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Vitamin C – mehr als Erkältungsschutz

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_02_2015 - 01.02.2015

Text:  Sabine Hurni

Vitamin C ist das Wintervitamin schlechthin und überdies ein Fettverbrenner und Allergiehemmer.

Reich an Vitamin C! So bewerben Hersteller von Orangensäften ihre Produkte. Mit Erfolg. Besonders im Winter greifen die Konsumenten gerne zu diesem praktischen Vitaminspender. Weil der Mensch – im Gegensatz zu vielen Säugetierarten – Vitamin C nicht selber bilden kann, ist er auf eine Vitamin-C-Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Das wichtige Vitamin stimuliert die Produktion von weissen Blutkörperchen. Diese braucht der Körper, um sich vor Bakterien zu schützen. Vitamin C ist zudem Radikalfänger. Indem sich das Vitamin mit freien, aggressiven Radikalen verbindet, können Körpersubstanzen und Zellen erfolgreich geschützt werden.

Ein Mangel an Vitamin C reduziert die Energieproduktion aus Fetten und führt besonders beim Sport zu Muskelschwäche und Energiemangel. Ist die Vitamin-C-Versorgung gut, wird das Blutfett Cholesterin besser abgebaut, Gefässwände bleiben elastisch, sind geschützt vor Ablagerungen, und die Leber kann ihre Entgiftungsfunktion besser wahrnehmen.

Auch für die Eisenversorgung ist Vitamin C wichtig. Das Spurenelement Eisen kann über die Ernährung nur aufgenommen werden, wenn genügend Vitamin C vorhanden ist. Dazu kommt, dass durch einen Mangel an Vitamin C die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin erhöht ist, das Bindegewebe schwächer wird und der Histaminspiegel im Blut steigt. Das wiederum verschlimmert Allergien, Asthma oder Magenprobleme.

Wer sich ausgewogen ernährt, kann seinen Vitamin-C-Bedarf durchaus mit der täglichen Ernährung abdecken. Mit Wintergemüse wie Rosenkohl, Grün- oder Rotkohl und Wirz ist das Soll von 100 Milligramm pro Tag recht schnell erreicht. Vorausgesetzt man hat die Möglichkeit, wirklich frische Produkte zu bekommen und kann diese schonend zubereiten. Denn ein grosser Teil vom Vitamin C im Gemüse, baut sich während der Lagerung ab. Ein Kohl, der bereits seit drei Tagen im Warenhaus und danach noch ein paar Tage im privaten Kühlschrank liegt, enthält nicht mehr viel Vitamin C. Auch im Gemüse, das in der Kantine stundenlang warm gehalten oder zu Hause in zu viel Kochwasser gegart wurde, sind nicht mehr viele Vitamine vorhanden. Leute, welche die Möglichkeit haben, auf dem Wochenmarkt einzukaufen und oft selber kochen, können den Vitamin-C-Bedarf meistens durch die Ernährung abdecken.

Tipps zur Stärkung des Immunsystems:
• Ab nach draussen: Täglich ein kurzer Spaziergang von 30 Minuten an der frischen Luft stärkt das Immunsystem. Selbst wenn die Sonne nicht scheint und es draussen stürmt oder neblig ist, kann der Körper auftanken und Vitamin D bilden.
• Gesunde Kost: Wintergemüse wie Rosenkohl, Federkohl und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Auch reife, das heisst süsse Kiwis und Khakis, sind ideal für die kalten Wintertage.
• Warme Mahlzeiten: Warmes Essen versorgt den Körper mit sehr viel Energie. Ein Salat, ein Sandwich oder ein Joghurt hingegen nähren an kalten Tagen den Körper viel zu wenig. Ideal wäre ein getoastetes Brot oder ein Porridge am Morgen, ein warmes Mittagessen und ein Eintopf oder eine Suppe zum Znacht. Solche Mahlzeiten stärken und wärmen den Körper im Winter optimal.
• Vitamin-C-Räuber meiden: Stress, Rauchen, Zucker, Alkohol verbrauchen im Körper reichlich Vitamine. Abwehrsystem mobilisieren: Wenn die natürlichen Barrieren funktionieren, können weniger Keime in den Körper eindringen. Das heisst: Schleimhäute in Nase und Mund immer feucht halten. Auch ein gesunder Darm ist wichtig für ein starkes Immunsystem.
• Viel schlafen: Der Winter ist ideal für ruhige Stunden und kuschelige Orte. Der Energielevel ist im Winter nicht so hoch wie im Sommer. Man darf also ohne schlechtes Gewissen ein bisschen faul sein.
• Sonne tanken: Die dicke Nebeldecke über den Köpfen der Unterländer kann ordentlich aufs Gemüt schlagen. Da gibts nur eins: In den Zug sitzen und in die Höhe fahren!

Erhöhter Bedarf

Schwieriger wird es, wenn der Vitaminbedarf infolge Schwangerschaft, Stillzeit, Alter, Krankheit, Stress, Rauchen, Medikamenteneinnahme (Pille oder Schmerzmittel) um fast das Doppelte steigt. In diesen Fällen sind Nahrungsergänzungen empfehlenswert, welche die gesunde Ernährung mit Vitamin C bereichern. Es ist die einzige Möglichkeit, auf die therapeutisch
angezeigten 1000 Milligramm Vitamin C pro Tag zu kommen. Und diese Menge ist oft vorübergehend nötig, wenn der Körper bereits stark geschwächt oder gestresst ist.

Viele Leute überbrücken das Fehlen von heimischen Früchten im Winter mit Zitrusfrüchten wie Orangen, Mandarinen und Grapefruits. Für Menschen, die schnell frieren, an Rheuma leiden oder erkältet sind, sind die Zitrusfrüchte allerdings nicht ideal. Gemäss der Ernährungsphilosophie der östlichen Lehren wie beispielsweise der traditionellen, chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda wirken Zitrusfrüchte kühlend auf den Körper. Schliesslich sind es exotische Südfrüchte aus warmen Ländern. Der kühlende Effekt kommt aufgrund der darin enthaltenen Säure zustande.

Mit Sanddorn durch den Winter

Im Winter soll der Körper jedoch nicht gekühlt, sondern gewärmt werden. Erst recht, wenn sich eine Erkältung ankündigt. Besser ist es, wenn der Vitamin-C-Bedarf mit heimischen Gewächsen gedeckt wird. Zum Beispiel mit Rosenkohl, Acerola-Kirschen, Hagebutten oder Sanddorn. Letztere drei sind zwar auch sauer, aber wesentlich vitaminreicher als Orangen. Dazu kommt, dass diese Lebensmittel auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die dem Körper helfen, das Vitamin C aufzunehmen. Im Gegensatz dazu ist die rein synthetische Ascorbinsäure, das eigentliche Vitamin C, vom Körper nur schwer zu verwerten.

Obwohl viele Leute Sanddorn (Hippophae rhamnoides) durchaus als Vitaminspender kennen, wird er oft unterschätzt. Dabei enthält er neben grossen Mengen an Vitamin C auch Vitamin E und einige B-Vitamine. Zudem organische Säuren, Carotinoide, Flavonoide und fette Öle. Das aus den Früchten gewonnene Öl wird in Russland äusserlich zur Wundheilung eingesetzt und im Ayurveda dient es zur Behandlung von Lungenfunktionsstörungen. Diese Wirksamkeit ist allerdings nicht belegt. Hierzulande wird der an Vitamin C reiche Fruchtsaft oder das Sanddornmark als wertvolle Vitaminquelle eingesetzt: aufs Brot, in den Smoothie, ins Müesli, den Tee oder verdünnt mit Wasser.

Erhältlich sind Sanddornerzeugnisse im Fachhandel. Wer einen Sanddornstrauch im Garten hat, kann die vollreifen Beeren aber auch selber ernten und verarbeiten. Das ist jedoch ein nicht ganz einfaches Unterfangen, weil die Beeren sehr nah an den mit Dornen versehenen Ästen sitzen. Um sich nicht zu verletzen, sollte man Gartenhandschuhe tragen. Sie verhindern auch Verfärbungen an den Händen. Dann packt man einen Zweig und streift die Früchte direkt in einen Eimer. Dabei zerquetscht man allerdings die Beeren und im Eimer landen nebst dem Fruchtmus viele Blätter. Die Blätter müssen in einem zweiten Schritt aus den Früchten herausgefischt werden. Sauberer aber mühsamer ist die Einzelpflückung. Hier wird Beere um Beere sorgfältig vom Ast gepflückt. Eine Geduldsache.

Überbleibsel aus der Eiszeit

Der gemeine Sanddorn ist in Ost- und Westasien wie auch in Mittel- und Nordwesteuropa heimisch. Offenbar hat er sich Vorsicht Stacheln: Sanddornbeeren sind aufwendig in der Ernte. in der Eiszeit von Nepal her in diese Gegenden verlagert. Der Strauch liebt nährstoffreiche Sand- und Kiesböden und wächst an sonnige Lagen vom Flachland bis auf 5000 Meter über Meer in Asien. Hierzulande bereichert der Strauch neben Weissdorn, Holunder oder Weiden jeden Naturgarten. Im Sommer ist er grün und erreicht Wuchshöhen von bis zu sechs Metern. Je nach Sorte sind die orangeroten, ovalen Sanddornbeeren zwischen September und Anfang Dezember reif. Das Fruchtfleisch weist eine dünnbreiige Konsistenz auf und duftet aufgrund der ätherischen Öle stark. Die Fruchthaut ist leicht getüpfelt und die steinartigen Samen sind länglich-rund und besitzen einen weissen Kern.

Sanddorn ist zweihäusig. Das bedeutet, dass es weibliche und männliche Pflanzen gibt. Doch nur die weiblichen Pflanzen tragen Früchte. Sie müssen deshalb zunächst mit den Pollen einer männlichen Pflanze bestäubt werden. Damit dies auf natürliche Weise geschieht, braucht es beide Sträucher, die weibliche und die männliche Pflanze. Ansonsten ist der Sanddorn aber eine pflegeleichte Pflanze. Er braucht nicht übermässig Wasser und kommt auch ohne Dünger zurecht. Der winterharte Sanddorn ist zudem ausgesprochen resistent und wird nicht von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Er weiss sich zu schützen. Schliesslich kann er das, was er uns Menschen schenkt, auch für sich selber nutzen.

Foto: fotolia.com, istockphoto.com

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