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Heilpflanze des Monats: Huflattich - Tussilago farfara

Kategorie: Heilpflanzen
 Ausgabe_03_18 - 01.03.2018

Text:  Sabine Hurni

Hustenlindernd: Blüten und Blätter des Huflattichs werden traditionell bei Erkrankungen der Atemwege angewandt.

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Erst die Blüte, dann die Blätter – diesem Prinzip folgen nicht nur die Magnolie oder der Weissdorn. Auch beim Huflattich erwacht die Blüte vor den Blättern aus dem Winterschlaf. Oft findet man die gelben, strahlenförmigen, nach Honig duftenden Huflattichblüten bereits im Februar im Wald, in Kiesgruben, an Böschungen, aber auch an Acker- und Wegrändern – der Korbblütler bevorzugt lehmige Böden. Später bilden sich die herzförmigen, langgestielten Blätter und danach wachsen auch die Blütenstiele bis 30 Zentimeter in die Höhe. Aus der Blüte bilden sich Pusteblumen wie beim Löwenzahn.

Huflattich schützt die Schleimhäute und gehörte einst in jede Hustenteemischung bei trockenem Husten. Heute ist die Heilpflanze jedoch weitgehend aus dem Handel verschwunden – weil sie neben Schleim-, Gerb- und Bitterstoffen auch Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden enthalten kann. In hohen Dosen schädigen diese die Leber und können das Krebsrisiko erhöhen. Es gibt aber auch Hinweise, dass sich die Pyrrolizidinalkaloide erst in durch Schnecken- frass oder Wassermangel gestressten und in älteren Pfanzen bilden und die jungen Frühlingstriebe, wenn überhaupt, nur Spuren davon aufweisen. Für arzneiliche Zwecke genutzt werden hauptsächlich die (jungen) Blätter, die man im Mai und Juni sammelt.

Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht. Schwangere und stillende Mütter sollten auf Huflattich verzichten; alle anderen sollen den Tee davon nicht länger als drei Wochen am Stück und sechs Wochen im Jahr einnehmen. Er hilft wunderbar bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen, bei trockenem Hustenreiz, Bronchialkatarrh sowie bei gereizten Schleimhäuten in Magen und Darm. Unproblematische Alternativen mit ähnlicher Wirkung sind Spitzwegerich, Eibischwurzel und Malve. 

Gutes aus Huflattich
1. Die Indianer trockneten die Huflattichblätter, verbrannten sie und benutzten das Pulver anstelle von Salz. Es ist reich an Kalium.
2. Brustteemischung bei trockenem Reizhusten, Heiserkeit und gereizten Magen- und Darmschleimhäuten: 20 g Huflattichblätter, 20 g Königskerzenblüten, 20 g Thymiankraut, 20 g Fenchelsamen. Während zwei bis maximal drei Wochen kurmässig anwenden: dreimal täglich eine Tasse.
3. Man kann die getrockneten Blätter des Huflattichs als Kräutertabak verwenden oder mit normalem Tabak mischen, um eine verträglichere Rauchmischung zu erhalten.
4. Pfarrer Kneipp empfahl Huflattich nicht nur bei Husten, sondern auch als Auflage gegen offene Geschwüre. Denn er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und blutstillend. Dazu vorgängig die frischen Blätter etwas verreiben und auf die offene Stelle legen.

Bisher erschienen: Hopfen, Wacholderbeere, Mistel, Hamamelis, Schlüsselblume, Lavendel, Kurkuma und viele mehr

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