstand zahlreicher Theorien. Einen wichtigen Aspekt macht sicherlich der Wechsel vom Schlafhormon Melatonin zum vom Licht aktivierten Glückshormon Serotonin aus. Das im Winter vermindert gebildete Serotonin sorgt oft für die winterliche Stimmungsdepression. Ein weiterer Aspekt sind die Organe. Ähnlich wie bei einem Jetlag nach langen Flugreisen müssen sich die Organe an die neuen Licht- und Wärmeverhältnisse anpassen. Denn jede Zelle hat eine eigene innere Uhr; nur dass die Umstellung dieser Uhren nicht synchron verläuft. Es braucht eine Weile, bis sich alle Zellen angepasst haben. So kann das Herz schon im Frühjahrsmodus schlagen, während die Schilddrüse noch auf Winter geeicht ist. Bis alle Rädchen richtig eingestellt sind, benötigt der Körper etwa zwei Wochen. Diese Zeit kann neben Müdigkeit auch mit Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Schlafstörungen einhergehen.

So starten Sie gut in den Frühling
Die Therapie der Frühjahrsmüdigkeit ist relativ einfach. Damit wir uns vom Aufbruch der Natur so richtig anstecken lassen können, muss vor allen Dingen der Körper in Schwung kommen.
• Raus aus dem Haus: Täglich eine Stunde an der frischen Luft den Kreislauf richtig anregen. Zum Beispiel mit einem Spaziergang, Joggen oder Walken. Und zwar am besten bevor es abends dunkel wird. So wird der Körper nicht nur mit genügend Sauerstoff versorgt, sondern bekommt auch eine Extraportion Licht, die wiederum die Serotoninproduktion ankurbelt.
• Die Sonnenbrille zu Hause lassen: Das Licht dringt über die Netzhaut des Auges in den Körper ein. Wer beim ersten Sonnenstrahl die Sonnenbrille aufsetzt, schützt zwar die Haut vor der Alterung, entzieht dem Körper aber auch eine zusätzliche Portion Lichtenergie.
• Das Mittagsschläfchen einführen: Nicht jeder Mensch fühlt sich erfrischt nach einem Mittagsschläfchen. Doch manche schwören auf die erquickende Entspannung nach dem Essen. Probieren Sie aus, wie es bei Ihnen wirkt. Länger als 30 Minuten darf die Pause allerdings nicht dauern, sonst produziert der Körper wieder Melatonin, das Schlafhormon, und der Nachmittag wird harzig.
• Frischkost: Im Frühjahr verlangt der Körper mehr Mineralstoffe und Vitamine als in den anderen Jahreszeiten. Geben Sie ihm diese Extraportion Rohkost, das macht den Körper fit von innen.
• Kalte Wassergüsse: Ein kalter Wasserstrahl als Abschluss der morgendlichen, warmen Dusche wirkt belebend und regt die Durchblutung an. Beginnen Sie mit dem rechten Bein, zum Bauchnabel hoch und am linken Bein runter. Dann folgen der rechte und dann der linke Arm. Besonders Mutige stellen sich danach kurz ganz unter die kalte Dusche.
• Die Leber aktivieren: Wann immer ein Wandel in unserem Leben auftritt, sollten die Leber und die Galle kräftig angeregt werden. Zum Beispiel mit Löwenzahn, Brennnessel oder Bärlauch als Tee oder Frischpflanzensaft. Alles sind Frühlingspflanzen, die reichlich Bitterstoffe enthalten.
• Fasten: Der Brauch des Fastens im Frühjahr kommt nicht von ungefähr. Keine Jahreszeit ist so gut geeignet für Fastenkuren wie der Frühling. Alles, was den Stoffwechsel anregt, ist nun hilfreich, um den Wechsel vorzunehmen in die neue Jahreszeit; seien es nun entsprechende Teemischungen, Säfte, basenreiche Kost oder gar begleitetes Heilfasten.

Essbare Frühlingsboten im Wald

Viel Bewegung im Freien bei Tageslicht hilft dem Körper bei der Umstellung vom Winter auf den Frühling. Ebenso der Blick hoch zum Himmel, um über die Netzhaut der Augen Licht zu tanken. Wer im Wald spazieren geht, soll im März jedoch nicht unentwegt zum Himmel blinzeln. Ein Blick auf den Waldboden lässt uns einen Frühjahrsboten entdecken, der dem Körper ebenfalls einen Energieschub verpassen kann. Die grünen, herzförmigen, kleinen Blättchen des Scharbockskrautes (Ranunculus ficaria) spriessen als eine der ersten Grünpflänzchen aus dem Boden. In lichten Wäldern bildet das kleine Scharbockskraut manchmal ganze Teppiche auf dem Waldboden. Nach den glänzenden Blättern entwickeln sich die leuchtend gelben Blüten. Sie bringen den winterlichen Waldboden regelrecht zum Leuchten. Vor der Blüte können die frischen, würzigscharfen Blätter als Gewürz jeden Frühlingssalat bereichern. Diese Scharfstoffe aktivieren den Stoffwechsel, unterstützen so die Ausscheidungsorgane und vertreiben auch die Winterlethargie. Neben den Scharfstoffen enthalten die Blätter Mineralstoffe und viel Vitamin C. Aus diesem Grund wurde das Scharbockskraut früher gegen Skorbut, die Vitamin-C-Mangelkrankheit, eingesetzt. Dieser Indikation hat es auch seinen Namen zu verdanken, denn Scharbock ist der alte Name für Skorbut.

Fotos: fotolia.com

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