Stiller Reflux

Ich leide mal mehr, mal weniger an stillem Reflux, das heisst, kein direktes Sodbrennen, sondern Halsschmerzen, Brennen am Zungengrund und auf der Zunge. Ich habe Osteoporose und zurzeit starken Haarausfall! Der Arzt hat mir Medikamente mitgegeben und mir zu einer Magenspiegelung geraten. Ich glaube eher an ein Zuwenig an Magensäure, da ich starke Lust auf bittere Gemüse habe und von Bittertropfen profitiere. Kann eine Magenspiegelung Klarheit verschaffen?

Y. W., Bern

Beim sogenannten stillen Reflux (laryngopharyngealer Reflux) treten häufig Beschwerden wie Halsschmerzen, Brennen im Rachen- oder Zungenbereich oder Heiserkeit auf, ohne dass typisches Sodbrennen im Vordergrund steht. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) kann in dieser Situation sinnvoll sein. Sie ermöglicht die Beurteilung der Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm und kann unter anderem zeigen, ob Entzündungen, Schleimhautschäden, ein Zwerchfellbruch oder eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegen. Damit lassen sich organische Ursachen der Beschwerden erkennen oder ausschliessen. Sollte die Magenspiegelung keinen erklärenden Befund ergeben, ist es sinnvoll, gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt oder in einer Praxis für Naturheilkunde weitere mögliche Einflussfaktoren zu besprechen. Dazu zählen unter anderem Ernährungsgewohnheiten, Lebensstilfaktoren, Stressbelastung sowie gegebenenfalls Nährstoffmängel, insbesondere wenn zusätzliche Symptome wie Haarausfall oder Osteoporose bestehen. Ernährungsanpassungen können bei Refluxbeschwerden unterstützend wirken. Häufig werden beispielsweise sehr fettreiche Speisen, Gebäck, Alkohol, Kaffee, stark scharfe oder saure Lebensmittel als auslösende Faktoren beschrieben. Es ist wichtig, dass Sie beobachten, welche Nahrungsmittel die Beschwerden verstärken oder lindern.

Komplementärmedizinische Massnahmen wie Bitterstoffe, pflanzliche Präparate wie zum Beispiel Schafgarben- oder Kamillentee, Kartoffelsaft nach dem Essen oder einen Spritzer Zitronensaft über das fertige Essen können hilfreich sein. Auch Heilerdekapseln und das Trinken von warmem Wasser zu den Mahlzeiten können zur Linderung beitragen. Es wäre wichtig, dass Sie zusätzlich zur ärztlichen Behandlung eine persönliche Beratung bei einer naturheilkundlich arbeitenden Fachperson vereinbaren oder mit einer geeigneten Körperbehandlung die einzelnen Verdauungsorgane anregen.

Ergänzend zur Schulmedizin eignet sich zum Beispiel die Fussreflexzonenmassage, Akupunktur, APM Therapie oder Shiatsu. Unser Körper ist ein komplexes System – die Naturheilkunde betrachtet ein Organ nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit dem Ganzen.

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