Koriander

Sabine Hurni | Ausgabe 7/8-2018

Keimtötend / Korianderblätter und -samen sind ein wirkungsvoller Verdauungshelfer und darüber hinaus ein unterschätztes pflanzliches Antibiotikum.

@ istockphoto.com

Man liebt ihn oder man hasst ihn: Koriander. Seine Blätter schmecken seifig und fremdartig, doch nach mehrmaligem Probieren beginnt man das Gewürzkraut zu mögen. In der asiatischen Küche ist Koriander nicht wegzudenken, und wer eine Vorliebe für diese Art von Gerichten hat, gewöhnt sich auch gerne an den Koriander.

Die Pflanze wächst hierzulande kultiviert in Gärten. Wer das Kraut nicht mag, wartet am besten, bis sich die Samen ausgebildet haben. Diese schmecken weitaus mehrheitstauglicher als die frischen Blätter und gehören auch bei uns – neben Anis, Fenchel und Kümmel – zu den traditionellen Brotgewürzen.

Der einjährige Koriander zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und blüht von Juni bis September. Ab Juli kann man die Samen sammeln, um sie als Gewürz, Tee oder zur Herstellung einer Tinktur zu verwenden. Die Samen enthalten ätherische und fette Öle, Coriandrol, Pinen, Gerbstoffe und Eiweiss. Das macht sie zu einem verdauungsfördernden und blähungswidrigen Gewürz. Es hilft insbesondere bei dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit. Verantwortlich für den seifigen «Wanzengeruch» der unreifen Samen und frischen Blätter ist das Aldehyd Dodecanal. Dieser Wirkstoff gilt zugleich als vielversprechendes pflanzliches Antibiotikum, das selbst gegen resistente Keime wirken soll. Studien der University of California zeigen, dass Korianderöl wirksamer gegen Salmonellen ist als manch gängige Antibiotika.

Die würzig-aromatischen Samen schmecken hervorragend zu Fleisch, Fisch und Gemüse. Man sollte sie erst kurz vor Gebrauch im Mörser zerstossen, damit die ätherischen Öle nicht verloren gehen.

Bei Verdauungsbeschwerden aller Art übergiesst man ½ TL frisch zerstossene Koriandersamen mit ¼l kaltem Wasser, kocht es auf und lässt den Tee zugedeckt zehn Minuten ziehen. Das Kraut übergiesst man zum selben Zweck mit kochendem Wasser.

Gut zu wissen

Um die Samen einsammeln zu können, die Dolden mit den unreifen Samen abschneiden und aufrecht in einem Glas trocknen. Danach die Samen über einem Tuch abschütteln.

Reines
natürliches ätherisches Korianderöl hilft bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Hautpilzen, Appetitlosigkeit, rheumatischen Beschwerden und vielem mehr. Für die äusserliche Anwendung mischt man einige Tropfen Korianderöl in eine Hautcreme oder ein Pflanzenöl. Zum Einnehmen gibt man einen Tropfen Korianderöl auf etwas Honig. Das Gemisch hilft auch bei Husten.

Gegen die Ausdünstungen
nach Knoblauchgenuss hilft das Kauen einiger Koriandersamen.

Für die Chinesen
ist Koriander ein Symbol für Unsterblichkeit.

Fotos: istockphoto.com

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