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Im Fadenkreuz

Kategorie: Garten
 Ausgabe 03 - 2010 - 01.03.2010

Text:  René Berner

Kreuzspinnen weben zauberhafte Netze und betätigen sich damit als geschickte Fallensteller. Sie lassen sich auch im Garten beobachten.

Wenn von Kreuzspinnen gesprochen wird, meint man meistens die Gartenkreuzspinne – eine der bekanntesten Spinnenarten überhaupt. Die Männchen erreichen eine Körperlänge von zirka 10 Millimetern, die Weibchen von bis zu 18 Millimetern. Der Grundfarbton der Gartenkreuzspinne reicht von Hellbraun bis fast Schwarz. Die Tiere lassen sich sehr gut an den typischen Kreuzflecken auf dem vorderen Hinterleib erkennen. Das Kreuz selber setzt sich immer aus fünf Flecken zusammen, vier länglichen und einem kleinen, kreisförmigen Fleck in der Mitte.

Die kleinen Fangarme vor dem Kiefer sind hohl und können auch Gift in die Beute spritzen. Das führt je nach Grösse zur Lähmung der Beute oder deren Tod. Als Beute kommen vor allem kleine Insekten wie Fliegen oder Heuschrecken in Frage. Für den Menschen ist der Biss hingegen nicht gefährlich. Nach der Lähmung der Beute spritzt die Spinne Verdauungssäfte in deren Körper, sodass die essbaren Bestandteile innerhalb deren Chitinschicht auflösen, und saugt den Nahrungscocktail aus dem Opfer.

Die Gartenkreuzspinne baut ihr rundes und im Durchmesser bis zu 50 Zentimeter grosses Radnetz in niedrigen Zweigen von Bäumen, im Gebüschen und auch an Häusern in einer Höhe von 1 bis 3 Metern. Typischerweise findet man die Gartenkreuzspinne meist in der Mitte ihres Netzes sitzend, das sie nur selten verlässt. Auch durch Störungen lässt sie sich kaum vertreiben.

Der Entwicklungszyklus der Gartenkreuzspinne ist zweijährig (manchmal auch dreijährig). Das Weibchen baut im Herbst mehrere Kokons, die sie an geschützten Orten in der Vegetation in einem Gespinst anbringt. Die Jungspinnen schlüpfen im Mai, verbleiben bis zur ersten Häutung in unmittelbaren Nähe des Kokons, um sich anschliessend zu zerstreuen und eigene Radnetze zu bauen. Jungspinnen überwintern  und werden im nächsten Sommer erwachsen.

Literatur
Stephen Dalton: „Spinnen ­– Die erfolgreichen Jäger“, Haupt-Verlag, 2009, Fr. 49.90

Foto: Thomas Bresson

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