Sabine Hurni über … selbst auferlegte Gehirnwäsche

Denken Sie morgens: «Danke für diesen neuen Tag! Ich freue mich auf all die guten Dinge, die ich heute erleben darf und nehme Herausforderungen, die sich mir stellen, dankbar an.» Oder ist es eher das Gegenteil, dass sich Ihr erster Gedanke um ein Problem dreht, das Ihnen Stress bereitet und um den täglichen Kampf, der Sie erwartet? Wir Menschen haben die Tendenz, eher in der zweiten Variante zu denken und geben Stresssituationen, Problemen, Leid und Angst sehr viel Platz. Leider zielen auch die Politik, die Werbung, die Nachrichten und oft sogar die Gesprächsthemen mit anderen Menschen genau in diese Kerbe. Dramen, Probleme, Negatives und Katastrophen bekommen mehr Gewicht als Dinge, die gut laufen, uns erfreuen und ermutigen. Der Fokus liegt auf dem, was nicht gut ist oder was es zu verhindern gilt. Doch Sie wissen selbst, dass das Bekämpfen von etwas uns bereits in die Verbindung zu dem bringt, was wir eben NICHT haben wollen.
«Angst hält uns klein, Stress verhindert gute Lösungen und der ständige Kampf raubt uns Kraft.»
Sich in den Zustand des Gesundseins hineinzuschwingen hat nichts damit zu tun, die rosa Brille aufzusetzen, das Dunkle auszublenden und das Schöne zu glorifizieren. Nein, es geht viel tiefer. Wir können uns nur mit der Gesundheit verbinden, wenn wir aufhören, gegen oder für etwas zu kämpfen. Wenn wir akzeptieren, dass etwas nicht im Lot ist und beginnen, die Botschaft dieses Ungleichgewichtes ernst zu nehmen, ohne gleichzeitig in die Angst, ins Kämpfen und in den Stress abzudriften. Das ist nicht einfach und erfordert viel Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Denken und Sprechen. Es macht einen Unterschied, ob ich den Fokus aufs «gesund werden wollen» richte oder ob ich mir sage «ich habe einen gesunden und widerstandsfähigen Körper, der diese Herausforderung meistert». Wenn ich gesund werden will, liegt meine Konzentration bei der Krankheit, die ich loswerden oder vermeiden möchte. Beim zweiten Gedanken traue ich meinem Körper zu, dass er sich zu helfen weiss und bleibe in Verbindung mit dem gesunden Zustand.
Leider ist unser gesamtes Gesundheitswesen darauf ausgerichtet, Krankheiten zu behandeln, deren Ursachen zu finden oder Krankheiten präventiv anzugehen. Wer jedoch ein chronisches Thema mit seinem Körper hat, sollte sich fragen, ob es der richtige Weg ist, die Verantwortung ausschliesslich ins Aussen zu verlegen – an die medizinische Fachperson, die Medikamente, die Massagen und die Physiotherapie. Oft fokussiert sich ein ganzes Arsenal von Fachpersonen unterschiedlicher Richtungen auf das, was im Körper nicht richtig funktioniert. Und schon sind wir wieder am Kämpfen GEGEN etwas. Was die betroffene Person selbst tun kann, ist, dass sie sich mit ihrer ganzen Herz- und Denkkraft überlegt, was sie aus dieser Herausforderung lernen soll, wie sie vom Gesundheitsweg abgekommen ist und wie sie vermeiden kann, in Angst, Stress und Kampf abzudriften.
Denn wenn wir uns in der Energie von Angst und Sorge befinden, schwingen wir sehr niedrig und schwächen damit die Selbstheilungskräfte. Wollen wir sie im Krankheitsfall hochhalten, müssen wir uns regelrecht einer selbst auferlegten Gehirnwäsche unterziehen. Angst hält uns klein, Stress verhindert, dass wir gute Lösungen finden, und der ständige Kampf raubt uns Kraft. Ich möchte Sie ermuntern, Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den gesunden Ursprung zu richten, auf die Dankbarkeit und die Verbundenheit zu allem, was diesen Zustand stärkt. In der spirituellen Sprache würde es heissen, dass wir unsere Schwingung oder unsere Frequenz erhöhen, indem wir täglich, mantraartig die Natur verehren, uns in Dankbarkeit üben, uns an kleinen Dingen erfreuen, ein Gefühl der Verbundenheit entwickeln, positive Worte sprechen, um mit uns und anderen in Harmonie zu sein und unser Bewusstsein gegenüber den eigenen Gedanken schärfen.
Wenn Sie das nächste Mal mit einer Freundin abmachen und diese nur von ihren Krankheiten erzählt – fragen Sie mutig, ob es auch andere Themen gibt, über die sie zusammen sprechen könnten. Das braucht ein bisschen Überwindung, aber Sie tun sich selbst und auch der anderen Person einen Gefallen, denn Sie ziehen den Menschen, den Sie mögen, in eine andere Schwingung, die Ihnen beiden besser tut. Verteidigen Sie Ihr inneres Versprechen, Harmonie, Freude und Frieden in Ihr Leben zu rufen, statt in Angst, Sorge und Stress zu verweilen. Wir müssen mit jeder Faser des Körpers, des Herzens, der Seele und des Lichtkörpers in Frieden und Harmonie sein wollen. Die selbst auferlegte Gehirnwäsche besteht darin, sich jeden Morgen daran zu erinnern, dass wir uns dankbar bester Gesundheit erfreuen und in harmonischer Verbindung mit uns und der Welt leben. Kommt hier bereits Ihr erstes JA, ABER? Stellen Sie es zur Seite. So ist das mit der Gehirnwäsche – wir müssen es uns immer und immer wieder sagen.
Sabine Hurni
Sabine Hurni ist Fachfrau für Ernährung, Naturheilkunde und Spiritualität. In der Kolumne «Sabine Hurni über…» befasst sie sich mit Ernährung als Medizin und Gesundheit auf allen Ebenen. In ihrer Praxis begleitet und berät sie Menschen ganzheitlich. www.sabinehurni.ch
