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Die Insel der Süchtigen

Kategorie: Garten
 Ausgabe 05 - 2010 - 01.05.2010

Text:  Markus Kellenberger

Für Gartenfans ist Irland ein Muss, denn die grosse Passion der Iren gilt der Landschaftsgestaltung. Öffentliche und private Gärten stehen in ständigem Wettbewerb um die Gunst des Publikums.

Der irische Sonnenschein, so behaupten die Inselbewohner nicht ohne Stolz, sei der schnellste der Welt: «Kaum ist er da – ist er schon wieder weg!» Ein paar Tage auf der Insel genügen und man versteht, wie das gemeint ist. Das vom Golfstrom milde gestimmte Klima Irlands sorgt für Temperaturen, die im Sommer nie drückend und im Winter nie frostig sind. Und es sorgt dafür, dass jeden Tag die Wolken über die Insel jagen, damit sie ihr Wasser gerecht über die unzähligen Gärten verteilen können.

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Irland ist eine einzige wunderbare Landschaft, im Sommer wie auch im Winter, und die Iren sorgen dafür, dass das so bleibt. Im Kleinen wie im Grossen. Gartenbesitzer investieren in ihren Umschwung Jahr für Jahr das Zehnfache dessen, was Schweizerinnen und Schweizer für ihre Gärten ausgeben, sagt die Statistik. Das sind dann gegen 3000 Franken, doch das betrifft nur die Durchschnittsgärtner. Wer an all den lokalen, regionalen und nationalen Gartenwettbewerben in der Spitzengruppe mithalten will, gibt ein Mehrfaches davon aus. Die Iren sind ein Volk von Gartensüchtigen, sogenannte «Plantaholics».

Dem Adel sei Dank

Für Gartenliebhaber lohnt sich deshalb eine Reise zur grünen Insel. Hier gibt es eine Fülle unterschiedlichster Anlagen, angefangen von peinlichst genau geplanten und gepflegten kleinen Vorstadt- und Naturgärten bis hin zu hochherrschaftlichen Anlagen wie Powerscourt Gardens, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Dublin entfernt.

Das Landgut mit seinem imposanten Herrschaftshaus und der darum herum angelegten Parkanlage schmiegt sich in die sanften Hügel der Wicklow-Berge. Strenge Treppen-, Rasen- und Blumenarrangements, grosse Seerosenteiche und lustig sprudelnde Springbrunnen wechseln sich mit wilden Refugien ab, in denen sich heimische und exotische Pflanzen harmonisch ergänzen. Seit über 250 Jahren arbeiten Gärtner an diesem einzigartigen Schaustück, das sich über mehrere Quadratkilometer erstreckt. Powerscourt Gardens sind aber nur eines von vielen beeindruckenden Beispielen dafür, womit sich der Adel neben der Vermehrung von Macht und Vermögen in Irland auch noch beschäftigte.

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Der Traum vom Paradies

Für ein ganz anderes Gartengefühl stehen die Mount Usher Gardens in Ashford, südlich von Dublin. 5000 verschiedene Bäume und Sträucher bilden hier zusammen mit unzähligen Blumen und Gräsern einen Naturgarten, der sich beidseits der Ufer des River Vartry erstreckt. Angelegt hat ihn in der Mitte des 19. Jahrhunderts der irische Gartenphilosoph William Robinson. Im Gegensatz zu anderen berühmten Gartengestaltern seiner Zeit glaubte er nicht an strenge Formalitäten, sondern an die natürliche und betörende Kraft der Natur. So gilt Mount Usher Gardens heute als Paradebeispiel dafür, wie der Mensch eine Landschaft so gestalten kann – als wäre es ein Stück vom verlorenen Paradies.

Foto: Markus Kellenberger

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