Porridge

Aktualisiert: Sept 3

Kategorie: Essen


Lange sättigend, von innen wärmend und alles andere als langweilig: Warmer Haferbrei, heute Porridge genannt, hat sich von der Baby- und Krankenkost zur Trendverpflegung gemausert. Er schmeckt auch als herzhafte Variante.




«Frühstücken Sie warm und in Ruhe.» Das empfehlen Ayurveda-Mediziner insbesondere dem leicht frierenden und zur unregelmässigen Lebensführung neigenden Vata-Typ. Für jemanden, der morgens gar nichts essen mag und allenfalls unterwegs oder am Schreibtisch ein Gipfeli verdrückt, ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke. Aber gut. Warum es nicht mit Porridge probieren? Dazu kocht man Haferflocken in einem Milch-Wasser-Gemisch auf und verfeinert es nach Belieben, etwa mit Gewürzen, frischem Obst oder einem heissem Beeren-Kompott. Danach ist nichts anderes zu tun, als sich hinzusetzen und das Ganze langsam auszulöffeln. Übel schmeckt der Brei nicht. Er ist mild und die Flocken sind schön zart. Bemerkenswert ist überdies das wohlige Gefühl, das sich nach dem Verzehr einstellt: Man fühlt sich von innen aufgewärmt bis in die Zehenspitzen. Mit dieser Grundlage ist der «Vata-Gförli» gewappnet für kalte Wintertage.


«Häufig diente früher das ‹Hafermus› als nahrhafte Grundlage für arme Leute.»

Heimisches Superfood Dass Gesundheitslehren aus Mittel- und Fernost sowie hiesige Ernährungsfachleute morgens ein warmes Essen empfehlen, habe gute Gründe, sagt Ernährungsberaterin Helena Kistler-Elmer aus Lachen SZ: «Wärme bringt das Verdauungssystem in Schwung, und oft wird das warme Essen besser vertragen.» Wessen Magen und Darm empfindlich auf Konfi- oder Käsebrot und erst recht auf Müesli mit kalter Milch reagiere, finde im Porridge eine bekömmliche Alternative. Weiterer Vorteil: Der Brei macht lange satt und lässt einen bis zum Mittag ohne Heisshunger auf Süsses durchhalten. Haferbrei – lange Zeit fristete er ein Dasein als Schonkost bei Magenverstimmungen. Heute ist er als Porridge oder Oatmeal in aller Munde. Was den Trend befeuert: Gesundheitsbewusste haben Haferflocken als heimisches Superfood entdeckt (siehe Box). Inzwischen übertrumpfen sich angesagte Cafés mit kreativen Rezepten und bieten Porridge in recyclebaren Bechern auch zum Mitnehmen an. Wer für pandemiefreie Zeiten eine Städtereise nach Berlin, Dresden oder München plant, kann im «Haferkater» Halt machen. Hier gibt es neben frisch gekochten süssen auch pikante Porridge-Varianten, etwa mit Ziegenfrischkäse, Walnüssen und Thymian. Die Haferflocken werden kurz angeröstet, was ihnen ein nussiges Aroma verleiht. Tipp für daheim: Statt in leicht gesalzenem Wasser lassen sich die Flocken in Gemüsebrühe aufquellen und nach Belieben mit Ofengemüse, gebratenen Pilzen, Parmesan-Flocken oder frischen Kräutern garnieren. So geht der Haferbrei als Hauptmahlzeit durch. Teure «Arme-Leute-Kost» Eine neue Erfindung ist Porridge nicht. Er stammt ursprünglich aus den schottischen Highlands und wurde früher in Arbeiterfamilien auch als Mittag- oder Abendessen aufgetischt. Als Frühstück ist der warme Brei in Grossbritannien bis heute beliebt. Die Zutaten zum Süssen werden dabei meistens separat gereicht, gerne Sirup oder brauner Zucker. Überhaupt, so heisst es auf Wikipedia, begleite «das Verzehren von Haferbrei oder porridge-ähnlichen Gerichten die gesamte Geschichte der Zivilisation.» Häufig diente früher das «Hafermus» als nahrhafte Grundlage für arme Leute. Heute hingegen wird Porridge mitunter als überteuertes Fertig-Produkt verkauft: Die trockenen Mischungen müssen nur noch mit heissem Wasser übergossen werden. Fragwürdig, ob dies wirklich nötig ist. Zum einen lässt sich Porridge kinderleicht und blitzschnell selbst zubereiten. Aufpassen muss man nur, dass im Topf nichts anbrennt. Zum anderen kommt die Eigenproduktion ohne Zusatzstoffe wie künstliche Aromen oder Süssungsmittel aus.