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Ein weiblich sanfter Kraftort

Kategorie: Natur
 Ausgabe_04/2017 - 01.04.2017

Text:  Claudio Andretta

Die Gegend von Locarno und Umgebung mit ihren Bergen, Hügeln und Flüssen wird von Touristen sehr geschätzt. Wir besuchen besondere Kraftorte in Locarno.

@ swiss-image.ch/Markus Buehler-Rasom, Claudio Andretta, AT Verlag/at-verlag.ch

Dass in Locarno die Gefühle stark gegenwärtig sind, werden Sie nicht unbedingt auf den viel befahrenen Hauptstrassen erleben und wohl auch nicht beim Anblick der neuen Wohnblöcke. Die Gefühlsdimension der Stadt ist eher bei älteren Gebäuden zu spüren, auf denen alte bemalte Dekorationen und Stuckaturen zu sehen sind, oder bei einem Spaziergang durch die kleinen Winkel der Altstadt, die manchmal unerwartete Einblicke in einen schön gepflegten Innenhof erlauben. Die kleinen charakteristischen Plätze, die Cafés der Altstadt ebenso wie die sonnige Seepromenade laden zum Verweilen und zum gefühlvollen Dolcefarniente ein, das der Seele guttut.

Orgiastische Freude. Und die Piazza Grande? Sie scheint doch manchmal ein wenig leer und verlassen. Auf ihrer dem Berg zugewandten Seite stehen schöne alte Gebäude und die Arkaden, die als Hafen für die Boote dienten, als der See noch bis zur Piazza reichte. Auf der gegenüberliegenden Seite können wir den im neoklassischen Stil erbauten Palazzo della Sopracenerina bewundern. Während die gesamte Piazza durchschnittlich mit 9000 Bovis schwingt, einem Wert, der nur wenig über dem neutralen Wert von 6500 liegt, offenbarte sich mir nach langem Forschen einfeinstofflicher Wirbel, der fast 14 000 Bovis aufweist. Er befindet sich auf der Piazza etwa gegenüber vom Eingang des Palazzo della Sopracenerina. Auf astraler Ebene wirkt er als Kanal, der den Platz mit der Gefühlsdimension der Stadt verbindet.

Vor allem beim alljährlich stattfindenden Filmfestival zeigen sich die Gefühle der Stadt deutlich. Wenn am Abend bei der Preisverleihung des Goldenen Leoparden bis zu 10 000 Menschen in die Hände klatschen und der freudige Dauerapplaus zwischen den Häusern widerhallt, schwingen auf der Piazza über 20 000 Bovis, auf astraler Ebene sogar bis zu 60 000!

Von betörender Schönheit. Ehe Sie zum nächsten Kraftort spazieren, sollten Sie auf halbem Weg wenigstens einmal kurz zwischen den grossen Platanen bei der Schifflände (Debarcadero di Locarno) durchgehen. Obwohl direkt daneben die Hauptstrasse verläuft, fühlen sich diese Platanen hier offensichtlich wohl und haben riesige Stämme entwickelt. Die Aura von Bäumen enthält viel feurigen Äther und wirkt daher auf den achtsamen Besucher reinigend und belebend. Wegen der an diesem Platz leicht erhöhten Erdstrahlung sollte man jedoch nicht zu lange verweilen.

Rund einen Kilometer von der Piazza entfernt gibt es einen weiteren Kraftort bei der San Vittore von Muralto, einer romanischen Kirche mit archäoastronomisch orientierter Krypta. Die kunstvoll gemeisselten Kapitelle der Säulen in der Krypta zeigen geometrische Muster, Pflanzen, Tiere und Fabelwesen und sind in ihrer Schönheit für die Schweiz einzigartig. Unter ihnen ist eine Wassernymphe mit einem Frauenkörper und zwei Fischschwänzen. Dieses Symbol hilft uns, die geomantische Dimension dieses Kraftortes besser zu verstehen. Als Mutterkirche von Locarno, Ascona und den Seitentälern war San Vittore stark mit dem Maggia- und dem Verzascatal verbunden. Die sinnliche Nymphe könnte auf einer ersten Deutungsebene die Fruchtbarkeit des Bodens, der Tiere, Menschen und Pflanzen personifizieren, die sich zwischen den zwei «Schwänzen» befinden, also zwischen den Flüssen Maggia und Verzasca.

Gott lebt in allen Dingen. Mittels einer geomantischen Analyse dieses Kraftortes wurde diese Intuition bestätigt. Im westlichen Eingangsbereich der Kirche gibt es eine breite unterirdische Wasserader, die mit der Maggia energetisch verbunden ist. Ausserhalb der Kirche, östlich der Krypta, liesst eine zweite breite Wasserader, verbunden mit der Verzasca. Die Verbindungen zwischen diesen unterirdischen Gewässern und den Flüssen Maggia und Verzasca geschehen durch kurvenreiche energetische Linien, die sich spielerisch mit Schleifen und Spiralen durch die Landschaft winden. Dieses Phänomen wird in der modernen Geomantie als Aquastat bezeichnet.

Die Kirche San Vittore und ihre Krypta sind genau nach Osten zum Sonnenaufgang bei der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche orientiert, sodass im Mittelalter an diesen Tagen die Sonne durch die Fenster direkt auf die Altäre schien. Zwischen der Wintersonnenwende, wenn die Sonne am südöstlichen Horizont erscheint, und der Sommersonnenwende, wenn sie in Nordosten erscheint, fiel das Licht immer wieder in andere Bereiche der Krypta und beleuchtete an manchen Tagen besondere Säulen, die symbolisch sowie zeitlich von Bedeutung waren. Da dieses Phänomen auf dem Rückweg zwischen Sommer und Winter genauso geschah, war tatsächlich ein Kalender entstanden. An dieser Stelle kann aus Platzgründen nicht näher darauf eingegangen werden. Im Buch «Orte der Kraft im Tessin» ist der Kalender beschrieben.

Nur zur Nymphe noch so viel: Unter den Figuren auf den Säulen ist sie bestimmt eine der mysteriösesten, die uns aus der magisch beseelten Welt der Wasserwesen mehrere Impulse auf dem Weg zur Überwindung der Dualität schenkt. Sie vereint die Polarität zwischen den Lichtgöttinnen und der Tierwelt, sie verkörpert die Vereinigung von höherem Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein. Nymphen erlauben manchmal die Hochzeit des Menschen mit dem kristallklar fühlenden Geist des weiblichen Kosmos.

Ein weiblich sanfter Ort. Der Weg führt nun der Seepromenade entlang von Muralto Richtung Minusio-Rivapiana. Schon bald ist auf der linken Seite die Kirche San Quirico mit dem freistehenden Kirchturm und daneben die schöne Villa San Quirico zu sehen. Eine Weinpergola, Sitzbänke, ein gepflegter Garten und die idyllische, leicht erhöhte Lage über dem Lago Maggiore runden das Ganze ab – ein wenig bekannter, schöner und friedlicher Kraftort.

Die Kirche wird schon 1313 erstmals erwähnt. Der ursprünglich kleinere romanische Bau war nach Osten, zum Sonnenaufgang hin, orientiert. Der Altar der jetzigen Kirche schaut in Richtung Sonnenuntergang. Für Archäologen und Forscher interessant ist die Tatsache, dass ein Altar aus der römischen Zeit in einem blinden Fenster der Nordwand erhalten ist. Die lateinische Inschrift Matribus Sacrum weist auf einen weiblichen Kult hin. Der Stein schwingt mit guten 13 000 Bovis.

Die Aura des Lago Maggiore dringt in den wundervollen Garten bis zur Villa und zur Kirche. Die Energie des Wassers bringt sanfte und lichtvolle Eigenschaften, positive Gefühle, Frieden und eine Atmosphäre von strahlender Schönheit mit sich. Der Garten strahlt sanfte, aber beständige 12 500 Bovis aus, die Villa 11 000, im Inneren der Kirche sind es 14 000. Der Kraftpunkt, in diesem Fall ein Liebespunkt, befindet sich bei der Santa Lucia. Vor ihrer Statue prickeln 25 000 Bovis. «Lucia» kommt von luce, «Licht», sie ist als Heilerin aller Augenleiden bekannt. Bei ihren Quellen oder ihr geweihten Brunnen sollte man sich die Augen waschen und für Heilung beten.

Das Buch «Orte der Kraft im Tessin» aus dem AT-Verlag ist als Leserangebot zu einem Vorzugspreis erhältlich.

Fotos: swiss-image.ch/Markus Buehler-Rasom, Claudio Andretta, AT Verlag/at-verlag.ch

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