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Ausgabe_08_2013

Text:  Roland Dekker

Verkehrsmeldungen am Radio tönen seit Kurzem ungefähr so: «In Richtung Zürich Stau vor dem Baregg – Zeitverlust rund 15 Minuten.» Das Wort macht dramatisch klar: Hier geht es nicht mehr um ein simples Zuspätkommen, sondern um unwiederbringlich verlorene Lebenszeit! Und was passiert, wenn meine Partnerin zufälligerweise im gemeldeten Stau gesteckt und deshalb 15 Minuten verloren statt gewonnen hat? Dann haben wir uns rein rechnerisch 30 Minuten auseinandergelebt – was beziehungsmässig schwierig werden könnte. Die Zeit ist eine schwierige und höchst flüchtige Sache. Kaum ist sie da – ist sie auch schon wieder weg, und dabei spielt es doch keine Rolle, ob wir von vermeintlich gewonnener Zeit leben oder statistisch verlorener nachtrauern.

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