Schafgarbe

Aktualisiert: Sept 3

Kategorie: Gesundheit


Die Schafgarbe ist eine weibliche Zauberin. Eine Visionärin und Gelehrte. Verbunden mit dem Feuer und der Luft, hilft sie uns Menschen, Entscheidungen zu treffen. Und sie ist eine hervorragend krampflösende und harmonisierende Frauenpflanze.



In der Zeit der Sommersonnenwende, um den 21. Juni, erreichte das Feuer des Lebens seinen Höhepunkt, der sich über Wochen tief in den Hochsommer hineinzieht. Mutter Erde und Vater Sonne teilen sich in dieser Zeit die Verantwortung für das Leben. In den alten Büchern heisst es: «Jetzt ist der Reifeprozess vollkommen und alles bewegt sich in einem einzigen Gesang bewegender Ekstase aus sich heraus. Dies göttliche Paar löst sich von ihrem Selbst und gemeinsam segeln sie über das dunkle Zeitenmeer, um die Insel des Lichts, die Wiedergeburt, zu suchen. Nun gilt es auch für den Menschen, seine Verantwortung wahrzunehmen und über sich hinaus zu wachsen. Denn ans Licht zu bringen, was so gern verborgen schlummert, ist es Zeit.» Eine häufig in Wiesen, an Feld- und Wegrändern vorkommende, aber von den meisten kaum beachtete Heilpflanze hilft uns dabei: die Schafgarbe (Achillea millefolium).


Sowohl-als-auch: Sie vereint Gegensätze Die Schafgarbe ist geprägt von Gegensätzen – die sie auf meisterhafte Weise zu vereinen schafft. Aufgrund des Blütenstands sieht sie im ersten Moment aus wie ein Doldenblütler; bei genauerem Betrachten erkennen wir jedoch einen Korbblütler vor uns. Diese Signatur lässt uns das Thema «Hinter das Augenscheinliche blicken» erkennen. Der Blütenstand bildet eine horizontale Ebene, die dem vertikalen Stängel wie aufgesetzt, fast schwebend erscheint. Das ist ein Zeichen für das polare Aufeinanderstehen zweier Ebenen im Raum. Der Stängel ist hellgrün, aufrecht, sehr stabil und hart; die gefiederten Blätter dagegen sind weich, dunkelgrün und filigran. Sie signalisieren Ausdehnung und Offenheit. Die Stängel hingegen weisen auf Verhärtungen und Verdichtungen hin. Die feingliedrigen, federähnlichen Blättchen bilden zudem einen starken Kontrast, insbesondere zum harten Stängel, an dem sie fremd wirken, fast deplatziert. Nicht zuletzt schmeckt die Schafgarbe einerseits bitter, hat aber andererseits ein wärmendes, aromatisches Aroma.


Die Schafgarbe steht also nicht für ein Entweder-oder, sondern für ein Sowohl-als-auch. Sie hilft uns, eine offene Sichtweise zu erlangen, die nichts ausschliesst. Wenn wir unterscheiden können, können wir auch entscheiden. Dazu müssen wir nicht nur die gegensätzlichen Aspekte einer Sache erkennen, sondern auch die Zusammenhänge. Denn nur wenn in den Widersprüchlichkeiten, die uns täglich begegnen, der gemeinsame Kern erkannt wird, der die Vielfalt zu einem Ganzen verbindet, gelingt es, die Prioritäten richtig zu setzen. Ohne diese Fähigkeit besteht die Tendenz, zu polarisieren und von einem Extrem ins andere zu fallen.


Dies zu verhindern, dabei hilft uns die Schafgarbe. Sie schärft das Unterscheidungsvermögen bei Entscheidungsprozessen und kann für das Erkennen des nächsten Schrittes klärend und helfend wirken. Sie unterstützt Menschen, denen es schwerfällt, sich zu entscheiden. Sie schützt jedoch gleichzeitig jene, die unter dem Gegenteil leiden: Menschen, die zu schnell handeln und sich voreilig ihre Meinungen bilden. Auch jenen, die ihre Meinungen wechseln wie die Fahne im Wind, können von der Schafgarbe profitieren, indem sie unsere innere Ausrichtung und den Selbstwert stärkt.


Ihre Botschaft: Wachse über dich hinaus! In meinem meditativen Dialog mit der Schafgarbe offenbarte sie mir Folgendes: «Ich helfe dir, den Schlüssel aller spirituellen Lehren zu erlernen. Ich unterweise dich darin, dich nicht von den Emotionen beherrschen zu lassen. Ich lenke dein Bewusstsein in Richtung moralische Aufmerksamkeit und seelische Gerechtigkeit und somit zu den Themen des Zorns. Eine meiner Eigenschaften ist es, dein allzu aggressives kämpferisches Potenzial zu mildern. Sodass du eine distanzierte Unterscheidungsfähigkeit wahrnehmen kannst. Doch verstehe mich nicht falsch: Du darfst zornig sein. Es ist gut, diesen Zorn wahrzunehmen; verurteile niemals d