Saftfasten: Im Einklang mit Körper und Natur
Die Tierwelt macht es vor: im Winter verfallen viele Tiere in einen Winterschlaf und ernähren sich nur von den körpereigenen Reserven. Die Natur hilft ihnen dabei nicht nur durch diese Fastenzeit, sondern kann uns Menschen ebenfalls mit den vielfältigen Nährstoffen in Frucht- und Gemüsesäften unterstützen. Wie auch Sie die Kraft des Saftfastens für sich erschliessen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Sophie Souvignier

Unter Saftfasten versteht man eine besondere Fastenart, bei der die Nahrungsaufnahme, die beim Fasten vollständig auf flüssig umgestellt wird, ausschliesslich durch Säfte, Wasser und Tees erfüllt wird. Der Vorteil gegenüber Fastenkuren mit Brühen und Tees ist, dass der Körper mehr Micro-Nährstoffe aus den überwiegend gemüsehaltigen Frischsäften ziehen kann, erklärt Peter Dreverhoff, Fastenspezialist und Leiter der Keimling Akademie. Saftfasten ist daher besonders für diejenigen geeignet, die während des Fastens nicht vollständig auf die Nährstoff-Aufnahme verzichten möchten. Ida Hofstetter, zertifizierte Fastenleiterin UGB & Gründerin von Fasten-Wandern-Wellness, betont zudem, dass Saftfasten nur für Menschen ohne Abneigung gegenüber Säften geeignet ist, da einem das Wenige, das man zu sich nimmt, auch schmecken sollte. Für Fastende, die leicht frösteln, empfiehlt sie zudem eine warme Brühe anstelle eines Saftes zu sich zu nehmen. Damit das Saftfasten gelingt, sollte man auf die Frische der Säfte achten, sodass sie möglichst viele gesunde Nährstoffe enthalten, auch wenn bei frischgepressten Säften die Reinigung der Geräte und Zutaten mitunter zeitaufwändig ist. Ida Hofstetter mahnt hier jedoch: gekaufte Säfte sind zwar eine praktische Zeitersparnis im Einkauf, sollten jedoch ebenfalls mit einem Kaffeelöffel genossen und nicht aus der Flasche getrunken werden, denn «so hat man den Genuss viel länger und fühlt sich danach oft richtig zufrieden und satt».

Fastendauern variieren je nach Erfahrungsgrad, Körpertyp und Wohlbefinden während des Fastens und können von meist fünf bis sieben Tagen sogar bis zu maximal vier Wochen andauern, was nur sehr erfahrene Fastende einhalten können. Wichtig für das Erreichen der gewünschten Fastendauer ist, dass für das Fasten ein guter persönlicher Grund vorliegt, um durchhalten zu können. Als Gründe nennt Ida Hofstetter ein Interesse, was das Fasten mit dem eigenen Körper und Geist macht, Gesundheitsprävention und Gewichtsabnahme sowie das Erlangen eines klaren Kopfes, neuer Lebensfreude und eines Energieschubs.

Säfte für jeden Geschmack
Die Zusammensetzung der eigenen Fastensäfte kann ganz nach Geschmack vorgenommen werden. Insgesamt gilt, dass keine Konzentrate, Nektare oder Fruchtsaftgetränke mit zugesetztem Zucker konsumiert werden sollten, sondern nur reine, idealerweise frischgepresste Säfte. Beide Fachpersonen betonen jedoch, dass Obstsäfte nur in kleinen Mengen oder verdünnt eingenommen werden sollen, damit der Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schnellt und kein (Heiss-)Hunger aufkommt. Peter Dreverhoff empfiehlt hier wasserreiches Obst wie Äpfel und Zitrusfrüchte und betont: «Beim Gemüse ist alles erlaubt, was sich auspressen lässt und roh gegessen werden kann.» Damit sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt und es kann nach Herzenslust kombiniert werden. Ida Hofstetters Geheimtipp ist die Kombination von Apfel, Rande und Ingwer sowie das Hinzufügen von (Wild-)Kräutern. Typische Säfte sind Rüebli-, Randen-, Tomaten- und Sauerkrautsaft, es sollte jedoch auf die persönliche Bekömmlichkeit geachtet und kein Gemüse zu sich genommen werden, das auch sonst nicht gut vertragen wird.

So gelingt das Fasten
Die Fastenzeit sollte für ein gutes Gelingen schonend vorund nachbereitet werden und der Körper sollte durch unterstützende Begleitmassnahmen, leichte Bewegung und Entspannung während des Fastens entlastet werden. Peter Dreverhoff betont: «Der Fasteneinstieg und die Aufbautage nach dem Fasten sind elementar wichtig. Mindestens zwei Tage vorher sollte die Nahrung reduziert und auf Genussmittel verzichtet werden. Nach dem Fasten dasselbe. Wichtig ist, sich intensives Kauen anzugewöhnen, damit der Köper mit der festen Nahrung nicht überfordert ist. Das Motto dazu lautet: Kaue so lange, bis die Nahrung getrunken werden kann.» Ida Hofstetter empfiehlt, die Tage vor dem Fasten bereits Ruhe in den Alltag einkehren zu lassen, um Körper und Geist auf die kommende Zeit vorzubereiten. Ausserdem sollte möglichst leicht und bevorzugt Gemüse und Obst gegessen und der Kaffeekonsum bereits 5 Tage zuvor gestoppt werden, damit allfällige Beschwerden des Entzugs nicht in die Fastenwoche fallen. Neben einem langsamen Gewöhnen des Körpers an feste Nahrung sollte die Leistung von Körper und Geist laut Ida Hofstetter auch liebevoll gewürdigt werden, zum Beispiel mit einem feierlichen Fastenende mit Blumen und Kerzen zur Feier des Ereignisses. Sie ermutigt alle Feinschmecker* innen zum Fasten, denn: «Nie schmeckt das Essen besser als nach dem Fasten!»
Unterstützung während des Fastens
Typische Unterstützungsmöglichkeiten während der Fastenzeit sind Leberwickel, basische Anwendungen, Massnahmen zur Darmreinigung mit Bittersalz, Einläufe oder fermentierte Pflaumen, moderate Bewegung an der frischen Luft, das zusätzliche Trinken von mindestens 2,5 Litern Kräutertee oder Wasser und ganz wichtig: Zeit zur Entspannung, damit der Körper Ruhe für die reinigende Wirkung des Fastens hat. Um möglichst viele der guten Nährstoffe aus den Zutaten zu bekommen, empfiehlt Peter Dreverhoff Saftpressen, die bei Keimling Naturkost GmbH erhältlich sind und mehr Inhaltsstoffe und Saftmenge produzieren als Zentrifugen. Ausserdem empfehlen sich Fastenretreats, in denen unter Anleitung von erfahrenen Fastenleiter*innen wie Ida Hofstetter und Peter Dreverhoff gemeinsam in einer Gruppe gefastet wird. Dies ist besonders für Anfänger*innen geeignet, da der organisatorische Aufwand der eigenen Saftproduktion wegfällt und man sich eine Auszeit vom Alltag nimmt.
Mehr Informationen zu den Fastenseminaren mit Wanderungen von Ida Hofstetter und ihrem Team finden Sie hier: www.fasten-wandern-wellness.ch. Dort finden Sie auch eine fundierte Fastenanleitung zum freien Download.
Mehr Informationen zum Angebot von Keimling Naturkost GmbH und zur Keimling Akademie mit Peter Dreverhoff finden Sie hier: www.keimling.ch
