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Die Hügelbauer

Kategorie: Garten
 Ausgabe 11 - 2011 - 01.11.2011

Text:  Remo Vetter

Im Garten kann der Spätherbst gemütlich angegangen werden. Wer dennoch Lust auf einen kreativen Kraftakt verspürt, nützt die Zeit, um ein praktisches Hügelbeet für die nächste Saison anzulegen.

Persönlich halten wir es in unserem Garten so, dass wir viele samentragende Pflanzen, aber auch Obst und Beeren stehen lassen, um den Vögeln das Futter zu sichern und gleichzeitig Futterkugeln aufhängen, was vermutlich gar nicht nötig wäre, doch wir erfreuen uns immer wieder am Gezwitscher direkt vor dem Fenster. Doch auch wir nehmen uns unseren Anteil: Bei der Ernte im Spätherbst wird oft vergessen, dass viele Samen verwendbar sind. Grosse Früchte wie Kürbisse enthalten Unmengen von Samen, die meist weggeworfen werden. Sie lassen sich leicht aus dem faserigen Mittelteil der Früchte herauslösen und sauberwaschen. Anschliessend breitet man sie aus und stellt sie zum Trocknen an einen warmen Ort, bevor man sie in Gläsern aufbewahrt. Bei den Sonnenblumen werden die äusseren harten Schalen entfernt, um die aromatischen weichen Kerne zu erhalten. Geröstet schmecken Sonnenblumenkerne ausgezeichnet und man kann damit Salate, Müesli und Brote verfeinern. Samen sind oft reich an Mineralien, pflanzlichen Ölen und wertvollen Nährstoffen.

Hügelbeet jetzt anlegen

Wem jetzt nicht nur nach Gemütlichkeit, sondern noch immer nach Gartenarbeit ist, der nützt den Spätherbst, um ein Hügelbeet anzulegen. Der Bau von Hügelbeeten bereitet uns zwar mehr Arbeit als die Anlage normaler Beete, doch der Aufwand lohnt sich. Wie der Name sagt, hat das fertige Beet die Form eines kleinen, lang gestreckten Hügels. Allein schon die Form bringt den Vorteil einer um mindestens einen Drittel vergrösserten Anbaufläche im Vergleich zu einem flachen Beet mit gleicher Grundfläche. Vom Astschnitt bis zum Herbstlaub lässt sich praktischerweise sämtliches Pflanzengut in einem solchen Beet unterbringen. Die Gartenrückstände werden im Innern des Beetes aufgeschichtet und mit Kräutern geimpft. Der im Garten anfallende Pflanzen- und Gemüseüberfluss wird nicht wie sonst entsorgt, sondern als «Sofort-Kompostierung» direkt in den Naturkreislauf zurückgeführt.

Wichtige Arbeiten im November
● Nistkästen ausräumen und aufhängen.
● Bohnenstangen und Kletterhilfen im Schuppen versorgen.
● Unreife Tomatenpflanzen zusammen aus dem Treibhaus mit Stängeln und Wurzeln aus der Erde ziehen und zum Ausreifen der Tomaten an einem trockenen Platz aufhängen.
● Gartenbeete nochmals sauber durchjäten und gut verrotteten Kompost oder Stallmist einarbeiten.
● Stachelbeeren und Johannisbeeren schneiden.
● Winterschnitt bei Äpfeln und Birnen.
● Rosen zurückschneiden, mit kompostiertem Mist bedecken, evtl. mit Tannenästen schützen.
● Gartengeräte säubern und versorgen.
● Frei gewordene Gemüsebeete abdecken, um das Unkraut zu unterdrücken und den Boden zu schützen.
● Laub kompostieren.
● Folientunnel aufstellen, um Salate vor Frost zu schützen.
● Unkraut um Obstbäume entfernen und Baumscheibe mulchen und düngen.
● Lehm-Kalk-Stammanstrich vornehmen. Auf 10 Liter Wasser braucht es: 5 kg Lehm, 5 kg Kuhmist, 0,5 kg Stein- und Algenmehl, 0,5 Liter Schachtelhalmbrühe. Diese Mischung reicht für 6 bis 10 Hochoder HalbstammObstbäume.

Und so geht es: den Grundriss des Hügelbeetes abstecken und die Erde einen Spatenstich tief ausheben. Da die Erde später wieder gebraucht wird, lässt man sie daneben liegen. Die Sohle wird mit der Grabgabel gelockert, bei sehr festem Untergrund muss umgegraben werden. Besteht Wühlmausgefahr, sollte die Grube mit einem feinmaschigen Maschendraht ausgelegt werden. Anschliessend wird in der Mitte der Grube der Länge nach und möglichst dicht ein Streifen mit Astholz aufgeschichtet, lange Stücke auf eine Länge von 40 bis 50 Zentimeter zurückschneiden. Die Breite und Höhe des Altholzstreifens beträgt etwa 50 Zentimeter. Das Altholz mit Grassoden bedecken. Anschliessend wird die Oberfläche mit einem Teil der ausgehobenen Erde abgedeckt und mit einer Schaufel festgeklopft. Nun kommt eine etwa 25 bis 30 Zentimeter dicke Schicht Laub auf den Hügel. Gleichmässig verteilen. Trockenes Laub sollte vorher leicht angefeuchtet werden. Unter das Laub wird ein Teil der ausgehobenen Erde gemischt. Die Laubschicht wird schliesslich dünn mit Erde zugedeckt. Jetzt kommt eine etwa 15 bis 20 Zentimeter dicke Schicht grober, halb verrotteter Kompost auf das Beet. Auch diese Lage wird mit Erde abgedeckt, leicht festklopfen. Zum Schluss folgt eine Schicht fein gesiebter, reifer Kompost. Die Oberfläche jetzt zu einem Hügel modellieren.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.

Foto: fotolia.com

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