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Halsweh

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 11 - 2011 - 01.11.2011

Text:  Sabine Hurni

Es vergehen manchmal nur wenige Stunden, bis sich aus einem leichten Kratzen im Hals eine schmerzhafte Halsentzündung entwickelt. Rasche Hilfe kann Schlimmeres verhindern.

Lange Nächte, kurze Tage, Nebel und vielleicht die ersten Schneeflocken – rückt der Winter näher, rücken auch wir wieder gerne enger zusammen und schauen dem kalten Treiben lieber von drinnen zu. So gemütlich die warme Stube auch ist, so hat die Heizperiode auch ihre Tücken. Die Schwankungen zwischen den beheizten Räumen und der Aussenluft stören das natürliche Gleichgewicht der Nasen- und Rachenschleimhäute und trocknen sie aus. Verliert die Schleimhaut jedoch Feuchtigkeit, bietet sie nicht mehr genügend Schutz vor Eindringlingen: Viren werden nicht mehr von der Feuchtigkeit weggeschwemmt, sie bleiben an der trockenen Schleimhaut haften und können so problemlos in den Körper eindringen. Meist sind es Influenzaviren, die sich mittels Tröpfcheninfektion auf der Schleimhaut niederlassen, sich dort vermehren und alle Arten von Erkältungskrankheiten auslösen.

Vom Schluckweh bis zur Angina

Fast immer ist ein rauer, kratzender Hals das erste Anzeichen dafür, dass eine akute Entzündung der Rachenschleimhaut im Anzug ist. Diese vom Volksmund als Halsweh bezeichnete Krankheit ist die häufigste Halserkrankung und wird durch Viren verursacht. Ist der Hals hingegen über mehrere Wochen so gereizt, dass sich die betroffene Person oft räuspern muss und/oder sich ein zäher Schleim im Rachenraum ansammelt, handelt es sich vermutlich eher um eine chronische Rachenentzündung. Im Gegensatz zum akuten Halsweh wird diese Entzündung nicht durch einen Virus, sondern durch Staub, Nikotin, Alkohol, Chemikalien oder Abgase verursacht. Ist hingegen der Kehlkopf entzündet, so zeigt sich dies nicht in Form von Schmerzen, sondern vielmehr mit Heiserkeit bis zum vollkommenen Verlust der Stimme. Sowohl Viren als auch Umwelteinflüsse können dazu führen. Der schnellste Weg zur Besserung ist hier das absolute Schweigen. Auch Feuchtigkeit und ein striktes Rauchverbot helfen, die Stimme bald wieder zu finden. Die wohl heftigste Erkrankung im Rachenraum ist die sogenannte Angina tonsillaris, die Entzündung der Gaumenmandeln. Neben Schluckbeschwerden haben die Betroffenen Fieber, fühlen sich sehr krank und haben häufig auch Kopfschmerzen. Der Blick in den Rachen zeigt geschwollene, gerötete Gaumenmandeln, die manchmal auch weisse Punkte aufweisen. Diese sind ein Zeichen dafür, dass nicht nur Viren für die Infektion verantwortlich
sind, sondern auch Bakterien, sogenannte Streptokokken, eingedrungen sind. Diese Kugelbakterien sind Erreger von eitrigen Infektionen. Sie breiten sich flächig aus und können sich unbehandelt über die Blutbahn auf andere Körperorgane wie zum Beispiel die Nieren, das Herz oder die Gelenke ausbreiten. Deshalb gehört eine Angina mit weissen Flecken auf den Mandeln unbedingt zum Arzt. Mit Naturheilmitteln kann die Entzündung aber unterstützend behandelt werden.

Befeuchten und abschwellen

Bei sämtlichen anderen Halskrankheiten gibt es zahlreiche Präparate, die den Schmerz bekämpfen, den Hals desinfizieren, ihn befeuchten, abschwellend wirken oder einen Schutzfilm über die gereizte Schleimhaut legen. Aus dem Reich der Heilpflanzen kommen hier Isländisches Moos, die Eibischwurzel, die Schlüsselblume, Salbei, Ringelblume und Kamillenblüten zum Zug. Im Weiteren können auch Salztabletten besonders bei Heiserkeit und gereiztem Hals die Beschwerden lindern. Ob nun Lutschpastillen, ein Spray, eine Gurgellösung, Naturheilmittel oder Tee am besten helfen, hängt stark von der Situation des Betroffenen ab. Wer viel unterwegs ist, entscheidet sich vermutlich für ein praktisches Mittel in Form einer Lutschtablette. Durch das Lutschen wird der Speichelfluss angeregt, wodurch die Schleimhäute befeuchtet und gereinigt werden. Um eine möglichst lang anhaltende Wirkung zu erzielen, sollte die Tablette nicht gelutscht, sondern nur unter der Zunge oder in der Wangentasche «parkiert» werden. So zergeht die Pastille langsamer und entfaltet ihre Wirkung besser. Halswehtabletten sollen aber nicht ständig, sondern im Abstand von drei bis vier Stunden gelutscht werden. Andernfalls schwächen sie die gesunde Mundflora und reduzieren somit den Eigenschutz vor Keimen. Effektiver als eine Pastille ist ein Halsspray. Grund dafür ist die Erreichbarkeit der Gaumenmandeln. Während Pastillen und Gurgelmittel vor allem im Mundraum wirken, erreicht man mit einem Spray auch die hintersten Bereiche des Rachens.

Bewährt: Halswickel mit Quark

Neben den vielen Heilmitteln, die innerlich verabreicht werden, ist oft auch äusserliche Hilfe sehr effektvoll, wohltuend und weniger umständlich, als man meint. Ein besonders guter Entzündungshemmer unter den Hausmitteln ist Quark. Kommt Quark mit der Haut in Berührung, leitet er einen Milchsäureprozess ein und wirkt so anziehend auf Entzündungsstoffe. Er regt die Durchblutung an und wirkt dank seiner feuchten Kälte abschwellend und schmerzlindernd. Quarkwickel helfen sowohl bei Halsschmerzen wie auch bei Heiserkeit, Gelenkentzündungen, akuten Sehnenscheidenentzündungen sowie bei Brustdrüsenentzündungen stillender Mütter.

Wer Halsschmerzen hat oder heiser ist, kann vor dem Auflegen des Wickels ein heisses Bad nehmen. Danach ist der warme Körper besonders empfänglich für einen kalten Wickel. Und so geht es: Streichen Sie eine Schicht Magerquark von ungefähr einem halben Zentimeter auf ein Küchenpapier oder ein Küchentuch. Die bestrichene Fläche sollte etwa so lang und breit sein, dass der Wickel den Hals von Ohr zu Ohr bedecken kann. Dann schlägt man alle vier Seiten darüber. Anschliessend wird der Wickel so um den Hals gelegt, dass sich zwischen Haut und Quark nur eine Schicht Stoff befindet. Mit einem weiteren Tuch bindet man den Wickel am Hals fest und legt sich für ungefähr 20 Minuten hin. Diese Zeit ist variabel. Der Wickel kann so lange einwirken, bis er sich nicht mehr kalt anfühlt und eingetrocknet ist. Ebenfalls geeignet bei Halsschmerzen sind Wickel mit Lehmpaste, zerquetschten Kartoffeln, Zitronenscheiben, gedämpften Zwiebeln oder Leinsamenbrei. Jede einzelne Zutat lässt sich so anwenden wie der Quarkwickel.

Foto: Warhol/Kobal Collection, fotolia.com

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