Gesunde Früchtchen bereichern Speiseplan

Die Ananas ist Königin der Tropenfrüchte. Aromatisch und gesundheitsfördernd zugleich. Auch andere Früchte und Beeren überzeugen mit einer Vielzahl gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe und sollten möglichst oft unseren Speiseplan bereichern

Gundula Madeleine Tegtmeyer

Zitrusfrüchte wie Orangen, Grapefruits, Zitronen und Limetten sind reich an wertvollen sekundären Pflanzenstoffen wie Hesperidin, Naringin und Rutin. Diese Verbindungen können dazu beitragen, den Blutfluss zu verbessern und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Zitrusfrüchte sind zudem reich an Vitamin C, welches für ein gesundes Immunsystem unverzichtbar ist, denn es schützt als starkes Antioxidans unsere Körperzellen vor Angriffen freier Radikale. Der Mineralstoff Eisen kann wesentlich besser vom Körper aufgenommen werden, wenn er in Kombination mit Vitamin C verzehrt wird. Bioflavonoide spielen eine Schlüsselrolle in einer ausgewogenen Ernährung, denn die sekundären Pflanzenstoffe fangen schädliche Radikale ab. Besonders Menschen mit Bluthochdruck haben ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko und sollten ihren Speiseplan mit blutdrucksenkenden Früchten und Beeren optimieren.

« Zitrusfrüchte fördern Herzgesundheit UND stärken das Immunsystem. »


Das Naturwunder Ananas

Die tropische Ananas ist ein wahres Nährstoffwunder. Sie stammt vermutlich aus Paraguay oder Südbrasilien. Ihr Name hat seinen Ursprung in der südamerikanischen Sprache Guarani, in der «nanà» Frucht bedeutet und besteht aus vielen miteinander verwachsenen Einzelfrüchten, deswegen wird sie zum Beerenfruchtverband gezählt.

Frische Ananas ist arm an Kalorien aber reich an wertvollen Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Kupfer, Zink, Phosphor und Eisen. Für eine Frucht enthält die Ananas aussergewöhnlich viel Magnesium, das Unruhezuständen, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Müdigkeit und Muskelkrämpfen vorbeugt. Ihre Mineralstoffe wirken stark basisch und helfen den Säure-Basen-Haushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Regelmässiger Ananas-Verzehr unterstützt die Verdauungsprozesse, ihr Aspirin-ähnlicher Inhaltsstoff verdünnt das Blut, zudem wirkt sie entwässernd. Obendrein wirkt sich die südamerikanische Frucht positiv auf Knochen und Gelenke sowie auf Herz- und Kreislauf-Erkrankungen aus und kann einer Arterienverkalkung vorbeugen.

Was die exotische Frucht zur gesundheitlichen Königin unter den Früchten macht, ist ihr Bromalain, bestehend aus zwei eiweissspaltenden Enzymen, die bei der Verdauung von Proteinen eine zentrale Rolle spielen, denn sie helfen Eiweissmoleküle aus der Nahrung zu spalten. Dank dieses Enzyms kann unser Körper die Proteine leichter aufnehmen und effizienter verarbeiten. Proteine, auch als Eiweisse bekannt, stellen eine besonders wichtige Stoffgruppe für unseren Körper dar, denn sie sorgen dafür, dass unser Stoffwechsel funktioniert, und sind wichtige Bau- und Betriebsstoffe von Organismen. Bromelain wirkt abschwellend – bei Verletzungen dringen Eiweissmoleküle aus dem Blut in das geschädigte Gewebe und es kann zu Schwellungen kommen – sowie entzündungshemmend, es fördert die Durchblutung und kann Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie Colitis Ulcerosa, lindern. Das Enzym wirkt so stark, dass eine Marinade aus Ananasstücken zähes Fleisch zart macht. Bromelain könne bei einer Ananasdiät gar Fettpölsterchen auszehren, gehört allerdings ins Reich der Mythen. Im Gegenteil: Die Enzyme helfen, das Eiweiss aus der Nahrung vollständig zu spalten, womit sich die Energie bis zur letzten Kalorie ausbeuten lässt.  Die Ananas kann unsere Laune aufhellen, denn ihr natürlicher Aromastoff Vanillin kurbelt kräftig die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Viele gute Gründe frische Ananas regelmässig in den Speiseplan aufzunehmen.


Die Grapefruit punktet als natürliches Antibiotikum

Die Pflanze, die zu den Rautengewächsen (Rutaceae) gehört, trägt einen verheissungsvollen lateinischen Namen: Citrus paradisi, Paradieszitrone. Auch sie kann, wie die Ananas, unser Gemüt aufhellen. Die Inhaltsstoffe des Grapefruitöls helfen gegen Erkältungen, Schüttelfrost und bei nervöser Erschöpfung. Zudem wirken sie harntreibend, durchblutungsfördernd und entschlackend.

Grapefruitkernextrakt wirkt – innerlich angewendet – stark keimtötend und dies besonders erfolgreich bei dem hartnäckigen Magenkeim Helicobacter pyloti. Einige Tropfen aufgelöst in einem Glas Wasser und äusserlich partiell angewendet können unterstützen hartnäckige Ekzeme und Hautpilzinfektionen auszuheilen.

« Grapefruits wirken harntreibend, durchblutungsfördernd und entschlackend. »


Wassermelone – gesunder Durstlöscher

In heissen Sommermonaten ist die Wassermelone ein beliebter Durstlöscher, sie besteht zu etwa 93 Prozent aus Wasser. Das aus Afrika stammende Allroundtalent gehört zur Familie der Kürbisgewächse. Trotz des hohen Wassergehalts steckt viel Gesundes in der Melone. Ihre Aminosäure (Citrullin) wird in unserem Körper in Arginin, einen lebensnotwendigen Eiweissbaustein, umgewandelt, der wichtig für die Bildung von Stickstoffmonoxid im Körper ist, welches die Blutgefässe weitet. Wir können innerhalb unseres Harnstoffzyklus Arginin selbst synthetisieren, allerdings nicht in ausreichenden Mengen. Besonders in der Wachstumsphase, bei Stress, nach Unfällen sowie bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Gefässerkrankungen, Bluthochdruck und erektiler Dysfunktion übersteigt der tägliche Bedarf an Arginin die vom menschlichen Organismus produzierte Menge. Auch im Alter steigt der Bedarf an L-Arginin stark an, da der endogene Gegenspieler, das asymmetrische Dimethylarginin (ADMA), um den Faktor 4 zunimmt. In der Kinderheilkunde ist L-Arginin zur Behandlung eines durch eine angeborene Stoffwechselstörung bedingten erhöhten Ammoniakgehaltes im Blut (Hyperammonämie) angezeigt.

Laut Ernährungsexpertin Verena Wartmann, können die Inhaltsstoffe der Wassermelone zudem zur Stärkung des Immunsystems, zum Schutz vor Augenkrankheiten und zur Reduktion des Risikos an Asthma, Arteriosklerose oder Arthritis zu erkranken, beitragen. Auch die Wassermelone ist reich an Vitamin A und C, Lycopin und Antioxidantien, den Radikalfängern, die entzündungshemmend wirken und Herz und Gefässe schützen. Ein regelmässiger Wassermelonen-Verzehr kann unsere Haut widerstandsfähiger gegen die schädliche UV-Strahlung machen, indem Antioxidantien in die Zellmembran eingebaut werden und dort mit freien Radikalen interagieren, was aber kein Ersatz für Sonnencreme ist! Melonen-Liebhaber*innen wechseln idealerweise den Verzehr der Wassermelone mit anderen Melonenarten ab. Die Honigmelone hat deutlich mehr Vitamin A, Kalium und Betacarotin als die Wassermelone, die Cantaloupemelone überzeugt mit einem besonders hohen Vitamin-A-Gehalt und die Futuromelone zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Eisen und Vitamin C aus. Ein Tipp beim Melonenkauf: Machen Sie den Klopftest! Reife Melonen haben einen hohen Wassergehalt und können daher Schall gut leiten. Klopfen Sie vorsichtig auf die Melonenschale. Hat die Wassermelone einen tiefen und vollen Klang, ist sie reif.

 

Begriffserklärung

Bioflavonoide auch Polyphenole genannt, gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die in vielen Früchten und Kräutern vorkommen. Sie sind für die Farben von Obst und Gemüse verantwortlich, wie etwa das violette Pigment in Blaubeeren und stecken in der Regel in der Haut oder Schale der Früchte, wo sie für die zur Stabilität der Pflanzenzellen beitragen. Diese Verbindungen haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und fördern somit unsere Gesundheit. Bioflavonoide spielen eine entscheidende Rolle bei der Steuerung der Nährstoffaufnahme in unserem Körper. Insbesondere unterstützen sie die Wirkung und Aufnahme von Vitamin C weshalb sie oft auch als natürlicher Vitamin-Booster bezeichnet werden.

Provitamine sind noch unwirksame Vorstufen von Vitaminen, die im Körper in das entsprechende Vitamin umgewandelt werden. Dabei stellt der Körper nur die Menge an Vitaminen her, die der Stoffwechsel gerade benötigt.

Glycoproteine dienen als strukturelle Bestandteile (Strukturproteine) von Zellmembranen, als Gleitmittel (z. B. als Bestandteil von Mucus [Schleim]) und zur Zellinteraktion (Membranproteine).

Sekundäre Pflanzenstoffe sind chemische Verbindungen, die in Pflanzen nur in speziellen Zelltypen produziert werden.

Botenstoffe sind chemische Stoffe, die der Signalübertragung oder chemischen Kommunikation dienen.

Antioxidantien sind Substanzen, die Oxidationsreaktionen verhindern und somit als Radikalfänger dienen.

Spurenelemente heissen alle Mineralien, die unser Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt, wie Eisen, Jod, Zink, Fluorid, Selen und Mangan. Man bezeichnet sie auch als essenzielle Spurenelemente, da sie lebensnotwendig sind. Sie werden mit der täglichen Ernährung eingenommen und können nicht vom Körper selbst hergestellt werden.

Freie Radikale sind Verbindungen, die durch Stress, Umweltbelastungen und natürliche Abbauprozesse aus dem Gleichgewicht geraten sind und dabei ein Elektron verloren haben, werden zu sogenannten freien Radikalen. Sie versuchen mit aller Macht, das abtrünnige Elektron zurückzubekommen. Eine dauerhaft erhöhte Konzentration von freien Radikalen schadet dem Körper und dem Erbgut der Zellen.

L-Arginin ist eine proteinogene α-Aminosäure. Für den Menschen ist sie semi-essenziell. Arginin ist wichtig für die Bildung von Stickstoffmonoxid im Körper. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Stickstoffmonoxid die Blutgefässe weitet und den Blutdruck senkt. Wenn nicht genügend Arginin zur Verfügung steht, kann es zu Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck und auch zu Erektionsstörungen kommen.

Epithelgewebe bei inneren Körperöffnungen dient das Epithelgewebe der Abdichtung: Durch die Epithelien wird zum Beispiel die Blut-Hirn-Schranke gewahrt und der Urin verbleibt in Harnleiter und Blase.

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2 Kommentare

Spannende Infos. Warum exotische Früchte? Sie haben einen langen Weg bis sie bei uns auf dem Teller landen, werden oft unreif geerntet. Wir haben hier viele Beerensorten die genau so gesund sind und auch andere Früchte wachsen bei uns und hinterlassen viel weniger " Fussabdruck". Von ihrer Zeitschrift erwarte ich ein bisschen mehr Weitsicht was die Klimafreundlichkeit betrifft.

Felchlin

Sehr informativ. Danke!

Kärcher

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