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Der grosse Appetit

Kategorie: Garten
 Ausgabe 04 - 2011 - 01.04.2011

Text:  Tertia Hager

Weltweit sind die Fischbestände bedroht. Alternativen wie Fische aus Zucht oder einheimischen Gewässern entpuppen sich je nach Situation jedoch auch als heikel. Vielleicht ist Mässigung ein guter Gedanke.

Von den weltweiten Fischbeständen sollen gemäss der Uno-Welternährungsorganisation über 80 Prozent bis an die Grenzen befischt, überfischt oder gar schon vom Aussterben bedroht sein. Das tönt alarmierend und man hört es wohl kaum zum ersten Mal. Doch neigt der Mensch gerne dazu, schlechte Nachrichten rasch wieder zu vergessen.

Allein in den vergangenen drei Jahren hat der Fischkonsum in der Schweiz um 25 Prozent zugenommen: über 9 Kilogramm werden pro Kopf und Jahr gegessen. Im Vergleich zu den 52 Kilogramm Fleisch, die jährlich verschlungen werden, mögen die 9 Kilo nach wenig klingen. Doch der Konsum steigt weltweit und moderne Fangmethoden machen den Fischen in den Meeren das Überleben schwer. Der Griff zum Zuchtfisch ist auch nur bedingt eine Alternative. Räuberfische wie der Lachs brauchen tierisches Eiweiss. Damit die Zucht gute Erträge abwirft, werden die Lachse mit Fisch aus dem Meer gefüttert. Zudem belasten viele Aquakulturen durch Kot, Futterreste und Medikamenteneinsatz die Umwelt. Bedingt empfehlenswert sind solche aus Biozuchten, da dort nur Fischmehl und -öl aus Abfällen der Bio-Aquakultur oder der nachhaltigen Fischerei verwendet werden. Und wer sich für einheimischen Fisch entscheidet, wird merken, dass Egli und Co. aus heimischen Gewässern mitnichten stets zum Kauf bereitliegen. Rund 95 Prozent des schweizerischen Fischbedarfs kommt aus dem Ausland. Die Organisation fair-fish stellt zudem die Frage, ob ein aus intensiver Zucht stammender Schweizer Fisch per se ökologischer ist, als ein Meerfisch aus nachhaltiger Fischerei. Hinter jedem Lösungsansatz lauert ein neues Problem. Hilfreich ist da vielleicht die Empfehlung von fair-fish, nur einmal pro Monat Fisch zu essen, und sollte dies nichts ausrichten gegen die weltweite Überfischung, dann bleibt wenigstens das Gefühl, etwas versucht zu haben.

Foto: fotolia.com

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