Natürlich gepflegte Haut

Es herbstelt draussen, und die frisch aus dem Keller geholte Winterjacke schützt vor dem Frösteln, das nun morgens auf dem Weg zum Büro zum Alltag gehört, ein Schal vor dem steifen Nacken. Doch was schützt unsere auf Kälte empfindlichsten Stellen, Nase, Mund und Hände?

Julia Zimmermann


Der Herbst bringt frischen Wind, bunte Blätter und gemütliche Abende vor dem Kamin, doch bei vielen leider oft auch trockene Haut mit sich. Die Folge sind oft schmerzhafte Finger- und Lippenrisse, die im Alltag störend auffallen. Mit natürlicher Körperpflege kann man dem lästigen Phänomen, das mit den kälteren Tagen Einzug hält, jedoch schnell Einhalt gebieten.

Durstige Haut

Obwohl die heissen Sommertage vorbei sind und der Durst vielleicht nicht mehr so gross, ist es essenziell für unseren Körper, dennoch genug zu trinken. Eine mangelnde Versorgung unseres Körpers mit Wasser hat nämlich auch erhebliche Auswirkungen auf die Hautgesundheit. Sie ist der häufigste Auslöser für trockene Haut in den Herbst- und Wintermonaten. Trockene Haut, in der Fachsprache Xerodermie genannt, bezeichnet Hautstellen, die nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sind und dadurch an Elastizität verlieren. Kalte, trockene Luft, wie sie in den kälteren Monaten üblich ist, trocknet die Haut zusätzlich aus. Durch die fehlende Feuchtigkeit wird die Haut spröde und rissig, weist Rötungen auf, kann spannen und im schlimmsten Fall schuppen und jucken.

Besonders häufig tritt trockene Haut im Gesicht und an den Händen auf. Stellen, die meist ungeschützt der Witterung ausgesetzt sind, da diese Hautregionen in der Regel nicht von Kleidung bedeckt sind und oft zu wenig Pflege erhalten, obwohl die Haut gerade an diesen Stellen dünner und damit anfälliger ist.

Gestörte Schutzbarriere

Unsere oberste Hautschicht wird durch eine Art «Türsteher» bewacht. Er sorgt dafür, dass unserem System Ungewolltes, wie Dreck oder Bakterien, fernbleibt und unsere Haut schön weich bleibt. Diese Schutzbarriere ist der sogenannte Hydrolipidfilm, eine Art natürliche Fettschicht, mit der die oberste Hautschicht überzogen ist. Diese Schicht besteht aus einem Gemisch von Lipiden (Fetten), Talg, Hornzellen und Schweiss, was zusammengesetzt eine Art Schutzschild bildet. Der optimale pH-Wert der Haut liegt im sauren Bereich. Ohne diese essenziellen Hautfette kann der Säureschutzmantel der Haut nicht konstant aufrechterhalten werden. In der kalten Jahreszeit produzieren unsere Talgdrüsen weniger Talg, sodass der Säureschutzmantel dünner und porös wird. Trockene Heizungsluft sowie häufiges Händewaschen greifen unseren Schutzfilm zusätzlich an und führen zu einer Austrocknung der Haut. Bei Kälte ziehen sich zudem die Blutgefässe in der oberen Hautschicht zusammen, um Wärmeverlust zu verhindern. Dies führt zu einer schlechteren Versorgung mit Nährstoffen und somit zusätzlich zu einer verlangsamten Hauterneuerung.

Die richtige Pflege

Um einem Abbau dieses Schutzmantels unserer Haut im Winter vorzubeugen, gibt es verschiedene Tricks und Möglichkeiten. Der Austrocknung durch trockene Heizungsluft kann beispielsweise durch einen Raumluftbefeuchter entgegengewirkt werden. Im Alltag sollte auf zu häufiges Händewaschen und Duschen verzichtet werden. Bei Duschcremes und Seifen kann man darauf achten, ein rückfettendes und hautschonendes Produkt zu verwenden, da diese die Haut weniger austrocknen. Ist die Haut bereits geschädigt, sollte man beim Abtrocknen die Haut nur vorsichtig trocken tupfen und nicht kraftvoll trocken rubbeln, um eine zusätzliche Reizung zu vermeiden.

Herbstzeit bedeutet auch Grippezeit, Händedesinfektion geht damit einher. Genau wie nach dem Händewaschen ist auch nach dem Kontakt mit und dem Einwirken von Desinfektionsmittel das Auftragen einer Handcreme sinnvoll. Im Alltag empfehlen sich schnell einziehende Salben, während der Nacht kann man jedoch auch gut auf eine etwas stärker fettende Variante zurückgreifen und diese dick auftragen, damit sich die Haut im Schlaf optimal regenerieren kann. Bei bereits angeschlagener Haut kann man auch noch Baumwollhandschuhe darüberziehen, damit die Salbe maximal einziehen kann und nicht im Laken verteilt wird.

Zur Gesichtsreinigung und zum Entfernen von Make-up empfiehlt sich im Winter ein hydrophiles, also wasseranziehendes, Reinigungsöl, da es schonend reinigt und den Hautschutzschild nicht weiter angreift, danach sollte ebenfalls eine Creme mit ausreichend Feuchtigkeit aufgetragen werden. Wichtig ist auch, die Nagel- und Lippenpflege dabei nicht ausser Acht zu lassen, denn auch unsere Nagelhäutchen und die Lippen können spröde und rissig werden.


Natürlich weiche Haut

Doch auch aggressive Kosmetika und Seifen schaden der Schutzschicht unserer Haut. Deswegen ist es ratsam, bei der Wahl der Kosmetika und Pflege nicht nur darauf zu achten, dass sie rückfettend sind, sondern auch darauf, dass sie weder Duft- noch Zusatzstoffe enthalten. Denn die hautschonendsten Mittel, die wir benutzen können und die unsere Haut weich werden lassen, sind auf natürlicher Basis hergestellt.

So können auch reine Öle wie Kokos- oder Mandelöl, Arganöl oder natürliche Sheabutter eine gute Behandlungsoption darstellen. Für unsere Lippenpflege sind Bienenwachs oder Kokosöl optimal, denn sie haben zusätzlich eine antiseptische und antientzündliche Wirkung. Dies lässt auch bereits entstandene Lippenrisse schneller heilen und sorgt dafür, dass sie sich nicht entzünden.


Einfach selbst gemacht

Gerade natürliche Lippenpflege lässt sich auch einfach selbst herstellen. Sie hat den Vorteil, dass Sie alle Inhaltsstoffe kennen, und eignet sich auch hervorragend als persönliches Geschenk. Mit diesem Rezept können Sie Ihre eigene Lippenpflege herstellen und so auf natürliche Art gegen trockene Lippen vorgehen.


Honig-Lippenbalsam für die tägliche Pflege

Zutaten

  • 20 g Honig
  • 10 g Bienenwachs
  • 20 g Kokosöl


Herstellung

Das Kokosöl und Bienenwachs in ein Glas geben und im Wasserbad langsam erwärmen, bis beides geschmolzen ist. Das Glas aus dem Wasserbad nehmen und den Honig vorsichtig unterrühren. Den noch flüssigen Lippenbalsam in kleine Tiegel füllen und abkühlen lassen.


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