Natürliche Schmerzmittel

Aktualisiert: Sept 3

Kategorie: Natur


Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac – von Schmerzen geplagt, greift man gerne in die chemische Hausapotheke. Doch es geht auch anders: Heilpflanzen wie die Weidenrinde, der Beinwell oder Arnika lindern Schmerzen ebenso, und zwar ohne Nebenwirkungen.

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Aua!», schreit das Kind und rennt weinend zur Mutter. Schmerzen sind unangenehm – trotzdem sollten wir sie nicht als unseren Feind betrachten. Wie wir es im Kindesalter lernen, haben sie eine wichtige Alarm- und Schutzfunktion: Das Kind wird durch seine ersten Schmerzerfahrungen den Finger nie wieder in die Flamme einer Kerze halten oder unbedacht eine Brennnessel rausreissen.

Im Verlauf unseres Lebens werden die meisten aber von weitaus schwereren Leiden geplagt, die sehr starke Schmerzen auslösen können. «Nimm doch e Tablette», ist oft der gut gemeinte Rat. Und ehrlich gesagt sind «Painkillers» (das englische Wort bringt es auf den Punkt) aufgrund der effektiven und schnellen Wirkung bequem: Der Schmerz ist innert Kürze weg und das Leben geht weiter.

Der bekannte Molekularmediziner Ulrich Strunz sieht das anders: «Das Leben geht nicht einfach weiter; es gerät aus dem Takt», schreibt er in «Neue Wege der Heilung – Gesundheit geschieht von innen» und erklärt, dass jede Pille den Molekülhaushalt (den Haushalt unserer «Lebensbausteine») verändert.

Auch der kürzlich verstorbene Arzt und Homöopath Norbert Ender gab zu bedenken, dass Schmerzen nichts anderes als die Vorbedingung zur Heilung sind. Er riet, den Schmerz zu erlauben, damit er für unser geistiges Auge einsehbar wird: Drückender, stechender, brennender, hämmernder, krampfender, bohrender Schmerz – seinen Code zu knacken ist nicht einfach, um sich von ihm zu befreien jedoch essenziell. «Das sollten wir uns vor Augen führen, wenn wir sie mit chemischen Mitteln bekämpfen wollen», so Strunz in seinem Homöopathie-Handbuch.

Die Schattenseiten der Chemie Die beiden Ärzte wissen, wovon sie sprechen. Erstens wird der Schmerz mit chemischen Mitteln lediglich weggedrückt, aber die Ursache nicht eruiert. Zweitens können sie der Gesundheit schaden: Viele Menschen schlucken jahrelang unbedacht Ibuprofen. Damit riskieren sie nicht nur Magen- und Darmblutungen sowie Nierenschäden; sie haben auch ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Männer können auch unfruchtbar werden. Und während in den USA jährlich rund 400 000 Menschen am Schmerzmittel und Opioid Oxycontin (Oxycodon) sterben und Voltaren (Diclofenac) Leberversagen verursachen kann, gehören Überdosierungen mit Paracetamol in Deutschland zu den häufigsten Medikamenten-Vergiftungen. Schlimmer noch: Das frei verkäufliche Schmerzmittel Acetylsalicylsäure, bekannt unter dem Namen Aspirin (ASS), führt laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Oxford jährlich zu 3000 Todesfällen in Grossbritannien. Schuld sind Mangelblutungen, die für ältere Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen tödlich enden.

Hinzu kommt, dass diese Schmerzmittel die Magenschleimhaut reizen, weshalb der Arzt meist den Magenschoner Pantoprazol dazu verschreibt. Dieser stört den sogenannten intrinsic factor, was zur Folge hat, dass das Vitamin B12 im Dünndarm nicht mehr resorbiert werden kann – ein Vitamin-B12-Mangel ist die Folge. Auch nicht gut!

Vitamin E statt Blutverdünner Doch was geschieht im Körper bei der Einnahme von ASS? Strunz erklärt: Das Aspirin-Molekül hemmt ein Enzym, das wiederum unseren Schmerz auslösenden Gewebehormonen (Prostaglandine) «den Wind aus den Segeln nimmt». Von diesen Gewebehormonen gibt es drei Gruppen: Zwei drücken die Schmerzwahrnehmung, die Dritte – Strunz nennt sie Alarmgruppe – verstärkt den Schmerz. Aspirin wirkt auf alle drei Gruppen; vorwiegend jedoch auf die Alarmgruppe. Wird diese gedämpft, verringert sich das Schmerzempfinden und das Blut