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Heilsame Ahnenarbeit

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 12_2018 - 25.02.2019

Text:  Peter Maier

Jahrelang litt Peter Maier unter heftigen Knieschmerzen. Die Diagnose der Ärzte: unheilbar. Doch dann entdeckte er das Thema Ahnenarbeit und begab sich auf diesen spirituellen Weg. So wurde er ohne weitere medizinische Behandlung wieder gesund.

@ iStock.com

«Niemand hatte bisher um die Toten geweint und wirklich um sie getrauert.»

 Vor über zwanzig Jahren hatte ich einen beinahe tödlichen Verkehrsunfall. Fast gleichzeitig begann eine unsägliche Verletzungsserie, die meine Knie betraf. Nach drei Operationen stellte sich ein Dauerschmerz ein und einige der besten Sportmediziner Münchens erklärten mir, dass sie nichts mehr gegen meine unheilbare Arthrose in den Knien tun könnten. Ihre Künste auf rein körperlichem Gebiet versagten vollkommen – dabei war ich doch gerade einmal 42 Jahre alt! Und mein Freizeitleben hatte bis dahin fast ausschliesslich aus Sportaktivitäten bestanden. Und nun schien ich also am Ende zu sein. . .

Diese Situation führte neben der Körperkrise auch zu einer heftigen Sinnkrise. Denn bis dahin hatte ich in meiner naturwissenschaftlich-technischen Weltsicht vollkommen darauf vertraut, dass die Schulmedizin umgehend eine Lösung bringen könnte, wenn ein Problem auftritt. Sie war für mich die einzige Heilungsinstanz, die ich damals akzeptierte. Lösungen sah ich ausschliesslich in entsprechenden Medikamenten und Operationen. Jetzt aber war ich schulmedizinisch austherapiert. Was also sollte ich tun?

Zunächst gab es nur den hilflosen Versuch einer Schmerzlinderung. Von meiner Grossmutter wusste ich noch, dass Quark den Schmerz aus einem Gelenk ziehen könne – wenigstens vorübergehend. Also ging ich vier (!) Jahre lang jede Nacht mit Quark ins Bett: Im Supermarkt kaufte ich mir für jeden Abend ein Pfund Quark, klaschte diesen auf mein linkes Knie, legte ein Geschirrtuch darauf und umwickelte alles mit einer aufgeschnittenen Plastiktüte, um nicht mein Bett zu versauen. Tatsächlich konnte ich damit meistens einschlafen; aber spätestens gegen fünf Uhr morgens wurde ich wieder wach – mit Schmerzen im Knie und immer mehr auch im Kopf. Der Schmerz liess sich nicht mehr abschütteln. Es war geradezu trost- und aussichtslos.

Alternative Heilmethoden
Der Dauerschmerz machte mich fast wahnsinnig. Gleichzeitig trieb er mich dazu an, doch noch nach Lösungen zu suchen, die es aber gar nicht gab, zumindest schulmedizinisch nicht. Der letzte behandelnde Orthopäde, immerhin der betreuende Sportarzt einer deutschen Frauen-Nationalmannschaft, hatte mich ehrlicherweise gebeten, nicht mehr in seine Praxis zu kommen, weil er für mich nichts mehr tun könne. Wie sollte es mit mir weitergehen?

Meine Einstellung zur Schulmedizin, der ich bis dahin blind vertraut hatte und die sich nun als hilflos erwies, wurde aufgrund meiner Schmerzerfahrungen völlig erschüttert. Ich konnte und wollte mich damals aber nicht damit abfinden, medizinisch «erledigt» das heisst körperlich unheilbar geschädigt zu sein. Daher fing ich an, auf ganz anderen Gebieten nach Lösungen zu suchen, die ich bis dahin als Scharlatanerie, Humbug oder Hirngespinste abgetan hatte. Und so sah meine Suche nach Alternativen aus:

● Ich las das Standardbuch der amerikanischen Lehrerin Louise Hay: «Gesundheit für Körper und Seele»

● Ein alternativer Sportmediziner gab mir wertvolle geistige Impulse, nach neuen Wegen für mich als Mensch im Allgemeinen und für meine lädierten Knie im Besonderen zu suchen.

● Durch das Buch «Vom Geist Afrikas» des afrikanischen Schamanen und Universitätsdozenten Malidoma Patrice Somé und durch zwei leibhaftige Begegnungen mit ihm wurden in mir Türen zu meinem Inneren geöffnet.

● Ein schamanisch ausgerichteter Heilpraktiker, der alternative Substanzen aus der Homöopathie für mich austestete und Akupunkturnadeln am Knie setzte, widersprach der gängigen These von vielen Orthopäden, dass eine einmal geschädigte Knorpelschicht in den Knien auf Dauer kaputt und unheilbar sei.

● Der entscheidende Durchbruch bezüglich meiner Knieschmerzen kam dann jedoch aus dem mir bis dato unbekannten Gebiet der «Familienaufstellungen» und der «Ahnenarbeit».

Und das kam so: Im Dezember 1999 nahm ich an einer sogenannten «Familienaufstellung» teil, einem Ritual aus der Familientherapie. Dazu musste ich für die Menschen meiner Herkunftsfamilie aus der Gruppe der Teilnehmer sogenannte «Stellvertreter» aussuchen und sie im Raum so aufstellen, wie ich meine Familie sah und die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander empfand. Die Aufstellung ergab überraschender Weise, dass es in meiner Familie verdrängte Tote geben müsse.

Peter Maier, 64, stammt aus Bayern und ist Gymnasiallehrer und Jugend-Initiations-Mentor. Er hat sich in Weiterbildungen und der täglichen Arbeit auf Themen wie initiatische Therapie, christliche Kontemplation, Visionssuche, Familienaufstellung sowie Männer- und Ritualarbeit spezialisiert. In seinen Büchern und Vorträgen gibt er das Wissen um Initiation und Heilung weiter.


Hemmungslos weinen

Als ich noch am selben Abend meine Mutter anrief und sie mit diesem Ergebnis konfrontierte, gestand sie, dass es vor ihrer Geburt drei Brüder gegeben hatte, die alle innerhalb ihres ersten Lebensjahres hatten sterben müssen – während der Zeit des ersten Weltkrieges und kurz danach. Davon hatte ich bis ahin nichts gewusst; das Schicksal dieser mir nahen Verwandten, die ja alle Onkel von mir waren, war in unserer Familie offensichtlich verdrängt worden. Die drei Babys waren im Nürnberger Südfriedhof beerdigt worden, wo meine Grosseltern damals wohnten.

Da ich in den Nächten nach der Familienaufstellung von diesen drei Onkel und von ihrem tragischen Schicksal träumte, wurde mir bewusst, dass ich etwas zu ihrer Würdigung tun musste. Ich bestellte in der Pfarrei, die neben dem Südfriedhof lag, für jeden meiner Onkel Gedenkmessen. Diese wurden im Pfarrbrief offiziell angekündigt, und ich selbst war während der Gottesdienste auch anwesend. Anschliessend stellte ich drei grosse Kerzen mit den Namen und den Todesjahren der Verstorbenen auf den Friedhof.

Später musste ich auf dem Nürnberger Friedhof plötzlich hemmungslos weinen, als ich vor aufgelassenen Kindergräbern stand. Mich berührte das Schicksal der drei toten Onkel immer stärker, von deren Existenz ich bis vor Kurzem nichts gewusst hatte. Meine Grossmutter war, wie ich von einer Verwandten erfuhr, damals vom Tod ihrer drei Söhne so erschüttert und krank, dass sie nicht an den Beerdigungen teilnehmen konnte oder wollte – und mein Opa war im Krieg. Offensichtlich hatte bisher niemand um die Toten geweint und wirklich um sie getrauert. Dies wurde jetzt von mir nachgeholt – weil mir das Schicksal meiner Onkel so ans Herz ging.

Das Erstaunliche: Bereits einige Tage nach diesen Gedenkmessen vergass ich, Quark zu kaufen. Nach einer weiteren Woche musste ich mir eingestehen, dass die Knieschmerzen verschwunden waren, was selbst die besten Orthopäden und Operateure Münchens jahrelang nicht hatten erreichen können.

In meinem konkreten Fall lag die Lösung meiner Knieprobleme also nicht in einer medizinischen Behandlung, sondern in einer berührenden Ahnenarbeit. Offensichtlich hatten die ungewürdigten Toten jahrelang aus meinen Knien «geschrien» und den Energiefluss durch meine Knie blockiert. Dies hatte den Schmerz erzeugt, der nun auf einmal weichen konnte, weil ich instinktiv das Richtige und Heilende für meine Ahnen tat: würdigende Gedenkmessen für meine Onkel lesen zu lassen und selbstheilende Rituale auf den Friedhöfen zu veranstalten.

Wir sind spirituelle Wesen
Um selbst Heilung zu erlangen, musste ich also mein bisheriges, rein naturwissenschaftlich-technisch ausgerichtetes Weltbild radikal in Frage stellen. Mir wurde durch die Ahnenarbeit bewusst, dass alle Menschen im Grunde spirituelle Wesen sind, auf dem Weg heim ins Göttliche; und dass wir alle miteinander verbunden sind.

Mentale Hilfe bei meinem Heilungsprozess konnte ich auch im «Medizinrad der Heilung» finden, das von vier existentiellen Heilungsebenen im Menschen ausgeht: der körperlichen, psychischen, familiensystemischen und spirituellen Heilungsebenen. Dieses Modell half mir wesentlich dabei, das Geschehen bei der Ahnenarbeit besser zu verstehen und zu deuten. In meinem Fall waren die familiensystemische und die spirituelle Sicht auf das Problem entscheidend und letztlich heilsam. Dafür bin ich sehr dankbar.

Im Herbst vor einem Jahr, also etwa 20 Jahre nach meinem Unfall und den beginnenden Knieschmerzen, wurde bei einer Kernspintomographie festgestellt, dass meine Knie mittlerweile fast vollkommen heil sind und keine Arthrose mehr vorliegt. Das ist eine erstaunliche und zugleich wunderbare Nachricht!

Buchtipp

Peter Maier «Heilung – Initiation ins Göttliche» Verlag Epubli Berlin 2011, ca. Fr. 22.–

In seinem Buch «Heilung – Initiation ins Göttliche» beschreibt Peter Maier, wie mithilfe von Initationsritualen und Ahnenarbeit körperliche, seelische, systemische und spirituelle Heilung möglich ist.

Mehr Infos und Bestellung unter: www.initiation-erwachsenwerden.de 

Fotos: zvg | istock.com

 

 

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