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Mit allen Sinnen gärtnern

Kategorie: Garten
 Ausgabe 05 - 2011 - 01.05.2011

Text:  Remo Vetter

Der Mai ist sinnlich und verführerisch. Das spürt nicht nur Remo Vetter, das spüren alle, die die Natur lieben, bis in die Fingerspitzen – und bis in die Wurzelspitzen alle Pflanzen.

Der Mai ist verführerisch. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und mit etwas Glück scheint die Sonne schon fast so warm wie im Sommer. Aber der Mai hat auch seine Tücken. Oft kann der Boden für gewisse Saaten noch zu kalt sein, um zu keimen. Und wenn sie keimen, können späte Nachtfröste oder ein nächtlicher Schneckenangriff dem Garten böse mitspielen. Und auch das Unkraut spriesst jetzt überall. Doch zum Ausgleich für all dies stehen wahrscheinlich schon die ersten Ernten an und dafür lohnt sich der Aufwand ganz bestimmt.

Säen für Anfänger

Doch vor dem Ernten kommt in aller Regel das Säen. Dazu hier die wichtigsten Faustregeln:

  • Aussaaterde-Mischung: Je zu einem Drittel gut veredelter Kompost (in der Regel 2-jährig), Gartenerde und Sand.
  • Licht: Für Dunkelkeimer gilt: So dick, wie der Same ist, so tief sollte er in die Erde. Lichtkeimer hingegen werden nur mit einer dünnen Schicht Erde berieselt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Samen im feinkrümligen Saatbeet gut angedrückt werden, damit die Bewurzelung sichergestellt ist.
  • Wasser: Sämlinge stets feucht halten. Sie dürfen aber nicht im Wasser schwimmen. Tipp: Bei Anzucht in Gefässen diese mit Glas oder Folie abdecken, das verlangsamt die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit.
  • Wärme: Samen brauchen ganz unterschiedliche Temperaturen, um zu keimen. Dicke Bohnen zum Beispiel keimen bei fünf Grad Bodentemperatur, der Kürbis braucht gut und gerne 18 bis 20 Grad. Empfindliche Kulturen ziehen wir also im Gewächshaus oder auf dem Fensterbrett vor, bevor wir sie ins Freiland verpflanzen.
  • Der richtige Zeitpunkt: Pflanzen benötigen auch bei der Aussaat bestimmte Wachstumsbedingungen. Neben den Temperaturen spielt auch die Tageslänge eine wichtige Rolle. Die meisten Sorten wollen in die beginnende warme Jahreszeit gesät werden.
  • Der richtige Pflanzenabstand: Bei der Aussaat ins Freiland will der richtige Säabstand der Samen beachtet werden. Wird zu eng gesät, ist es gut, die Reihen später auszudünnen, das heisst einige Pflanzen zu entfernen. Ich mische bei feinem Saatgut deshalb immer ein wenig Sand zu den Samen und muss mit diesem Trick später kaum vereinzeln. Sollte das trotzdem nötig sein, hier zwei einfache Pikierregeln: Keimlinge im «2-Blatt-Stadium» haben die ideale Grösse – und Keimlinge beim Umpflanzen so ins Loch einsetzen, dass die Wurzeln nicht nach oben gebogen oder verletzt werden.

Kartoffelanbau auf dem Balkon

Für eine reiche Ernte braucht es keinen grossen Garten. Auch in der Stadt, auf dem Balkon oder in einem kleinen Hof lässt sich sinnliches Erleben. Zum Beispiel mit Kartoffeln. Der Anbau in Töpfen und Containern auf dem Balkon oder der Terrasse ist nämlich ganz einfach und eine spannende Alternative zum Anbau im Garten. Alles, was Sie dazu benötigen, ist etwas Erde und ein ausreichend grosses Gefäss, je grösser, desto besser. Es spielt keine Rolle, ob Sie Metallkübel, Plastikeimer oder Holzkisten verwenden. Wichtig ist, dass der Behälter über Löcher im Boden verfügt, damit überschüssiges Waser ablaufen kann. Zu empfehlen sind in diesem Falle auch schwarze Plastikeimer, da sich diese bei Sonneneinstrahlung schneller erwärmen. Aber Vorsicht: Nie den Plastikeimer in die pralle Sonne stellen, da es sonst für die Pflanzen zu warm wird.

Pflanzen auf dem Balkon
Kresse: Auf der Fensterbank ist die Aussaat im ganzen Jahr möglich, nach nur wenigen Tagen eine Köstlichkeit auf Brot.
Bohnen: Rankende Stangenbohnen verschönern mit den ansehnlichen Blüten den Balkon.
Radieschen: Aussaat April bis September. Auch aus dem Balkonkasten ein Genuss.
• Blumen: Ringelblumen (Calendula) sind pflegeleichte, anspruchslose Blumen, deren Blüten auch vorzüglich im Salat schmecken. Und Kornblumen waren früher auf jedem Acker zu finden, heute sind sie selten geworden, deshalb säen wir sie in Blumenkistchen aus.

Und so gehts: Zuerst beginnt man den Gefässboden mit einer etwa 15 bis 20 Zentimeter dicken Schicht aus einem Erde-Kompost-Sand-Gemisch zu bedecken. In diese Erdschicht werden dann etwa fünf Zentimeter tief einige Kartoffeln gelegt. Um die Keimung zu beschleunigen, hat man die Kartoffeln schon ab Anfang März an einem hellen Ort bei 12 bis 15 Grad vorgekeimt.

Viele Pflanzen mögen Gesellschaft
Pflanzen kommunizieren miteinander. Wenn sich benachbarte Pflanzen gut verstehen, ergänzen sie sich hervorragend. Sei es in der Abwehr von Schädlingen, in der Bindung von Nährstoffen oder im Schattenspenden und Windabhalten.
Diese Pflanzen mögen sich
• Kerbel hilft gegen Pilzbefall (Mehltau) bei Salaten und vertreibt Schnecken
• Blattsellerie verhilft Bohnen, Kohl, Lauch und Tomaten zu gesundem Wachstum.
• Borretsch passt wunderbar zu Gurken und anderen Gemüsearten. Als Insektenmagnet hilft er auch, dass Zucchiniblüten bestäubt werden.
Diese Pflanzen mögen sich nicht
Folgende Pflanzen stehen nicht gerne eng beieinander oder im gleichen Kistchen:
• Petersilie und Salat
• Kohlrabi und Randen
• Basilikum und Majoran
• Gurken nicht neben Senf, Kresse, Rettich, Radieschen.

Sobald die Kartoffeln die Sprossenspitzen aus der Erde schieben, wird eine neue Schicht Komposterde darüber gegeben, bis kein Grün mehr zu sehen ist. Beim erneuten Durchtreiben der Spitzen wiederholt man den Vorgang so lange, bis der Gefässrand erreicht ist. Das schichtweise Auffüllen der Erde hat den Effekt, dass die Knollenbildung «stockweise» immer wieder neu angeregt wird. Wichtig ist, dass Sie nicht vergessen, die Pflanzen regelmässig zu giessen, vor allem bei heisser und trockener Witterung. Je nach Witterung können Sie mit dieser Anbauweise ab Juni, Juli die ersten Kartoffeln ernten. Reif sind die Kartoffeln dann, wenn das Laub gelb wird und anfängt zu welken.

Der Autor
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.

Fotos: fotolia.com und F. Vetter

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