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Gartenherbs

Kategorie: Natur, Garten

Text:  Frances Vetter

Der Oktober kann angenehm warm sein, aber auch trüb und kalt. In ungünstigen Lagen gibt es bereits Bodenfröste. Darauf müssen sich Gärtner einstellen. Es gilt, milde trockene Tage für Neupflanzungen zu nutzen.

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Insbesondere an sonnigen Herbsttagen machen die Arbeiten im Garten so richtig Freude. Dabei werden die Tage jetzt spürbar kühler; insbesondere die Nächte können im Oktober schon richtig kalt werden. Und so wird es langsam Zeit, den Garten auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Dazu gehört es, mehrjährige Gartenpflanzen für das Überwintern fit zu machen. Doch dazu später. Noch können wir uns an der reichen Ernte erfreuen.

Wir belassen so viel Gemüse wie möglich in der Erde, weil es frisch geerntet einfach einzigartig ist. Allerdings müssen wir in unserer Höhenlage die Temperaturen im Auge behalten, denn ein Frost kann jetzt vieles zunichtemachen. Wird es im Oktober bereits frostig kalt, müssen die Kohlsorten wie Weisskohl oder Kohlrabi, aber auch Salate, Radieschen oder Spinat geerntet werden. Besser kälteverträglich sind Grünkohl und Rosenkohl, Pastinaken, Zuckerhut und Lauch. Sie vertragen problemlos einige Minusgrade. Auch Karotten, Randen, Endivie und Feldsalat sind nicht kälteempfindlich.


Frances und Remo Vetter*

Kräuter haltbar machen

Mediterrane Kräuter können bald ein letztes Mal geerntet und getrocknet werden. Die meisten Thymiansorten, Majoran oder Oregano werfen bald ihre Blätter ab, wenn sie es nicht schon getan haben. Basilikum, dessen Blätter ich als Pesto mit Knoblauch, Salz, Pinienkernen und Parmesan konserviere, hält im Kühlschrank mehrere Monate. Die Mixtur einfach in ein Schraubglas füllen und fingerdick mit Olivenöl bedecken. Der immer beliebter werdende Strauchbasilikum kann nach einem Rückschnitt bis auf etwa zehn Zentimeter im Topf hell und kühl überwintern, z. B. im Keller oder Treppenhaus.

Robustere Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Liebstöckel können im Oktober noch einmal geerntet und eingefroren werden. Petersilie und Schnittlauch können auch in Töpfen auf die helle Fensterbank gestellt werden, sodass man den ganzen Winter über frische Kräuter für die Küche hat. Dazu wird der Schnittlauch aus dem Topf genommen, die Wurzel geteilt und neu eingetopft.

Der igelfreundliche Garten



Damit sich Igel im Garten ansiedeln, muss man ihnen einen günstigen Lebensraum und gute Voraussetzungen für den Winter bieten. Folgendes ist zu beachten:

● Keine Gifte im Garten streuen oder spritzen.
● Keine Kunstdünger einsetzen.
● Unterschlupf bieten, z.B. mittels dichter Hecken und Büsche.
● Durchschlupfmöglichkeiten in Gartenzäunen schaffen.
● Überwinterungsmöglichkeiten an trockenen, schattigen Plätzen schaffen, z.B. Laub- und Reisighaufen.


Salate auch im Winter
Wir sind grosse Salatfans, deshalb säen wir noch bis etwa Mitte des Monats eine oder mehrere Asiasalatsorten aus. Abhängig von den Temperaturen wird das schnellwüchsige Grün drinnen oder draussen gesät beziehungsweise vorgezogen. Asiasalate sind kaum frostempfindlich, wachsen schnell und können wie Pflücksalat geerntet werden. Auch Winterkopfsalat keimt jetzt noch bei passender Keimtemperatur um die 12 Grad, die wir hoffentlich noch eine Weile zumindest tagsüber geniessen können. Remo zieht die Asiasalate und den Winterkopfsalat seit Jahren in langlebigen Anzuchtplatten vor und setzt sie dann ins Hochbeet.

In die Erde können im Oktober noch Wintersteckzwiebeln und Knoblauch. Bei den Zwiebeln sollte lediglich ein Hauch der Spitze aus der Erde schauen; ideal ist es, den Boden vorher zu lockern und mit etwas Kompost anzureichen.

Auch Schwarzwurzel kann jetzt noch gesät werden. Das gibt dem schmackhaften Wurzelgemüse einen Vorsprung für das nächste Jahr, sodass es grösser wird als bei einer Frühjahrsaussaat. Im Oktober können ausserdem noch viele Stauden, Rosen, Ziergehölze und Obstbäume gepflanzt werden. Obstbäume gibt es übrigens auch als schlankes Säulenobst, selbst für den Topfgarten. Die meisten Obstgehölze, die als Säulenobst verkauft werden, muss man allerdings jedes Jahr richtig in Form bringen.

Die meisten Freilandtomatenpflanzen wollen bei kühleren Temperaturen nicht mehr so richtig. Die Blätter werden gelb und krank, die Früchte reifen nicht mehr. Abernten ist deshalb angesagt. Grüne Tomaten reifen im Haus ganz gut nach. Dazu werden sie an einem kühlen Ort auf einem Karton nebeneinandergelegt; den Reifeprozess beschleunigen ein, zwei Äpfel, die man dazulegt. Sie stossen das Reifegas Ethylen aus, das die Tomaten nachreifen lässt. Bei uns in der Küche werden die nachgereiften Tomaten meist verkocht. Wir lassen aber nicht alle grünen Tomaten nachreifen. Stattdessen mache ich mit einigen von ihnen ein köstliches grünes Tomaten-Chutney, das hervorragend zu Käse passt.

Nicht rübisstübis machen
Da wir sehr viel organisches Material haben, können wir damit die abgeräumten Gemüsebeete mulchen. Idealerweise nehmen wir eigenen Kompost, aber auch Laub und der letzte Rasenschnitt eignen sich. Der Kompost arbeitet sich mithilfe der Regenwürmer fast wie von selbst in die Gartenerde ein und anfallendes Laub oder Rasenschnitt sind optimal, um die Erde vor Kälte zu schützen und Unkraut zu unterdrücken. Jetzt ist die Zeit auch ideal, um eine Gründüngung auszubringen. Diese lockert nicht nur schwere Böden, sondern reichert den Boden mit wichtigen Nährstoffen an. Auch wenn Stauden schwächeln, ist im Herbst eine Kompostgabe sinnvoll. Bis ins Frühjahr hat sich die fruchtbare Auflage in das Erdreich eingearbeitet. Vom Umgraben hingegen halten wir nichts.

Im Ziergarten teilen wir frühblühende Stauden, die wir auf die Beete und Töpfe verteilen. Pflanzen mit kräftigen Rhizomen wie Fetthenne oder Hosta teilt Remo mit einer Säge oder dem Spaten, gibt anschliessend etwas Kompost in das Erdloch und giesst kräftig an. Die Zeit ist auch optimal, ein Hochbeet aufzustellen und gleich zu befüllen, da jetzt im Garten sehr viel Material anfällt. Die fantastischen Vorteile des Hochbeetes haben wir ja schon öfters ausgiebig beschrieben und gepriesen.

Viele Gärtner sind nun damit beschäftigt, den Garten aufzuräumen. Unsere Faustregel dazu: Es wird nur Krankes und Gebrochenes abgeschnitten und allenfalls das, was unschön aussieht oder in sich zusammenfällt. Alle anderen Pflanzen geben dem Garten Struktur. Und sie sind wichtige Unterschlüpfe für Insekten und Nützlinge. Mit den abgeschnittenen Pflanzen und Ästen machen wir einen Haufen in der Ecke des Gartens, sodass Igel und weitere Helfer Unterschlupf über den Winter finden.

Gartenarbeiten im Oktober



Ziergarten

Exotische Kübelpflanzen, die Frost nicht ertragen (z.B. Hibiskus) ins Winterquartier zügeln.
Sommerflor in Kistchen mit kältetoleranten Herbstpflanzen ersetzen.
Möglichst alle Blumenzwiebeln für die Frühlingsblüte in den Boden setzen.
In abgeräumten Töpfen und Kübeln einen bunten Frühling vorbereiten: möglichst niedere Sorten wie Wildtulpen, Krokusse und Traubenhyazinthen verwenden.
Rabatten und Beete abräumen, lockern und mulchen oder mit Sträuchern, Stauden und Blumenzwiebeln bepflanzen.
Der Rasen wächst an milden Tagen, deshalb vor Winterbeginn auf zirka vier Zentimeter schneiden. Moos und Laub abrechen, kompostieren.
Laub- und Schnittabfälle als Winterquartier für Nützlinge aufschichten.
Ziergräser und Schilf stehen lassen.

Nutzgarten

Laufend ernten: Feder- und Rosenkohl anhäufeln, Endivie, Zuckerhut und Bleichsellerie einbinden.
● Auf abgeerntete Beete Spinat und Nüssler sowie Senf als Gründüngung säen.
Spargellaub handbreit über dem Boden abschneiden.
Rhabarber neu pflanzen oder alte Stöcke mit Kompost oder verrottetem Mist abdecken.
Beerenpflanzen, Wildhecken, Obstbäumchen pflanzen.
Räben und Kürbisse ernten, kühl und trocken aufbewahren und für Halloween Fratzen schnitzen.
Letzte Kräuter ernten, vor allem die heilkräftigen Wurzeln von Baldrian und Beinwell.

 

Grünes Tomatenchutney



Zutaten

5 Tassen gehackte grüne Tomaten
1 Tasse fein geschnittene Zwiebel
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 Zitrone, in kleine Stücke geschnitten (ohne Schale und Kerne)
1 ½ Tassen Rosinen
70 g Senfsamen
¾ Tasse Ingwer, geschält und fein gewürfelt
500 g dunkler Rohzucker
2 Tassen Apfelessig
2 rote Peperoni, fein geschnitten
1 Prise Cayennepfeffer
1½ TL Salz

Zubereitung

Alle Zutaten in einer grossen Pfanne gut durchmischen und bei mittlerer Temperatur unter häufigem Rühren aufkochen, bis die Mischung einzudicken beginnt. Gegen Schluss ständig rühren, damit nichts anbrennt. Heiss in vorgewärmte, sterilisierte Weckgläser füllen und diese etikettieren.

* Frances und Remo Vetter sind als freischaffende Gartengestalter, Referenten und Buchautoren unterwegs.

Fotos: dave brüllmann, at verlag| www.at-verlag.ch | iStock.com
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