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Der 100 Jährige meint …

Kategorie: Natur
 Ausgabe_07_08/2017 - 01.07.2017

Text:  Andreas Walker

. . . so wird das Wetter im Juli und August.

@ Andreas Walker

Im Juli ist das Wetter anfänglich noch recht gemischt, wenig sonnig. Nach der ersten Woche setzt sich aber heisses, trockenes Wetter durch. Nun wird es auch in den Nächten warm, aber nicht schwül. Grosse Trockenheit.

. . . so wird das Wetter im August

Der August ist in der ersten Hälfte beständig. Schönes Sommer- und Badewetter. Gegen Mitte des Monats folgen ein paar Regentage, die aber rasch wieder dem schönen Wetter Platz machen. Nicht mehr ganz so heiss wie im Juli.

Bauernregel Juli und August

«Bringt der Juli heisse Glut, gerät auch der September gut.»
Statistiken zeigen, dass in zwei von drei Fällen einem zu warmen Juli ein zu warmer September folgt.

«Augustsonne, die schon früh brennt, nimmt nachmittags kein gutes End.»

Wenn es bereits am Vormittag heiss und schwül ist, folgt oft am Nachmittag oder Abend ein Gewitter, das auch Hagel mit sich bringen kann.


Und so war das Wetter im Juli wirklich

Juli brachte Schauer und Gewitter
Der Juli begann kühl und regnerisch. In den ersten zwei Julitagen führte ein umfangreiches Tiefdrucksystem über Nordeuropa kühle und feuchte Luft in unser Land. Vom 3. bis am 8. Juli brachte sonniges Hochdruckwetter den Sommer wieder zurück. Dabei stiegen die Tageshöchstwerte am 4. Juli über 25 Grad und vom 5. bis am 8. Juli über 30 Grad. Am heissesten wurde es am 8. Juli mit 34 Grad am Nordrand der Schweiz und in Genf sowie mit 33 bis 35 Grad im zentralen Wallis.

Am Abend des  8. Juli tobte ein ungewöhnlich heftiges Gewitter im Grenzgebiet Solothurn, Aargau, Luzern. Die Wassermassen verursachten in der Region Zofingen massive Schäden. Die heftigen Regenfälle vom 8. Juli waren kombiniert mit einem grossflächigen Hagelzug. Vom 9. bis am 11. Juli führte eine Südwestströmung immer wieder Schauerstaffeln über die Schweiz. In der feuchtschwülen Luft entluden sich vielerorts Gewitter mit  zum Teil kräftigen Regengüssen. Nach einer kühlen Nordwestströmung am 14. und 15. Juli brachte ein vom Atlantik nach Europa ziehendes Hochdruckgebiet zunehmend sonnige Verhältnisse. Am 19. Juli verabschiedete sich das Hochdruckgebiet wieder und es folgten heftige abendliche Gewitter entlang der Voralpen. Vom 20. bis 22. Juli lag die Schweiz erneut in einer Südwestströmung mit häufiger Schauer- und Gewitteraktivität. Ab dem 23. Juli floss mit der Umstellung auf eine West- und Nordwestströmung kühle und feuchte Luft zur Alpennordseite. Am zentralen und östlichen Alpennordhang gab es einen kurzen Wintereinbruch. Die letzten Julitage klangen schliesslich  aus mit feuchtwarmem Wetter und Gewittern.

Bildlegende
Blitze über Rorschacherberg. Der Juli war immer wieder von Gewittern geprägt. Das Bild zeigt Blitze über dem Bodensee (Standort Rorschacherberg) in der Nacht vom 22. bis 23. Juli.


Und so war das Wetter im August wirklich

Heisser August bringt Tropennächte und Gewitter
Der Monat begann mit tropischen Verhältnissen. Am 1. und 2. August lagen über der Schweiz feuchtheisse subtropische Luftmassen. Dabei stiegen im Mittelland die Tageshöchstwerte verbreitet auf 30 bis 32 Grad. Mit anhaltender Zufuhr heisser Luft aus Südwesten blieb es bis am 5. August sommerlich heiss und die Nullgradgrenze stieg bis auf 4500 Meter. Diese Hitzewelle brachte für einige Messstandorte die höchste August-Minimumtemperatur seit Messbeginn und verbreitet tropische Nächte mit Temperaturen von  über 20 Grad.

Am Abend des 1. und in der Nacht zum 2. August entluden sich auf der Alpennordseite heftige Gewitter mit Hagel und kräftigen Sturmböen. Am Nordrand der Schweiz erreichten die Windspitzen 90 bis 135 km/h, lokal sogar gegen 190 km/h. Der heftige Gewittersturm am frühen Morgen des 2. August brachte einen neuen Schweizer Regenrekord. Vom 6. bis am 12. August zogen mehrere Störungszonen vorwiegend aus westlicher Richtung über die Schweiz. Am 10. und 11. August erreichte die Tagesmaximumtemperatur bei trüben Verhältnissen auf der Alpennordseite nur noch 15 bis 17 Grad. In höheren Berglagen erfolgte ein kurzfristiger Wintereinbruch und es fiel bis zu einem halber Meter Neuschnee. Vom 13. bis am 28. August war das Wetter wieder vorwiegend hochdruckbestimmt. Die Tageshöchstwerte bewegten sich zwischen 25 und 32 Grad. Vorübergehend kühler war es nach der kräftigen Gewitterfront vom 18. August, welche neben Hagel auch Gewitterböen zwischen 70 bis 90 km/h, auf der Alpennordseite lokal auch bis 120 km/h brachte. Am 24. August überquerte eine weitere Gewitterfront mit Hagel die Alpennordseite. Danach wurde es wieder schön und warm. Am 30. August brachte eine sich nähernde Kaltfront im Vorfeld Gewitter, die von Westen her durch unser Land und am Abend über das Bodenseegebiet zogen. Am letzten Augusttag zog die Kaltfront mit ergiebigen Regenfällen über das Land und läutete mit einer Abkühlung den bevorstehenden Herbst ein.

Bildlegende
Gewitterstimmung am Bodensee. Der heisse August brachte immer wieder Gewitter.

Fotos: Andreas Walker

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