Artikel :: Natürlich Online Hopfen - Humulus Lupulus | Natürlich

Hopfen - Humulus Lupulus

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 09/2016 - 01.09.2016

Text:  Sabine Hurni

Nicht nur für Bier: Hopfen beruhigt und fördert den Schlaf!

@ istockphoto.com

Bis zu zehn Meter erklimmt der Hopfen, vorausgesetzt die Triebe finden eine stabile Kletterhilfe. Die Schlingpflanze mit den unscheinbaren, grünlich-gelben Hopfenzapfen, den weiblichen Fruchtständen, wird seit Jahrhunderten zum Bierbrauen angebaut. Es sind die Hopfenzapfen, die dem Bier sein unverkennbares, leicht bitteres Aroma verleihen. Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse und wird grösstenteils in Deutschland und Tschechien kultiviert.

So hilft der Hopfen. Hopfen verbindet in seiner Pflanzensymbolik die Elemente Luft und Erde miteinander. Sein Drang in die Höhe verleiht dem Hopfen eine Leichtigkeit und eine Fröhlichkeit, die auch für Menschen von Nutzen sein können, die sich eher etwas schwerfällig und träg fühlen. Die Hopfenzapfen enthalten Hopfenharze, ätherische Öle und Bitterstoffe. Das macht sie in der Pflanzenheilkunde zu einem wertvollen Entspannungsmittel.

Die beiden Bitterstoffe Humulon und Lupulon werden im Körper umgewandelt und setzen bei dieser Umwandlung Methylbutanol frei, das die beruhigende Wirkung hervorruft. Hopfen hat die Fähigkeit, sämtliche Hormondrüsen im Körper zu harmonisieren.

So auch die kleine Drüse im Gehirn (Zirbeldrüse), die das Schlafhormon Melatonin freisetzt. Es wird während des Schlafs stehts neu produziert, damit wir nicht in einen Dauerschlaf verfallen.

Hopfen wirkt beruhigend, schlaffördernd, östrogenartig, menstruationsfördernd, antibakteriell und hilft der Verdauung. Dank seiner östrogenartigen Wirkung gehört Hopfen zu den wichtigsten Frauenpflanzen. Er hilft beim Abstillen und ist ein wertvoller Begleiter durch die Wechseljahre. Besonders Frauen, die im Klimakterium über Unruhe, Schlafstörungen und Gereiztheit klagen, sprechen sehr gut auf den Hopfen an.

Die Heilkräfte nutzen. Die ideale Sammelzeit für die Hopfenzapfen ist der September. In dieser Jahreszeit sind die Zapfen rundlich und enthalten die meisten Phytohormone. Man kann die Rispen, an denen die Hopfenzapfen hängen, zu einem Strauss zusammenbinden und an einem luftigen Ort trocknen. Innert eines Jahres können die Hopfenzapfen verwendet werden. Danach verlieren sie ihre Wirkung, weil sich die Inhaltsstoffe verflüchtigen. Und wer keine Hopfenpflanze im Garten hat: Hopfenblüten erhalten Sie in gesicherter Qualität auch in jeder Drogerie. 

Anwendungstipps: So nutzen Sie die Heilkräfte des Hopfens
• Hopfentee als Einschlafhilfe
Abends zwei Teelöffel Hopfenblüten mit kochendem Wasser übergiessen, zehn Minuten gedeckt ziehen lassen, mit etwas Honig süssen und entspannt trinken.
• Hopfentinktur selber machen
Ein Einmachglas mit frischen Hopfenzapfen füllen, mit 70 Prozent Alkohol übergiessen und mindestens drei Wochen stehen lassen. Danach filtrieren und den alkoholischen Auszug in eine dunkle Flasche füllen. Täglich vor dem Schlafengehen 20 Tropfen davon mit etwas Wasser trinken.
• Hopfenkissen
Die getrockneten Hopfenzapfen in einen kleinen Stoffbeutel geben und diesen zusammen mit den Kopfkissen in den Kissenbezug stecken. Das wirkt sehr beruhigend und verbessert den Schlaf.

Fotos: istockphoto.com

Tags (Stichworte):