Kleine Samen, grosse Wirkung

Geschälte Hanfsamen gehören weltweit zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der Menschheit. Über Jahrtausende waren sie Bestandteil der täglichen Ernährung. Erst im 20. Jahrhundert gerieten sie zunehmend in Vergessenheit. Heute entdecken immer mehr Menschen diese kleinen Nüsschen wieder – auch wegen ihrer besonderen Eigenschaften für Verdauung, Darm und Stoffwechsel.

Roger Urs Bottlang

Gerade im Zusammenhang mit dem Darm wird Hanf interessant. Geschälte Hanfsamen enthalten eine ausgewogene Kombination aus pflanzlichem Eiweiss, wertvollen Fettsäuren und natürlichen Ballaststoffen. Besonders bemerkenswert ist das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6, das in Hanfsamen als besonders ausgewogen gilt. Diese Zusammensetzung kann dazu beitragen, dass Nahrung im Verdauungstrakt gleichmässiger verarbeitet wird. Viele Menschen berichten, dass sich ihr Verdauungsrhythmus verbessert, wenn Hanfsamen regelmässig Teil der Ernährung werden.

Ein häufig genannter Effekt ist ein weicherer Stuhlgang. Ballaststoffe aus Hanfsamen können im Darm Wasser binden und dadurch das Stuhlvolumen sanft erhöhen. Gleichzeitig liefern die enthaltenen Fettsäuren eine natürliche «Schmierung» des Verdauungssystems. Manche Menschen beschreiben diesen Effekt auch als milde Form der Darmunterstützung – nicht als radikale Kur, sondern als Unterstützung der natürlichen Darmtätigkeit.

Auch das Eiweiss der Hanfsamen ist bemerkenswert. Es gilt als gut verdaulich und enthält keine bekannten Trypsininhibitoren – Stoffe, die bei einigen anderen Pflanzenproteinen die Verdauung erschweren können. Dadurch wird das Eiweiss effizient aufgenommen und belastet den Verdauungstrakt weniger. Hanfsamen entlasten die Verdauung und sorgen gleichzeitig für eine gleichmässigere Energieversorgung. Viele Menschen wollen ihre Ernährung im Frühling leichter gestalten und den Stoffwechsel unterstützen. Gerade in dieser Phase passen Hanfsamen gut in den Alltag. Ein bis zwei Esslöffel am Morgen im Müesli, im Porridge oder über einem Joghurt liefern bereits eine bemerkenswerte Menge pflanzlichen Eiweisses und gesunder Fettsäuren.

Wenn der Darm nicht überfordert wird und die Verdauung ruhig arbeiten kann, wirkt sich das oft auch auf andere Bereiche aus. Viele Menschen berichten über stabilere Energie im Alltag und einen erholsameren Schlaf. Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieser alten Kulturpflanze: Hanf wirkt nicht spektakulär, sondern selbstverständlich. Er ergänzt die tägliche Ernährung auf einfache Weise – und unterstützt einen Bereich unseres Körpers, der für Gesundheit und Wohlbefinden zentral ist: den Darm.

In der nächsten Kolumne schauen wir, welche Rolle Entzündungen, Stoffwechsel und Ernährung für unsere Gesundheit spielen – und warum Hanf auch hier eine interessante Pflanze ist.

 

Roger Urs Bottlang beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Hanf – von medizinischer Anwendung bis zu Ernährung, Fasern und Innovationen. Im «natürlich» wird er in seiner Kolumne Einblick in die reiche Geschichte der Heilpflanze bieten, ebenso wie in ihre Nutzungsmöglichkeiten. Harmonius GmbH – natuerlich.hanf@gmail.com

Zurück zum Blog

Hinterlassen Sie einen Kommentar