Artikel Natur :: Natürlich Online Garten winterfest machen | draussen sein | garten | Natürlich

Garten winterfest machen

Kategorie: Natur, Garten

Text:  Frances Vetter

Im Garten und auf dem Balkon gibt es noch einiges zu ernten; vor allem aber säen wir Frisches und lassen es auf der Fensterbank spriessen. Und der Garten muss winterfest gemacht werden – dabei machen wir nicht rübisstübis.

iStock.com

Der November ist eine gute Pflanzzeit für Rosen, Gehölze oder Beerensträucher. Und es ist auch noch Zeit, um Knoblauch zu stecken. Wer dies jetzt versäumt, kann Knoblauch auch noch zeitig im März in die Erde bringen. Meist werden die Knollen dann allerdings nicht so gross. Knoblauch gelingt übrigens auch ganz gut in einem grösseren Topf. Gleiches gilt für Winter-Steckzwiebeln. Auch sie können noch vor dem Frost in die Beete oder in grosse Kübel – wobei Winter-Steckzwiebeln für Balkongärtner nicht ideal sind, da sie viel Platz benötigen und die Töpfe lange blockieren.

Pastinaken und viele Kohlsorten vertragen etwas Frost. Sowohl Pastinaken wie auch Grün- und Rosenkohl werden durch leichte Minustemperaturen sogar aromatischer. Solange noch kein Frost herrscht, können auch andere Wurzelgemüse in der Erde verbleiben. Zu spät gesäte Randen (Rote Beete) haben bei uns an geschützten Standorten schon oft milde Winter überstanden.

An warmen sonnigen Tagen sammeln Remo und ich von einjährigen Sommerblumen Samen, die wir im kommenden Frühjahr aussäen. Es kann bei nasser Novemberwitterung allerdings sein, dass die Samenstände zu feucht oder gar schon leicht schimmelig sind. Beides wären keine guten Bedingungen, um Samen zu sammeln und einzulagern.

Ein wilder Garten
Früher war es üblich, Ende Oktober, Anfang November im Garten abzuschneiden und wegzuführen, was nur geht. Aufräumen kommt zum Glück mehr und mehr aus der Mode, im Naturgarten sowieso. Es muss auch nicht alles geschnitten, herausgerissen und «winterfest» gemacht werden. Denn Stauden und Gräser sind auch in der kalten Jahreszeit sehr dekorativ; gleichzeitig bieten die hohlen Stängel Insekten Unterschlupf und die Samenstände sind willkommenes Vogelfutter.

Remo und ich machen es so, dass wir im Frühwinter abschneiden, was in sich zusammenfällt und nicht schön aussieht, wie zum Beispiel Kosmeen oder Zinnien. Pflanzen wie Sonnenhut, Sonnenblume, Herbstanemone, Hohes Eisenkraut, Lavendel oder Fenchel und andere Stauden hingegen lassen wir stehen. Sie werden bei uns frühestens im März geschnitten, also unmittelbar vor dem Austrieb. Auch verblühte Hortensien schneiden wir nicht im Winter. Denn sie sehen bei Frost und Schnee schön aus und die verwelkten Blütenstände dienen als Schutz für die neuen Austriebe, die meist schon im Winter als Knospen vorhanden sind. Gräser und Lilien binden wir einfach zusammen – das schützt die Pflanzen vor allzu viel Nässe an der Basis. Erst wenn die ersten Austriebe im Frühjahr sichtbar sind, schneiden wir die Gräser.

Schutz und Nahrung
Frostempfindliche Pflanzen wie Rosmarin oder Feigen schützen wir mit einer dicken Rindenmulch- oder Kompostschicht rund um die Basis. Junge Pflanzen dieser Gattungen wickeln wir in den ersten Jahren mit Vlies ein, um sie zu schützen. Für Topfpflanzen ist das übrigens allgemein empfehlenswert.

Das Laub und der letzte Rasenschnitt werden in den Blumenbeeten verteilt; das Material verrottet ganz oder teilweise, was den Boden mit Nährstoffen anreichert; ausserdem bietet es manchen Pflanzen und Insekten Schutz. Heruntergefallenes Laub lassen wir auf den Beeten liegen, auch das ist ein hervorragender Schutz. Ausserdem verrottet das meiste bis zum Frühjahr und Beikräuter kommen schlecht oder gar nicht auf. Die Gemüsebeete jäten und lockern wir jetzt noch einmal und arbeiten ausserdem etwas Kompost ein.

Falls noch nicht gemacht, können, solange es frostfrei ist, jetzt noch Blumenzwiebeln in die Gartenbeete und die Töpfe gesteckt werden. Gerade in Töpfen kann man ruhig die Pflanzvorschriften etwas vernachlässigen und die Blumenzwiebel relativ dicht stecken. Werden die Zwiebeln unterschiedlich tief gesteckt, verlängert man dadurch die Blühsaison. Töpfe haben zudem den Vorteil, dass man sie überall aufstellen kann. Dahlien und Gladiolen hingegen sollten spätestens nach dem ersten leichten Frost aus der Erde und frostfrei überwintert werden.

Reinigung und Lagerung
Die Gartengeräte sollte man vor dem Einwintern gut reinigen und pflegen. Alle Geräte werden geschrubbt und Rostanfälliges freut sich über eine dünn aufgetragene Ölschicht. Die Schneidwerkzeuge werden sorgsam gereinigt, Gelenke geölt und die Schneiden gegebenenfalls geschliffen. So kann es im Frühjahr mit intaktem Werkzeug gleich gefreut losgehen.

Töpfe ohne Pflanzen sollten von Erde befreit und gründlich gereinigt werden, insbesondere wenn kranke Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Zucchini darin wuchsen. Denn sonst läuft man Gefahr, Krankheitserreger mit in die nächste Saison zu schleppen. Nicht frostfeste Töpfe werden im Schuppen oder in der Garage verstaut. Sind Töpfe, die noch bis vor Kurzem Tomaten oder Gurken als Saisongemüse beherbergten, frostfest, können sie, mit Erde gefüllt, an einem wettergeschützten Platz überwintern. Für die neue Saison muss dann lediglich die obere Hälfte der Erde entfernt und durch neue gute Komposterde ersetzt werden. Auch Stützen, Tomatenstäbe, Rankgitter, wiederverwendbare Halter und Klammern sowie nicht winterharte Töpfe sollten jetzt gesäubert und weggeräumt werden.

Jetzt Rosen pflanzen
Der Herbst ist ein idealer Zeitpunkt, um Rosen zu pflanzen. Am besten stellt man den wurzelnackten Rosenstock einen Tag lang ins Wasser, damit er kräftig gewässert wird. Optimal für Rosen sind humusreiche Lehmböden. Der Boden muss gut gelockert werden, bevor die Pflanze gesetzt wird, denn die Wurzeln brauchen viel Sauerstoff. Verletzte und abgestorbene Wurzelteile müssen sorgfältig entfernt werden. Beim Einsetzen der Pflanze ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle der Rose etwa fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt.

Um unsere Rosen im Winter wirkungsvoll zu schützen, geben wir gut abgelagerten Pferde- oder Rindermist in einer grosszügigen Schicht bis über die Veredelungsstelle. Wenn wir keinen Mist zur Verfügung haben, nehmen wir Kompost. Die Nährstoffe versorgen die Wurzeln, ausserdem schützt die Schicht die Rosen wie ein warmer Mantel vor der Kälte. Die Kletterrosen binden wir vor dem ersten Schnee gut am Rankgitter fest, sonst bricht die Last des Schnees im Winter ihre Zweige.

Kübelpflanzen überwintern
Sobald die ersten Nachtfröste auftreten, müssen empfindliche, nicht winterharte Kübelpflanzen in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Frostempfindlich sind zum Beispiel Fuchsien, Hibiskus, Wandelröschen, Engelstrompeten und Margeriten. Auch Paprika und Chili kann man in der Garage oder im Treppenhaus überwintern, da sie mehrjährig sind. Der Schnittlauch kann noch rechtzeitig aus dem Beet ausgegraben und eingetopft werden, so kann er auf einer hellen, nicht zu warmen Fensterbank überwintern. Üppige Exemplare können gut in zwei oder drei einzelne Töpfe kommen. Oliven, Feigen und Oleander halten einige Minusgrade aus, bevor auch sie eingeräumt werden. Wichtig ist, Kübelpflanzen beim Einräumen und auch später im Winterquartier immer wieder auf Schädlinge und Krankheiten zu kontrollieren, denn diese können sich auf engem Raum rasch verbreiten.

Nur sehr robuste Kübelpflanzen lassen wir an einem geschützten Ort auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Bei winterharten Stauden, die in Töpfe oder Kübel gepflanzt wurden, ist es wichtig, sie vor Staunässe und extremen Temperaturschwankungen zu schützen. Die Töpfe sollten mit Jute oder Vlies ummantelt werden; wichtig ist auch eine wirksame Isolierung von unten. Hier ist Styropor eine gute Wahl; allerdings muss das Abfliessloch des Topfes frei bleiben, denn gefrierende Staunässe kann das Gefäss sprengen.

Gartenarbeiten im November



Nutzgarten

Die Beete noch einmal von Unkraut befreien. Leicht verrottbares Laub (idealerweise geschreddert) auf die Beete verteilen.

● Um abgeräumte Beete vor Frost zu schützen, bringen wir Kompost und Mulch aus; auch Grasschnitt und Gartenabfälle schützen vor Frost und Nährstoffverlust. Die Abdeckung sollte nur etwa ein bis zwei Zentimeter dick sein. Zu dicke Schichten ersticken den Boden und führen zu Fäulnis.

● Unter Bäumen und Sträuchern lassen wir das gefallene Herbstlaub liegen.

● Schwer verrottbares Laub schreddern wir vor dem Kompostieren. Dazu gehören zum Beispiel Walnuss-, Eichen-, Kastanien- oder Pappelblätter. Es sollte mit anderen organischen Materialien wie Rasenschnitt, kleinen Zweigen oder Küchenabfällen gemischt werden. Der Laubanteil sollte nicht mehr als etwa ein Fünftel betragen.

● Pflanzung von wurzelnackten Bäumen und Sträuchern an frostfreien Tagen.

● Schnitt von Apfel-, Birnbäumen und Beerensträuchern, ehe der Boden zu kalt und zu nass wird.

● Es ist Zeit, den Chinakohl zu ernten. Das knackige Gemüse verträgt leichten Frost ohne Probleme. Chinakohl ist leicht verdaulich und enthält viel Vitamin C, Ballaststoffe sowie Spurenelemente.

● Die Haupterntezeit von Rosenkohl ist von November bis Mitte Januar. Leichter Frost sorgt dafür, dass die Röschen das richtige Aroma erhalten, denn durch die Minusgrade erhöht sich der Zuckergehalt im Gemüse. In sehr rauen Gegenden mit anhaltendem Frost sollte man die Pflanzen jedoch mit Vlies oder Reisig schützen.

● Lauch, Endivie, Feldsalat, Radicchio, Fenchel, Pastinake, Schwarzer Rettich, Rote Beete, Schwarzwurzeln, Topinambur, Blumenkohl, Brokkoli, Federkohl und Weisskohl können geerntet werden.

Ziergarten

● Kübelpflanzen brauchen einen Frostschutz. Tontöpfe sollten nicht direkt auf dem Boden stehen, damit das Wasser ablaufen kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich das Stauwasser beim Gefrieren ausdehnt und die Töpfe sprengt.

● Zimmerpflanzen wie Orchideen in Fensternähe platzieren, damit sie ausreichend Tageslicht bekommen, jedoch nicht in die pralle Sonne stellen.

● Amaryllis-Zwiebeln eintopfen.

● Letzte Blumenzwiebeln für die Frühlingsblüte in Garten und Balkongefässe setzen.

● Frostgefährdete Wasserleitungen und Wasserbecken im Nutz- und Ziergarten entleeren.

● Vielerorts fällt der erste Schnee. Um Schneebruch zu vermeiden, muss er von Bäumen, Sträuchern und Hecken abgeschüttelt, sowie von den Dächern der Treibhäuser und Frühbeete weggeräumt werden.

* Frances und Remo Vetter sind als freischaffende Gartengestalter, Referenten und Buchautoren unterwegs.

Fotos: dave brüllmann, at verlag| www.at-verlag.ch | iStock.com
Tags (Stichworte):

Kategorie: Natur

Sterngucker im Oktober: Wenn die Sterne flackern

Es gibt Nächte, an denen am Himmel auffällig viele Sterne flackern.

Kategorie:

Kategorie: Garten

Hausstaub: Mikrobenparadies

Ein Gramm Hausstaub enthalte bis zu 1000 verschiedene Mikrobenarten und...