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Die Arve

Kategorie: Heilpflanzen

Pinus cemba

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Der wohlige Geruch von Arvenholz beruhigt die Nerven und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Dazu muss man nicht unbedingt ein Arvenstübli einrichten. Auch ein Duftlämpchen, ein Raumspray oder ein Arvenkissen sorgen für entspannte Glückseligkeit. So wohlig und harmonisch der Arvenduft daherkommt, so zäh und zerzaust trotzt der Arvenbaum Wind und Wetter in hohen Gebirgsregionen. Die Arve gehört wie die Tanne, Lärche und Fichte zur Familie der Kiefern- bzw. Föhrengewächse. Man erkennt sie an ihren Büscheln mit jeweils fünf Nadeln – und an ihrem einzigartigen Duft.

Der Arve ist es dort wohl, wo es allen anderen Bäumen bereits zu garstig ist; sie ist extrem widerstandsfähig, extrem langlebig und liebt es extrem gebirgig: Die Arve wächst in Alpenregionen knapp unter der Baumgrenze zwischen 1500 und 2500 Metern über Meer. In Österreich und Deutschland nennt man sie Zirbe, Zirbel oder Zirbelkiefer. Hierzulande ist sie als Arve geläufiger. Sie kann bis über 25 Meter hoch werden und das stolze Alter von bis zu tausend Jahren erreichen. Oft kommt sie knorrig daher, von Schneemassen geknickt, vom Wind zerzaust und deformiert, vom Blitz getroffen. Und trotzdem lebt und duftet sie weiter, die Arve.

Ihr rötlich-gelbes Holz ist reich an Harzen und ätherischen Ölen. Deshalb verströmt es, oft auch noch Jahre nach der Verarbeitung, einen warmen, aromatischen Duft. Dieser Duft wirkt auf den Menschen stark beruhigend: der Schlaf wird tiefer, der Körper regeneriert schneller. Offenbar ist der Arvenduft obendrein nützlich für das Herz, da sich der Herzschlag, umgeben von Arvenduft, merklich reduziert. Interessant ist auch die förderliche Wirkung auf den Vagusnerv: Der wohl wichtigste Nerv des menschlichen Körpers steuert die Arbeit der inneren Organe und ist wesentlich daran beteiligt, wenn wir vom Wachzustand in den Entspannungsmodus wechseln. Diese Entspanntheit oder Entschleunigung schützt das Herz vor Überlastung, stärkt die Selbstheilungskräfte, lindert Kopfschmerzen und aktiviert das Immunsystem.

Das ätherische Arvenöl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation von Arvenzweigen mitsamt Nadeln und Zapfen. Der würzige, waldige Duft mit einer feinen, balsamischen Note eignet sich zur Raumluftreinigung. Die feinen Aromen des Öles wirken entspannend und erhöhen das Glücksgefühl, indem sie die Bildung von Glückshormonen anregen. Somit hilft Arvenöl bei Stimmungstiefs, Antriebsschwäche, Angst, Mutlosigkeit oder nach seelischen oder körperlichen Belastungen. Durch die harzige Note weckt es die Lebensgeister und belebt den gesamten Organismus. Wie alle Kieferngewächse hat auch die Arve einen Bezug zu den Atemwegen und wirkt antibakteriell bei Erkältungskrankheiten, Grippe, Bronchitis oder Lungenerkrankungen.

Wandertipps

Wandern im Arvenwald

Ein Herbstspaziergang durch einen Arvenwald steigert das Wohlbefinden und die Gesundheit. Das Waldbad ist allerdings mit Anstrengung verbunden, denn die Arvenwälder befinden sich in höheren Regionen. 
● Wandertipp 1
Der Aletschwald in der Aletsch Arena ist einer der schönsten Bergwälder der Schweiz. Die Arven sind teilweise mehr als 900 Jahre alt und gelten als die ältesten Bäume der Schweiz.

Wandertipp 2
Der God da Tamangur («Der Wald da hinten») ist der höchstgelegene zusammenhängende Arvenwald Europas. Er liegt auf 2300 m ü.M., im Unterengadin, zuhinterst im Val S-charl, südlich von Scuol. Es handelt sich dabei um ein 86 Hektaren grosses Naturreservat.

Die Wirkung der Arve zu Hause nutzen: 
Arvenholz als Mottenschutz
Seit Jahrhunderten werden die positiven Eigenschaften des Arvenholzes genutzt, um die Kleider vor Motten zu schützen. Man legt einige Holzstücke zu den Kleidern oder bewahrt die Winterkleider über den Sommer in einer Holzkiste aus Arvenholz auf.

 Möbel aus Arvenholz
Ein Arvenbett fördert den Schlaf. Wer längere Zeit in einem Arvenbett schläft, erholt sich besser und soll rund 3500 Herzschläge pro Tag sparen. 
Das entspricht einer Stunde Herzarbeit.

Bisher erschienen
Hopfen, Mistel, Hamamelis, Schlüsselblume, Lavendel, Kurkuma, Huflattich, Löwenzahn, Maiglöckchen, Ringelblume, Lindenblüte, Mönchspfeffer und viele mehr. Siehe www.natuerlich-online.ch 

Fotos: www.swiss-image.ch /roland gerth, http://www.mauritius-images.com    
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