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Wir wandern – von einer App zur andern

Kategorie: Natur
 Ausgabe_05_2016 - 01.05.2016

Text:  Markus Kellenberger

Die Schweizer Wanderwege sind für die Zukunft gerüstet – und immer mehr Wanderer auch. Mehrwert ist gefragt, und moderne elektronische Hilfsmittel sowieso.

Wie lange brauchen Sie, um jeden Wanderweg in der Schweiz einmal unter den Füssen gehabt zu haben? Etwas mehr als sieben Jahre – sofern Sie in dieser Zeit jeden Tag 25 Kilometer zurücklegen und Ihnen die allgemeinen Sonn- und Feiertage sowie Wind und Wetter egal sind. Über 65 000 Kilometer gut erschlossene und einheitlich signalisierte Wanderwege durchziehen unser Land, vom Jura über das Mittelland hinauf in die Alpen und wieder hinunter ins hinterste Alpental. «Viel mehr werden es wohl nicht mehr», sagt Michael Roschi, Geschäftsführer der Stiftung Schweizer Wanderwege. «Unser Wegnetz ist eines der dichtesten weltweit. Woran wir arbeiten, ist die qualitative Verbesserung.»

Damit meint Roschi nicht, dass die Wege ständig breiter und bequemer werden – im Gegenteil. Fast ein Viertel aller Wanderwege ist heute noch mit einem Hartbelag ausgestattet, doch dieser Anteil soll laufend kleiner werden. «Wanderer wollen naturbelassene, holprige Wege und Pfade, die sich abwechslungsreich durch ebensolche Landschaften schlängeln.» Zusammen mit kantonalen, kommunalen und privaten Organisationen suchen die Schweizer Wanderwege deshalb ständig nach Alternativwegen, auf denen sich geteerte Strassen so attraktiv wie möglich umgehen lassen.

Kultur zu Fuss. Ein zweiter Schwerpunkt liegt beim Ausbau des Rahmenprogramms rund um bestehende Wanderwege, denn Frauen und Männer wollen heute mehr als nur zu Fuss unterwegs sein. «Sie wollen Mehrwert», sagt Roschi. Das bedeutet, dass Wanderrouten mit interessanten Inhalten gefüllt werden. Nationale Routen im Sinne von landesquerenden Mehrtageswanderungen, aber auch Historisches wie beispielsweise die Via Alpina oder Besinnliches wie die Via Jacobi, der Jakobsweg, sind sehr gefragt. Auch lokale Wanderhighlights wie die Kulturspur Appenzellerland und der Weg der Schweiz am Vierwaldstättersee entlang erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Aus diesem Grund, so Roschi, werde das Angebot in diesem Bereich laufend verbessert und ausgebaut. Wir Schweizerinnen und Schweizer sind ein echtes Fussvolk geworden – und wer Mitglied oder Gönner der Schweizer Wanderwege ist (www.wandern.ch/mitwirken), kann dabei sogar mitreden.

Per Mausklick ins Wanderparadies
Auf der Website von SchweizMobil öffnet sich der Zugang zum ganzen Wanderland Schweiz. Die Site bietet einfachen Zutritt zu allen Partnern wie Schweizer Wanderwege, Schweiz Tourismus und zu sämtlichen regionalen Tourismusorganisationen. Auf der Site finden sich unter den Rubriken «Wander-», «Velo-», «Mountainbike-», «Skating-» und «Kanuland» unzählige Routenvorschläge samt Kartenmaterial, ÖV-Anschlüssen, Zusatzinfos, Buchungsmöglichkeiten für Hotels und Gepäcktransporte sowie das Gratis-App von SchweizMobil und das Anmeldeformular für das umfassende Online-Angebot Schweiz Mobil Plus, mit dem sich individuelle Routen zeichnen, abspeichern und an Freunde schicken lässt. Info: www.schweizmobil.ch

Wege aus dem Labyrinth. Wo das Angebot so riesig ist, ist eine Orientierung meist schwierig. Unzählige Wanderbücher bieten fertige Wandervorschläge, aber auch die einzelnen Tourismusregionen und -büros. Dazu kommen weit über 50 Webplattformen mit Wander- und Ausflugstipps. Da läuft man Gefahr sich zu verirren, noch bevor man mit dem Wandern begonnen hat.

Einen sichereren Führer durch dieses Labyrinth bietet die Stiftung SchweizMobil. Ihre Website bildet seit wenigen Jahren ein gemeinsames Dach für Schweizer Wanderwege, Schweiz Tourismus und alle regionalen und lokalen Tourismusorganisationen inklusive deren Partner wie Bahnen und Reiseveranstalter. «Wir sind das vollständige und neutrale Netzwerk, das losgelöst von den Interessen der einzelnen Mitglieder alle Angebote auf einer einzigen Website zusammenführt», erklärt Markus Capirone, Projektleiter bei SchweizMobil.

Ziel der vom Bund getragenen Stiftung ist die Förderung des Langsamverkehrs. Wanderer, Biker, Kanuten, Rollerblader – sie alle finden auf der Website sofort und einfach Zugang zu Routenvorschlägen in der gewünschten Region oder rund um die ausgewählte Ortschaft. Dazu gibt es kostenlos ausdruckbare Karten mit eingezeichneten Routen, spezifisch auf die gewünschte Wanderung zugeschnittene Fahrpläne, Zusatzinformationen über Sehenswürdigkeiten, Buchungsmöglichkeiten für Hotels und Gepäcktransport – und ein äusserst hilfreiches App, dank dem man sich unterwegs online alle nötigen Informationen holen kann, vom Kartenausschnitt bis hin zum Postautofahrplan. «Über acht Millionen Mal wurde letztes Jahr unsere Website genutzt», sagt Capirone. «SchweizMobil ist international das grosse Vorzeigeprojekt im Bereich Langsamverkehr.»

Individualisierte Wanderkarten. Das App von SchweizMobil ist erst seit vier Jahren auf dem Markt, wird aber schon von über 400 000 Frauen und Männern genutzt, und täglich werden es mehr. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass immer mehr Menschen das Handy in den Bergen nicht nur zum Telefonieren brauchen.

Auch die Zahl derer, die sich zusätzlich zum App noch das umfassende Online-Angebot SchweizMobil Plus zulegen, wächst. SchweizMobil Plus, ist für einen Jahresbeitrag von 35 Franken erhältlich und eröffnet allen Smartphone-Benutzern noch mehr Möglichkeiten. Mit ihr sind nicht nur alle Landeskarten mit bestehenden Routen zugänglich, sondern es können zu Hause auf dem Computer und unterwegs auf dem Smartphone und dem Tablett eigene Routen auf die Karten gezeichnet und falls gewünscht mit Kommentaren und Fotos versehen – und natürlich abgespeichert, ausgedruckt oder unterwegs auch offline und ohne Netzempfang auf dem Smartphone oder dem Tablett genutzt werden. Diese selbst gezeichneten Routen können an Freunde weitergeschickt werden, die sie dann auch ohne eigenes SchweizMobil Plus ausdrucken und nutzen können. Ein topmoderner Service, der auch die Ansprüche der Social-Medias erfüllt. «Mehr als 40 000 Menschen nutzen bereits dieses Angebot», sagt Capirone, «und haben mittlerweile über eine Million individuell zusammengestellte und ausgestaltete Touren abgespeichert.»
Weitere Wanderlinks
www.wandern.ch
www.myswitzerland.com

Der Tipp für Umweltbewusste
Der Verein Bus alpin bietet dort eine Alternative, wo kein Anschluss an das ÖV-Netz besteht, abgelegene Berggemeinden und Ausflugsziele aber unter den Auswirkungen des individuellen Verkehrs leiden. Bus alpin hat sein Angebot massiv ausgebaut und bietet neben touristischen Spezialangeboten mittlerweile ein dichtes Busnetz in verschiedensten Wanderregionen. Info: www.busalpin.ch

«natürlich»-Leserinnen und -Leser können als Leserangebot die SchweizMobil Plus-Karte bis zum 31. Dezember 2016 zum Sonderpreis von Fr. 20.– statt Fr. 35.– online bei www.schweizmobil.ch bestellen. Als Rabattcode bitte 1015-6993-9266-2623 eingeben.

An «online» führt kein Weg vorbei
Digital unterwegs ist seit April auch das «Wandermagazin Schweiz». Herausgeber Peter L. Meier sagt, warum auch er auf «online» setzt.
Das «Wandermagazin Schweiz» setzt seit April bewusst auf die Onlineschiene. Hat die klassische Wanderkarte bald ausgedient?
Peter L. Meier: Unsere Beine und unsere Sinne sind die wichtigsten Faktoren für ein nachhaltiges Wandererlebnis. Mobile Technik wird dann aber nützlich, wenn Fragen zur Wegführung auftauchen oder zum Bestimmen des eigenen Standortes. Die digitale Welt ist ein praktischer Ersatz für die Swisstopo-Landkarten. Im Falle der Wander-App des «Wandermagazins Schweiz» ist dieser Service gratis und auch offline zugänglich.
Ihr Magazin hat eine eigene Wander-App entwickelt und arbeitet nicht mit Schweiz Mobil zusammen. Warum gehen Sie eigene Wege?
Eine Zusammenarbeit mit SchweizMobil, deren App für die Benutzer kostenpflichtig ist, hätte unseren kleinen Verlag und unsere Leser zu viel gekostet. Wir arbeiten heute mit mehreren Anbietern zusammen, die uns sehr gut unterstützen.
Ab sofort ist das komplette «Wandermagazin Schweiz» auch als reines Digitalabo mit vielen Zusatzfunktionen erhältlich.  An wen richtet sich dieses doch sehr ambitionierte Angebot?
Die Wanderer von morgen werden sich in allen Lebensbereichen künftig noch viel stärker auf digitale Informationen und Anwendungen verlassen. Wir reagieren auf diese Entwicklung und bieten mit Wander-App, Tourenfinder und Webreader unseren Heftabonnenten eine kostenlose, umfassende und zeitgemässe Dienstleistung in diesem Segment.
Wandern wir morgen anders als heute?
Ich hoffe, dass es auch in Zukunft viele Menschen gibt, die sich ohne Smartphone in der Natur bewegen. Digitale Technik ist lediglich ein Hilfsmittel und für das Wandern nebensächlich. Wir züchten keine Sofa-Wanderer.

Alles zum Digitalangebot von «Wandermagazin Schweiz» unter www.wandermagazin.ch

Fotos: zvg, swiss-image.ch/Stephan Bögli, swiss-image.ch/Gerry Nitsch, swiss-image.ch/Thomas Andenmatten

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