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Hilfe für den Igel

Kategorie: Garten
 Ausgabe 11 - 2010 - 05.11.2010

Die Igel bereiten sich jetzt auf den Winterschlaf vor. Doch in unseren aufgeräumten Gärten finden sie oft zu wenig Nahrung und zu wenige geeignete Winterquartiere. Der Verein «Pro Igel» weiss, wie einfach Sie den Tieren helfen können.

Igel sind Wildtiere, die normalerweise mit den Umständen, die ihnen die Natur bietet, gut zurechtkommen. Nicht jeder Igel, der im Herbst beobachtet wird, ist deshalb hilfsbedürftig. Während bei uns die meisten Igelmännchen ihren Winterschlaf etwa Ende Oktober bis Mitte November beginnen, sind die Weibchen noch rund einen Monat länger unterwegs. Sie waren bis in den Herbst hinein mit ihren Jungen beschäftigt und brauchen nun noch etwas mehr Zeit, um sich eine Fettreserve für die Wintermonate anzufressen. Auch die Jungigel stöbern noch bis tief in den November, teilweise bis Anfang Dezember nach Fressbarem, bevor sie ihre Winterruhe beginnen.

Leider ist heute das Nahrungsangebot in den aufgeräumten und sterilen Gärten schon während der warmen Jahreszeit ungenügend und im Spätherbst erst recht. Durch die Nahrungsknappheit sind viele Tiere unterernährt und geschwächt und damit zu einem frühzeitigen Tod verurteilt. Mit dem Anbieten von Futter kann daher manchem Tier geholfen werden. Etwas Nachfüttern hilft untergewichtigen Igeln in der Regel mehr als der Versuch, sie im Haus zu überwintern, da der mit der Gefangennahme verbundene Stress sowie die oft unsachgemässe Unterbringung anstelle der angestrebten Verbesserung oft zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen.

Futterstelle und Winterquartier

Wer den kleinen Insektenfressern helfen will, tut dies am besten mit der Einrichtung einer zeitlich befristeten Futterstelle. Sobald sich die Igel mit oder ohne menschliche Unterstützung genügend Fett angefressen haben, ziehen sie sich in ihr Winternest zurück. Am besten geeignet für den Bau eines Winternests sind natürliche Unterschlupfmöglichkeiten. An geschützten Stellen unter Hecken, in Asthaufen und Holzbeigen oder im dichten Gestrüpp richten sich Igel aus Laub, Gras und ausgerissenen Pflanzen ein kompaktes, gut isoliertes Nest mit dicken Aussenwänden ein. Schwierig ist die Situation für Igel, deren Winterquartier durch Aufräumarbeiten im Garten zerstört wird: im Winter haben sie keine Möglichkeit, rasch ein Ersatznest zu finden. In solchen Fällen kann eine Schlafkiste als provisorisches Winterquartier zur Verfügung gestellt werden.

Schlafende Igel sollen nicht gestört oder aufgeweckt werden. Der Aufwachvorgang verbraucht nämlich viel kostbare Energie. Trotzdem unterbrechen auch gesunde Igel manchmal ihren Winterschlaf und werden vorübergehend aktiv, bevor sie wieder weiterschlafen.

Igel, die im Herbst oder Winter tag aktiv sind, herumtorkeln und weitere deutliche Krankheitszeichen zeigen, brauchen ärztliche Hilfe. Allerdings ist bei der Behandlung von schwachen Tieren grösste Vorsicht geboten: Werden Igel in geschwächtem Zustand – und gar noch mit den falschen Medikamenten – gegen Lungenoder Darmparasiten behandelt, führt dies häufig zum Tod. Im Zweifelsfall kann der Verein Pro Igel über geeignete Medikamente informieren und Kontakte zu Tierärzten, die Erfahrung bei der Behandlung von kranken Igeln haben, vermitteln.

Infos
Für Fragen oder Auskünfte: pro Igel, 8332 Russikon, Tel. 044 767 07 90 www.pro-igel.ch, infowhatever@pro-igel.ch

Fotos: fotolia.com, zvg

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