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Geschmackssache

Kategorie: Garten
 Ausgabe 08 - 2011 - 01.08.2011

Text:  Vera Sohmer

Was für Menschen gut ist, kann fürs Haustier nicht schlecht sein, sagen sich immer mehr Tierhalter und kaufen Futter in Bio-Qualität. Was haben Hund und Katz davon?

Bio-Futter fürs Haustier liegt im Trend – entsprechend den veränderten Ernährungsgewohnheiten des Menschen. Wem wichtig ist, wie Lebensmittel produziert werden und woher sie kommen, will seinem Haustier kein Fleisch aus Massentierhaltung verfüttern. Eine der Anbieterinnen auf dem Schweizer Markt ist die Firma Biopetfood. Sie ist seit drei Jahren alleinige Importeurin der deutschen Firma «Defu – Bio fürs Tier». Die Produkte gibt es im Onlineshop, bei Tierärzten, in Reformhäusern oder Qualipet-Filialen. Die Zutaten stammen aus ökologischem, zum Teil aus biodynamischem Anbau. Zertifiziert wird nach EU-Richtlinien. Defu wirbt damit, keine tierischen und pflanzlichen Nebenprodukte zu verwenden – also keine Galle, Hörner, Schädel oder Pflanzenstiele.

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Uni Zürich - Institut für Tiernahrung

Auch Hutter & Schmid aus dem Appenzellerland bietet seit rund zehn Jahren Biofutter für Hunde und Katzen an. Es besteht hauptsächlich aus Fleisch, Innereien und Getreide. Die Produkte in Wurstform tragen die Bio-Suisse-Knospe. Sie sind in diversen Bioläden sowie im Direktverkauf erhältlich. Pluspunkt: Sämtliche Inhaltsstoffe sind auf der Verpackung aufgelistet. Nach Biopetfood ist es wichtig, klar zu deklarieren. Bei den meisten Produkten können Tierhalter genau nachvollziehen, aus welchen Zutaten das Futter gemacht ist. Beispiel: Eine der NassfutterSorten für Hunde besteht aus 35 Prozent BioTruthahn (Brust, Hals), je 10 Prozent Bio-Haferfl ocken und Bio-Äpfel, Brühe sowie Meersalz.

Dem Bio-Trend bei der Tiernahrung folgen auch die Grossen im Markt. Der Mars-Konzern beispielsweise, der die Marke Whiskas führt. Für die Bio-Varianten stammen die Rohstoffe – Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Eiweissextrakte – aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft. Sie tragen das Label der Zertifizierungsstelle «Austria Bio Garantie». Was gegenüber den kleineren Anbietern negativ auffällt: Die Deklaration ist schwammig. So bleibt unklar, was genau mit «tierischen Nebenerzeugnissen» gemeint ist.

Ob Biofutter fürs Haustier wirklich nötig ist oder nicht, daran scheiden sich die Geister. Rolf Denzler von Biopetfood ist überzeugt, dass Zutaten aus biozertifizierter Landwirtschaft auch fürs Haustier gesund sind. Schliesslich verleibe es sich so keine Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, Farb- und Lockstoffe ein. Und es nehme weder Rückstände von Pestiziden, Wachstumsbeschleuniger und Tierarznei zu sich – Gentech-Zutaten sowieso nicht.

Auf das Tier kommt es an

Allerdings: Bislang fehlen wissenschaftliche Arbeiten, die beweisen, dass Biofutter fürs Tier besser ist als konventionelle Nahrung, sagt Annette Liesegang vom Institut für Tierernährung der Universität Zürich. Prinzipiell findet sie Biofutter nicht falsch. Man könne davon ausgehen, dass die Einzelfuttermittel tiergerecht beziehungsweise die pflanzlichen Inhaltsstoffe mit weniger Düngemittel hergestellt worden seien. Ob das aber tatsächlich etwas bringe für die Gesundheit der Haustiere, das könne man vielleicht in zehn bis zwanzig Jahren bewerten.

Fotos: fotolia.com

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