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Die Kuhschelle - Pulsatilla vulgaris

Kategorie: Garten
 Ausgabe_03/2017 - 01.03.2017

Text:  Sabine Hurni

Frauenmittel/Pulsatilla lindert Periodenschmerzen und hilft bei Menstruationsproblemen. Frisch ist die Pflanze giftig!

@ istockphoto.com

Die Kuhschelle, auch Küchenschelle genannt, läutet mit ihren glockenartigen Blüten den Frühling ein. Allerdings ist sie recht wählerisch, was den Standort betrifft: Sie benötigt sonnige, steinige Lagen; fehlt das Licht oder bekommt sie Dünger, verschwindet die Kuhschelle unmittelbar.

Pulsatilla vulgaris gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). Sie wächst krautig bis zu 40 Zentimeter hoch und blüht von März bis April. Wenn die Blütenk.pfe nach unten hängen, sehen sie aus wie kleine Glöckchen. So ist die Kuhschelle zu ihrem Namen gekommen. Die Verkleinerungsform «Kühchen» wurde mit der Zeit zu «Küchen» und somit zum Synonym Küchenschelle. Auch der lateinische Name Pulsatilla führt auf dieselbe Spur. Er leitet sich von «pulsare» ab, was schlagen oder läuten bedeutet.

In der Volksmedizin hatte die Kuhschelle einst eine grosse Bedeutung. Die getrocknete Heilpflanze wurde als Tee bei Grippe, starken Gichtanfällen, Keuchhusten und Hautausschlägen verwendet.

Die frische Pflanze hingegen ist giftig – bereits 30 frische Kuhschellen reichen, um einen Erwachsenen zu töten. Verantwortlich dafür ist das Protoanemonin, das als Toxin in allen Hahnenfussgewächsen vorkommt. Durch Trocknen oder Kochen wird es in ungiftiges Anemonin umgewandelt. Doch obwohl die getrocknete Pflanze keine Giftwirkung hat, wird Pulsatilla nicht mehr als Teedroge verwendet. Dafür hat sie ihren Platz in der Homöopathie gefunden.

Pulsatilla als homöopathisches Heilmittel
• Vielseitig: Pulsatilla hat ein breites homöopathisches Wirkspektrum. Es passt besonders zu gefühlvollen, launischen Menschen, deren Stimmung oft wechselt.
• Frauenmittel: Pulsatilla wirkt auf das Zentralnervensystem, die Gebärmutter, Eierstöcke und alle Schleimhäute. Auch bei Kopfschmerzen, Blasenentzündungen oder Lebererkrankungen kann es das richtige Heilmittel sein.
• Immunstärkend: Besonders angezeigt bei Frauenbeschwerden aller Art, Asthma bei Kindern, Hautausschlägen und allgemein bei Neigung zu Erkältungen.
• Bei Nässe und Kälte: Immer dann angezeigt, wenn die Beschwerden als Folge von nassen, kalten Füssen, unterdrückten Ausscheidungen (Schweiss, Menstruation) auftreten oder als Folge einer Gebärmutterentfernung vor den Wechseljahren.

Als wichtiges Heilmittel für das zentrale Nervensystem hilft Pulsatilla in verschiedenen Potenzen bei Erschöpfung. Wenn sich jemand ausgelaugt fühlt, traurig ist, weinen muss und eher blond und hellhäutig ist, passt Pulsatilla sehr gut. Es ist zudem ein wichtiges Frauenmittel bei Periodenschmerzen oder Menstruationsproblemen und wird oft als Schmerzstiller bei der Entbindung eingesetzt. Auch bei schwachen Wehen oder grosser Angst vor dem Gebären kann Pulsatilla helfen. 

Bisher erschienen: Hopfen, Heckenrose, Wacholderbeere, Mistel, Hamamelis, siehe www.natuerlich-online.ch

Fotos: istockphoto.com

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