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Bienenwelten

Kategorie: Natur
 Ausgabe 11 - 2009 - 01.11.2009

Text:  Remo Vetter

Herbstarbeiten stehen an. Doch Remo Vetter denkt auch bereits an den kommenden Frühling – und an die Bienen, denen es die intensive Landwirtschaft immer schwerer macht, genügend Nektar zu sammeln.

Solange es das Wetter vor dem Wintereinbruch zulässt, geniessen wir die schönen Herbsttage wenn immer möglich draussen im Garten. Es geht jetzt alles ein bisschen gemächlicher. Die Natur drängt nicht mehr so wie im Frühling und Sommer. Unsere winterfesten und einjährigen Gründüngungen sind gut angewachsen. Das Ziel welches wir verfolgen, ist eine möglichst permanente Bepflanzung und Schutz der Bodenstruktur. Da in dieser Jahreszeit sehr viel Material im Garten anfällt, sollte es ein leichtes sein, die Beete mit Ästen und Laub abzudecken, wo dies nötig ist.

Auf den spät zu erntenden Beeten mit Rosenkohl, Federkohl und Lauch haben wir Feldsalat als Bodendecker eingesät, welcher uns auch im Winter mit Vitaminen versorgt. Wir lassen nicht benötigte Pflanzen den ganzen Zyklus gehen. Eine Pflanze hat eine Hochzeit: Blüte und Erntezeit. Nach dem Samenstadium beginnt das Vergehen, Säfte und Energie ziehen sich in die Wurzeln zurück. Seit wir den Pflanzen diesen Ausreifungsprozess gönnen, seit wir ihnen Ruhephase und Rückzugsmöglichkeit zugestehen, gibt es in unserem Garten kaum mehr Mangelerscheinungen.

Biologisch Gärtnern und Nichtstun sind nicht dasselbe. Wir müssen dann eingreifen, wenn wir sehen, dass Pflanzen kränkeln oder Schädlinge überhand nehmen. Klar ist, dass wir auf jeden Fall auf Pestizide, Herbizide, Fungizide, Schneckenkörner und Kunstdünger verzichten. Wir verwenden auch keinen Torf und ziehen die Pflanzen aus biologischem Saatgut. Die Philosophie ist denkbar einfach: Auf einem gesunden Boden wachsen gesunde Pflanzen und das wiederum gibt gesunde Menschen.

Wichtige Arbeiten im November
• Hügelbeete anlegen

Aufräumarbeiten erledigen
Nistkästen ausräumen desinfizieren und aufhängen
Rosen und mehrjährige Stauden sanft zurückschneiden, mit einer Kompostgabe versehen, evtl. mit Tannenästen abdecken
Beerensträucher in schneereichen Gegenden zusammenbinden und mit Netzen gegen Knospenfrass schützen
Gartengeräte säubern, Gartenscheren schleifen lassen

Kupferwerkzeuge fördern Pflanzenwuchs

In unserem Garten arbeiten wir seit einigen Jahren konsequent mit Gartengeräten aus Kupfer. Dabei stellen wir fest, dass die Pflanzen von Jahr zu Jahr üppiger gedeihen, dass sich die Bodenstruktur verbessert und die Bearbeitung viel leichter von der Hand geht.

Durch gezielte Versuche zeigte sich bereits in den Fünfzigerjahren, dass die Verwendung von Kupfergeräten Qualität und Ertrag deutlich verbessert. Der österreichische Biotechniker Viktor Schauberger führte dies darauf zurück, dass Eisen in der bearbeiteten Gartenerde eine negative Wirkung entfaltet. Nach seiner Erkenntnis werden durch die mechanische Abnützung von Eisenwerkzeugen feine Eisenteilchen an den Boden abgegeben. Diese bilden einen dünnen Rostschleier, der die Austrocknung des Bodens wesentlich beschleunigen kann.

Kupfer hingegen ist in einem gesunden Boden von Natur aus vorhanden und beeinflusst im Gegensatz zu Eisen die natürliche, magnetische Spannung des Bodens nicht. Deshalb bringen Gartengeräte aus Kupfer eine deutliche Verbesserung von Qualität und Ertrag bei Zier- und Nutzpflanzen. Das war bereits in der Hochkultur des alten chinesischen Kaiserreichs bekannt und wurde in unserer Zeit von Schauberger wiederentdeckt. Die Gartengeräte geben feinste Teile von Kupfer, Gold, Silber und Magnesium ab, beeinflussen damit den Wasserhaushalt und die Fruchtbarkeit des Bodens und schaffen so die Voraussetzung für einen kräftigen, gesunden Pflanzenwuchs.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen AR tätig, wo er mit Hilfe seiner Familie den Schau-Kräutergarten von A. Vogel hegt.
Vetter ist Autor des Buches «The Lazy Gardener – Wie man sein Glück im Garten findet».
Dieses Buch direkt beim AT Verlag hier bestellen.

Für eine Welt mit Bienen

Wer war zuerst da, der Nektar oder die Bestäuberin? Wir werden das vielleicht nie erfahren, aber wir können sicher sein, dass sich die Honigbiene und die Pollenproduzenten im Lauf von Millionen Jahren so entwickelt haben, dass sie – jeweils auch zu ihrem eigenen Vorteil – perfekt zusammenarbeiten. Die Biene ist sozusagen eigens für ihre Rolle konstruiert.

Überall auf der Welt ist in den letzten 20 Jahren ein massives Bienensterben zu beobachten. In einzelnen Gebieten in China werden die Obstbäume bereits von Hand bestäubt und in Europa verzeichnen die Imker einen enormen Rückgang der Populationen. Einer der Hauptgründe scheint die exzessive Landwirtschaft, Monokulturen und der Einsatz von Fungiziden und Pestiziden zu sein. Wenn die Biene von der Erde verschwindet, bleiben der Menschheit nur noch wenige Jahre zum Leben!

Da weltweit 90 Prozent der Feldfrüchte von Honigbienen bestäubt werden, würde ein Mangel an Bienen zu Versorgungsengpässen bei Früchten und Gemüse, Viehfutter, Nüssen, Saaten und sogar Baumwolle führen. Es gilt zu handeln und mit anstatt gegen die Natur zu arbeiten.

Literatur
Benjamin/McCallum: "Welt ohne Bienen", Verlag Fackelträger 2009
Fr. 34.50

Fotos © fotolia.com, Dave Brüllmann

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