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Das zarte Wesen namens Gesundheit

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_02_2013 - 01.02.2013

Text:  Heinz Knieriemen

Die Schnittstelle zwischen physischer und psychischer ist ein vielschichtiger Bereich. Gut für unser Immunsystem und das Wohlbefinden ist das Zusammenspiel von Spannung und Entspannung.

Der Yogi auf dem Bild (unten rechts) mit den sechs Chakras trägt auf der Stirnseite ein drittes Auge als Symbol der Innenschau, das einen Spiegel des geistig-seelischen Geschehens darstellt. Diese uralte Symbolik hat durchaus Zusammenhänge mit der modernen Neurophysiologie und den hormonellen Steuerungsorganen Hypothalamus und Hypophyse.

Die Neurophysiologie ist die Wissenschaft, die sich mit den Zusammenhängen von Gefühlsimpulsen im Gehirn, mit Nervenfunktionen, Hormonspiegel Veränderungen und Immunreaktionen beschäftigt. In den letzten Jahrzehnten wurden zwar viele neue Erkenntnisse gewonnen. Doch gerade im wichtigen Bereich des neuroendokrinen Schaltkreises, wo sich Psyche mit der Physis verbindet, steckt vieles noch in den Kinderschuhen oder wird sich unserem
Wissensdrang wohl für immer entziehen. Psychosomatische Erkrankungen werden zwar oft diagnostiziert, doch sind Wege zur Gesundheit voller Hindernisse und erfordern vor allem anderen eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Körperliche Reaktionen

Könnten wir hinter der Stirn in die Tiefe des Kopfes blicken, so würden wir bald auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) stossen. Gleich dahinter liegt der Hypothalamus. Die von der Grosshirnrinde registrierten inneren und äusseren Eindrücke werden im limbischen System in Gefühle und Emotionen umgesetzt. Diese wiederum werden durch Impulse des Hypothalamus in biochemische, körperliche Reaktionen umgewandelt. Von aussen nehmen wir Signale wie Radio, Fernsehen, Werbung und Alltagsgeräusche wahr, zu den inneren Eindrücken gehören Erinnerungen, Fantasien, Imaginationen und Träume – auch Emotionen, Stimmungen und Gefühle, die ebenfalls körperliche Reaktionen auslösen können.

Der Hypothalamus ist eine wichtige Schaltzentrale unseres Körpers. Er ist ein Gehirnbereich im Zwischenhirn und befindet sich unterhalb (= «hypo») des Thalamus. Der Hypothalamus koordiniert als übergeordnetes Zentrum Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck. Er sorgt dafür, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt, regelt die Nahrungsaufnahme, beeinflusst unser Gefühls- und Sexualverhalten und bestimmt, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Ausserdem ist er ein wichtiges Steuerorgan innerhalb des Hormonsystems, denn er reguliert, wann welche Menge eines Hormons gebildet wird.

Der Hypothalamus steuert das vegetative oder autonome Nervensystem, das sich weitestgehend unserer bewussten Kontrolle entzieht. Dieses System ist zweigeteilt: Der Sympathikus ist für Erregung zuständig, für die Vorbereitung auf Kampf oder Flucht. Und der Parasympathikus sorgt dafür, dass wir uns wieder abregen und für die nötige Entspannung. Wenn sich also die Muskeln verkrampfen, das Drüsensystem aktiviert wird, durch die Ausschüttung von Adrenalin sich die Pupillen erweitern, das Herz auf Hochtouren pocht und uns kalter Schweiss auf der Stirn steht oder sich bei Tieren die Nackenhaare sträuben, ist der Sympathikus im Spiel. Ist die tatsächliche oder vermeintliche Gefahr vorüber, hilft uns der Parasympathikus, den mehr oder weniger entspannten Normalzustand zu erreichen. Gelegentliche Anspannung tut gut Die gelegentliche Anspannung, die hormonelle Aktivierung des vegetativen Nervensystems, ist ganz natürlich und sogar wichtig für unsere Gesundheit, die in vielen Bereichen auf Spannung und Entspannung angewiesen ist. Das hält unser Immunsystem fit und abwehrbereit.

Anhaltender Stress, aufgestaute Frustrationen, Drogenmissbrauch, Fehlernährung und andere negative Faktoren führen hingegen zu ununterbrochenen Reaktionen des Sympathikus. Finden wir keinen Weg, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, wird es früher oder später zu Erkrankungen kommen. Die Symptome reichen von Krampfadern, unterschiedlichsten Hormonstörungen, Schwindel, Verminderung der Sehstärke, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsproblemen bis zu Potenzschwierigkeiten und Frigidität.

Unsere Steuerungsorgane sind stets bemüht, die Hormonproduktion in einem fein ausbalancierten Gleichgewicht zu halten. Ungewöhnlich reich ist die Auswahl an Hormonen, die in den Eierstöcken hergestellt werden: mehrere Typen von Östrogenen, Gestagenen und Androgenen, Oxytocin und die Botenstoffe Inhibin und Relaxin, deren Bedeutung erst in Teilbereichen bekannt ist.

Das Hormon, das Frauen ihre weibliche Prägung gibt, ist das Östrogen. Das Wachstum der Brüste wird ebenso wie das allgemeine Wachstum von Östrogen beeinflusst. Es lagert in die Haut vermehrt Flüssigkeit ein, wodurch sie straff und jugendlich aussieht, und regt die Zellteilung der Schleimhäute von Mund, Haut, Nase, Vagina und Brustdrüsen an. Östrogene harmonisieren bei Frauen das Nervensystem und sorgen für eine gehobene Stimmungslage.

Die Ebenen des Heilens

Gefühle, Emotionen, Wohlbefinden und Gesundheit basieren also auf zwei Ebenen des Heilseins: der physischen und der geistigen. Das betrifft sowohl den zu Beginn angesprochenen Yogi sowie Menschen der modernen westlichen Welt. Auf der physischen Ebene sind Heilpflanzen der Weg zu Gesundheit. Aufgabe der Pflanze ist es, Licht in Leben zu verwandeln. Aufgabe des Menschen ist, Leben in Bewusstsein und Liebe zu verwandeln. Daher genossen Pflanzen in vielen archaischen Kulturen eine besondere Verehrung – nicht in einer abergläubischen Haltung, sondern als subtile Wahrnehmung der Kraft, die von ihnen ausgeht.

Das grundlegende Mittel des Heilens auf der geistigen Ebene stellen die Mantras dar. Mantras sind Ur-Silben, wie das bekannte Om, die die schöpferische kosmische Schwingung widerspiegeln. Beide Ebenen des Heilens wirken auf die Lebens- energie Prana. Mantra schliesst Meditation ein – eine Haltung der Offenheit und Achtsamkeit, die Raum schafft, in dem sich eine innere Wahrheit manifestieren kann.

Zur Person
Seit über 20 Jahren setzt sich Heinz Knieriemen für «natürlich» kritisch mit den Methoden und den Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.

Foto: zvg, AlicePopkorn / flickr / cc, Felipe Venâncio / flickr / cc

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