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Nochmals auf Touren

Kategorie: Natur
 Ausgabe 10 - 2010 - 01.10.2010

Text:  Beat Zentner

Bevor der Winter Einzug hält und das Velo im Keller verschwindet, wollen viele Biker nochmals in die Hügel. Dazu eignet sich die Voralpenroute bestens.

Hält der Herbst Einzug, verschiebt sich des Bikers Territorium unweigerlich in tiefer liegende Gefilde, kann doch schon im Oktober in der Höhe Schnee liegen. Doch einzelne Etappen der Voralpenroute liegen noch alleweil drin. Auf dieser sich insgesamt über 400 Kilometer erstreckenden Route werden dem Alpenbogen entlang, von Buchs nach Vevey, einige attraktive Aussichtspunkte angepeilt. Vielerorts bietet sich bei guter Fernsicht ein 360-Grad-Panorama über die Alpen und das Schweizer Mittelland. Zu Füssen der Voralpen liegen zahlreiche schöne Seenlandschaften.

Die meisten Übergänge liegen zwischen 1400 und 1700 Meter. Die Route ist aber dennoch nicht zu unterschätzen, da es immer wieder bis auf den Talboden, meistens unter 600 Meter über Meer, geht. Die Streckenabschnitte auf Wanderwegen und die Schiebepassagen sind vergleichsweise kurz. Die Route hat vor allem im Frühjahr und Spätherbst ihren Reiz. Der Schnee weicht bereits Anfang Mai von den Höhenzügen der Voralpen, und im Spätherbst liegen grosse Abschnitte der Route über der zähen Nebeldecke des Mittellandes. Die Tour eignet sich auch als Vorbereitung für schwierigere Routen im Hochgebirge. Auch in der Gegenrichtung ist sie problemlos machbar.

Taufrischer Wald

Wir nehmen uns die beiden Etappen vom Thunersee zum Schwarzsee und von diesem weiter nach Gruyères vor. Vor dem Aufstieg steht eine kurzweilige Fahrt über die Thuner Allmend und das hügelige, durch eiszeitliche Gletscher geprägte Gebiet zwischen dem Stockental und dem Gürbetal auf dem Programm. Die Thuner Allmend (Waffenplatzareal) ist eine unbebaute Grünzone, die fast bis ins Zentrum Thuns hineinreicht. Das Waffenplatzareal kann samstags und sonntags uneingeschränkt befahren werden. Wochentags müssen die Fahrwege rund um das Areal benutzt werden.



Blumenstein ist der Ausgangspunkt für den Aufstieg in den Gurnigel. Wenn der Berghang zur Wasserscheide hinauf bereits in der Morgensonne liegt, ist der Aufstieg im Schutz des dichten Blätterdachs durch den taufrischen Wald richtig erholsam. Auf dem höchsten Punkt wird die Passstrasse erreicht. Es folgt eine längere Abfahrt auf der Hauptstrasse. Ruhiger wird es durch den Muscherenschlund hinauf zur Geissalp. Einen schönen Abschluss der ersten Etappe bildet die Fahrt auf dem Alpweg zum Hohberg mit einem herrlichen Talblick auf Schwarzsee. Die Etappe enthält keine Schiebepassagen. Entlang der Gurnigel-Passstrasse bieten sich verschiedene Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Dem Schlund entronnen

Zutreffend werden die Täler im Senseoberland als Schlund bezeichnet. Um dem stark zerfurchten Plasselbschlund auszuweichen, führt die zweite Etappe über die Höhen von Schwyberg und La Patta. Über den Seeschlund ist der Schwyberg gut mit Fahrstrassen erschlossen. Fahrspuren leiten über den Bergrücken bis zur Bergstation der Sesselbahn hinauf und auch wieder hinunter Richtung La Patta. Im Anstieg folgt eine kurze Schiebepassage auf dem Wanderweg. Technisch schwierig ist die Abfahrt auf dem meist feuchten Wanderweg nach L’Auta Chia. Die Alphütte in L’Auta Chia lädt zum Verweilen ein, zumal sämtliche Schwierigkeiten des Tages bereits bewältigt sind. Auch bleibt Zeit, bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten entlang der Etappe, wie zum Beispiel dem schachbrettartig angelegten Kartäuserkloster La Valsainte, einen Halt einzulegen. Nach Broc der Saane entlang fällt der Blick bereits auf das majestätisch gelegene Greyerz oder Gruyères. Bevor der Hügel von Gruyères bezwungen wird, lohnt sich ein Abstecher in die Schaukäserei.

Vom Thunersee zum Schwarzsee
Schwierigkeitsgrad: 2 (mittelschwer)
Distanz: 52 Kilometer
Höhendifferenz: 1691 Meter aufwärts‚ 1204 Meter abwärts
Zeitbedarf: 4,5 Stunden
Übernachtung: Blumenstein; Hotel Schwefelberg Bad (1389 m ü. M.), Schwefelberg Bad, 1738 Sangernboden, Telefon 026 419 88 88; Sangernboden, Schwarzsee Restaurants: Bergwirtschaft Untere Gantrischhütte (1508 m ü. M.), Untere Gantrischhütte, 3154 Rüschegg Heubach, Telefon 031 809 17 21
Variante/Abkürzung: Sangernboden–Zollhaus–Seeschlund–Schwarzsee
Öffentlicher Verkehr: Thun
Karte: 1:50 000, Blatt Nr. 253
Besondere Hinweise
• Die Thuner Allmend (Waffenplatzareal) kann nur samstags und sonntags uneingeschränkt befahren werden. Wochentags müssen die Fahrwege rund um das Areal benutzt werden.
• Auf der Hasenegg, P. 1018 m, rechts abbiegen, weiter bis Tschingel, dort links abbiegen und in wenigen Kehren Richtung Wasserscheide hochfahren.
Informationen
Tourismusorganisation Thun, 3600 Thun, Telefon 033 222 23 40
Tourismusbüro, 1716 Schwarzsee, Telefon 026 412 13 13
www.thun.ch/tourismus.html

Vom Schwarzsee nach Gruyères
Schwierigkeitsgrad: 2 (mittelschwer)
Distanz: 38,4 Kilometer
Höhendifferenz: 942 Meter aufwärts‚ 1169 Meter abwärts
Zeitbedarf: 3,5 Stunden
Übernachtung: Crésuz, Broc, Gruyères
Restaurants: Chalet L’Auta Chia (1458 m ü. M.), L’Auta Chia, 1654 Cerniat, Telefon 026 927 26 96
Öffentlicher Verkehr: Broc, Gruyères
Karten: 1:50 000, Blatt Nrn. 253 und 252
Besondere Hinweise
• Auf halber Höhe im Aufstieg auf La Patta auf dem Wanderweg rechts den Gipfel der La Patta umgehen. Bei der Waldhütte auf dem rechten Ausläufer der La Patta nach links hinunter nach L’Auta Chia abzweigen.
• In L’Auta Chia bestehen zwei Möglichkeiten, um nach Valsainte zu gelangen. Die Strasse links über Les Chelettes ist etwas steiler.
Informationen
Tourismusbüro Schwarzsee, 1716 Schwarzsee, Telefon 026 412 13 13, www.schwarzsee.ch
Offi ce du Tourisme Gruyères, 1663 Gruyères, Telefon 026 921 10 30, www.la-gruyere.ch

Fotos: swiss-image.ch/Max Schmid, Stephan Engler, photohein.com

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