Vanille für Geniesser

Aktualisiert: Sept 3

Kategorie: Gesundheit




Dem betörenden Duft von Vanille kann kaum einer widerstehen – obschon viele Produkte synthetische Aromastoffe enthalten. Als natürliche Alternative kommen immer öfter Tonkabohnen ins Spiel.


Düfte prägen uns von klein auf. «Riechen wir etwas Bestimmtes, wird ein ganzes Paket an Emotionen und Erinnerungen aufgeschnürt», sagt Geruchsforscher Hanns Hatt. Eine der Hauptrollen bei angenehmen Empfindungen spielt der Duft von Vanille. Kaum einer, der nicht darauf steht. Schon Babys mögen ihn, weil die Muttermilch ein bisschen nach Vanille duftet. Das erklärt, warum Vanillearoma bei den meisten Menschen ein Leben lang Wohlbefinden weckt – und die Lebensmittelindustrie darauf mit einer breiten Palette entsprechend aromatisierter Produkte antwortet. Um den enormen Bedarf zu decken, wird der natürliche Aromastoff, das Vanillin, synthetisch hergestellt. Grundlage dafür ist unter anderem Lignin, ein Nebenprodukt der Papierindustrie.




Echte Vanille ist rar und zählt – neben Safran – zu den begehrtesten und teuersten Gewürzen der Welt.


Soll man überhaupt noch Vanille kaufen? Echte Vanille hingegen ist rar und zählt – neben Safran – zu den begehrtesten und teuersten Gewürzen der Welt. Bei den Azteken war es wertvoll wie Gold – sie verwendeten Vanille als Zahlungsmittel und Medizin. Letzteres wegen der angeblich aphrodisierenden und entspannenden Wirkung.

Mexiko ist auch das Ursprungsland der Gewürzvanille (Vanilla planifolia), einer besonderen Orchideenpflanze. An ihr wachsen die grünen Kapselfrüchte, auch Schoten genannt, aus denen Vanille gemacht wird. Ihre typisch schwarze Farbe und den unverwechselbaren Duft bekommen die Schoten erst durch ein arbeitsintensives und mehrmonatiges Fermentationsverfahren. Auch Aufzucht und Anbau sind aufwendig. So müssen die Blüten meistens von Hand bestäubt werden.

Madagaskar ist heute eines der Hauptanbaugebiete. Hier wird die bei uns beliebte Bourbonvanille produziert, die besonders vollmundig schmeckt. Dass der afrikanische Inselstaat trotz seines teuer gehandelten Exportgutes zu den ärmsten Ländern weltweit zählt, wirft nach Angaben der Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Eva Derndorfer eine wichtige Frage auf: Ist es ethisch vertretbar, Van