Das gesunde Schwitzbad

Kategorie: Gesundheit


In der kalten Jahreszeit ist der Körper anfälliger für Erkältungen und Infekte. Es gibt viele Möglichkeiten, ihn zu stärken. Eine alte Tradition zum Abhärten und zur Aktivierung der Abwehrkräfte ist das Schwitzbad.




Ein Erdloch, heisse Steine und Wasser, das zischend verdampft. So saunierten gemäss archäologischen Funden asiatische Völkerstämme in der Epoche der Steinzeit. Zu Beginn erfüllte das dampfende Erdloch den Zweck der Körperpflege; später wurde es offenbar auch für Rituale eingesetzt, um die Seele von bösen Geistern zu befreien. Da sich auch in Mexiko und Südamerika eine Schwitzbadkultur entwickelt hat, rätseln Archäologen bis heute, ob die antike Sauna unabhängig voneinander an verschiedenen Orten erfunden wurde oder ob sich die Kultur von Asien her über die Welt ausgebreitet hat. Was heute belegt ist: Die finnische Sauna wurde von asiatischen Nomaden nach Skandinavien gebracht, ebenso die römische und die griechische Bade- und Schwitzbadkultur.


Heute gehören Sauna und Dampfbad zum Standard der meisten -Hotels und zum Basisangebot von Wellnessanlagen, Schwimm- und Thermalbädern. «Aus gutem Grund», bekräftigt Saunameister und Spezialist für Saunaaufgusszeremonien Kilian Portmann: «Schwitzbäder fördern die körperliche Erholung, entspannen bei Stress und stärken die Abwehrkräfte.» Insbesondere dann, wenn man das Ritual mehrmals pro Woche wiederholt.


Dass Saunagänger seltener erkältet sind, liegt am Wechselspiel von Wärme und Kälte beim Schwitzbad. Portmann erklärt es so: «In der finnischen Sauna steigt die Temperatur auf der Hautoberfläche innert kurzer Zeit um etwa zehn Grad an. Die Körperkerntemperatur erhöht sich um rund ein Grad auf 38,5 bis 39 Grad. Dadurch beginnt der Körper zu schwitzen, weil er die Hautoberfläche kühlen möchte.» Dasselbe passiert bei Fieber oder im Sommer bei grosser Hitze: Die Poren öffnen sich, die Gefässe werden grösser und die Durchblutung der Haut und der Schleimhaut wird angeregt. «Die Abwehrkräfte werden durch die künstliche erzeugte Hitze gestärkt», weiss Portmann. «Bei einem zehnminütigen Saunagang nimmt der Körper enorm viel Energie auf, rund 322 Kilojoule. Durch die Erwärmung des Körpers steigt die Zahl der weissen Blutkörperchen an, die danach einige Tage im Blutkreislauf aktiv sind.» Wichtig zu wissen: Im Jargon heissen die weissen Blutkörperchen Leukozyten; ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Krankheitserregern.


Offenbar wirkt deren Aktivierung durch das Saunieren: Laut einer Befragung des Deutschen Sauna-Bundes unter 23 000 Saunagängern gaben 79 Prozent an, frei oder fast frei von Erkältungen zu sein. Wer allerdings bereits unter einem grippalen Infekt oder einer Erkältung leidet, sollte den Saunagang aufschieben, bis die Symptome abgeklungen sind, weil die -Belastung für das geschwächte Kreislaufsystem zu hoch wäre.



«  Wer unter einem grippalen Infekt oder einer Erkältung leidet, sollte den Saunagang aufschieben, weil die Belastung für das geschwächte Kreislaufsystem zu hoch wäre.»

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