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Traditionelle Heilslehren

Text:  Marion Kaden

Wickel, Tees, Diäten – natürliche Hausmittel sind wichtiger Bestandteil vieler traditioneller Heilmethoden. Wir stellen die vier beliebtesten vor:

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Homöopathie
Die von Samuel Hahnemann (1755–1843) begründete Therapie beruht auf Ähnlichkeitsregel, systematischer Arzneimittelprüfung und Potenzierung von Wirkstoffen. Die individuelle Therapie richtet sich nicht gegen Symptome, sondern verwendet Therapeutika, die bei Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen wie die Symptome von Kranken. Die Arzneimittel werden aufgrund von Beobachtungen, Beschreibungen von Symptomen, Lebensumständen und der Einbeziehung von geistig-seelischen Befindlichkeiten ausgesucht und vergeben. Kinder sprechen oft besonders gut auf die rhythmisch verdünnten (potenzierten) Arzneimittel an. Die Homöopathie ist deshalb eine grossartige Option, Kinder bei Erkrankungen und allgemein in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Sie ist die einzige naturmedizinische Methode des Westens, die speziell auch für Kinder geprüft ist.

Anthroposophische Medizin
Die anthroposophische Medizin geht auf Rudolf Steiner (1861–1925) und die Ärztin Ita Wegmann (1846–1943) zurück: Der Entwicklung des Menschen mit seinen ganzheitlichen Aspekten widmete Steiner umfangreiche Werke. Das «Denken, Fühlen und Wollen» entwickelt sich demnach im Laufe des Lebens und bis zum Erwachsenwerden in 7-Jahres-Stufen. Steiner begründete Waldorfschulen, um Kindern eine ganzheitliche, gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie sind die anthroposophischen Arzneimittel, die entsprechend des Wesensbildes der Erkrankung ausgesucht werden. Bedeutsam sind jedoch auch viele andere Ansätze: Musizieren, Malen, plastisches Gestalten sind wesentliche Elemente. Die Heileurythmie, eine spezielle Form der Tanz- und Bewegungstherapie, versucht, die grundlegend gestörte Einbindung von Kranken in die natürlichen Rhythmen der Welt zu harmonisieren. Viele Kinder lieben die Therapie, weil sie sich dabei selbst aktiv einbringen können.

Pflanzenheilkunde
Heilpflanzen haben eine grosse therapeutische Bandbreite, gerade auch bei Erkältungs- und anderen Infektionskrankheiten sowie bei vielen Befindlichkeitsstörungen: Äusserliche Anwendungen mit Bädern (Hautprobleme, Wundheilung) oder Inhalationen, Auftragen von Salben oder Säfte; auch Sirupe sowie Teemischungen zur inneren Anwendung wirken lindernd oder heilend. Heilpflanzen können die hohen Selbstheilungskräfte der Kinder sehr wirksam unterstützen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Dosierung sollte man sich an erfahrene Kräuterkundige, Drogerien oder Apotheken wenden. Denn Heilpflanzen können durchaus auch drastische Wirkungen haben. Deshalb hat eine angemessene Kinder-Dosierung hohe Bedeutung. Viel hilft eben nicht immer viel!

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Das jahrtausendealte chinesische Medizinsystem beruht auf Erfahrung und hat eine religiös-philosophische Basis. Von ihren wesentlichen, vielschichtigen Aspekten sind die Wichtigsten die entgegengesetzten Grundaspekte von Yin (weiblich) und Yang (männlich). Die Dualität kann sich auf sämtliche Lebensbereiche wie z. B. kalt/warm, Tag/Nacht, gesund/krank usw. beziehen. Sie befinden sich im stetigen Wandel, wobei versucht wird, die Dualität auszugleichen, die Harmonie zu erlangen. Eine komplexe Elemente-Lehre und auch die Vorstellung des «Qi», welches als Kraft den ganzen Kosmos zusammenhält, gehören ebenfalls elementar zur Medizinlehre. TCM bezieht wie die Homöopathie ganzheitliche Beobachtungen mit ein. Die TCM bedient sich zahlreicher diätetischer, regulierender Anweisungen z. B. betreffend Ernährung oder Verhalten. Dabei werden immer auch kosmische Rhythmen beachtet. Die TCM hat keine ausgesprochene Kindermedizin.

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