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Rosen Fürs Leben

Kategorie: Garten
 Ausgabe_03_2016 - 01.03.2016

Text:  Angela Bernetta

Sie betören durch ihr Aussehen und Ihren Duft: Rosen sind nicht nur für Kasimir Magyar die unbestrittenen Königinnen der Blumen. Der «Rosenflüsterer» weiss, dass die Pflege eines Rosengartens eine gute Lebensschule Ist.

Die Rose ist die unbestrittene Königin aller Pflanzen und Blumen», antwortet Kasimir Magyar auf die Frage, was Rosen bedeuten, und legt mit Rainer Maria Rilkes Worten nach: «Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot.» Gespräche mit dem gebürtigen Ungarn drehen sich früher oder später stets um Florales.

«Wer Rosen richtig verstehen will, braucht ein ganzes Leben», sagt der 80-jährige Rosenfreund. Vor seiner Altersresidenz stehend, schwärmt er zwischen Rosenstöcken und Hochbeeten vollmundig von attraktiven Chippendales, betörend duftenden Papa Meillands und einer zufallsgeborenen Züchtung namens Sally Homes des Engländers Robert A. Holmes. Mit ihren zart-weiss-rosaroten Blütenblättern wurde sie gar mit dem Titel Weltrose geadelt. «Es ist aussergewöhnlich, dass einem Amateur eine solch zauberhafte Kreuzung gelingt», erklärt Kasimir Magyar. Rosen züchten sei nicht einfach. Er habe es nie versucht, da ihm die Pflege seines Gartens vollauf genüge. Einmal im Monat geht ihm dabei ein Gärtner zur Hand.

Die Farben der Rose
• Weisse Rosen sind ein Symbol der Liebe, der platonischen Liebe und der Treue über den Tod hinaus.
• Gelbe Rosen versichern dem Beschenkten freundschaftliche Verbundenheit, Zuneigung, Vertrauen, Wertschätzung und Treue.
• Orangefarbene Rosen symbolisieren Feuer und Leidenschaft.
• Rosarote Rosen bedeuten freundschaftliche Verbundenheit und/oder eine zart aufflammende Verliebtheit.
• Rote Rosen stehen für Liebe, Leidenschaft und Begierde.
• Vielfarbige Rosen zeigen verschiedene Stimmungen einer facettenreichen Liebe.

Müsste sich Kasimir Magyar für eine Lieblingsrose entscheiden, wäre es die dunkelrote, nachhaltig duftende Papa Meilland. Es ist dies eine Teehybride, auch Edelrose genannt. Teehybriden sind Kreuzungen aus chinesischen Teerosen und europäischen Remontantrosen. Sie gehörten zu den bedeutungsvollsten Neuheiten des 19. Jahrhunderts und der Rosengeschichte insgesamt. Ihr Geburtsjahr 1897 markiert die Grenze zwischen alten und modernen Rosensorten.

Betörender Duft. Schön kann jede Rose sein, doch anziehend wird sie durch den Duft, den sie verströmt. «Rosendüfte sprechen Verstand und Gefühl an und teilen sich so der Umwelt mit», sagt Magyar. In seinem Buch «Der Rosenflüsterer» hat er gemeinsam mit dem Duftexperten Roman Keiser Duftelemente von über 42 Rosen, unterteilt nach Farbe und Herkunft, zusammengetragen und untersucht. Sie fingen die Duftkomponenten der Blüten in Glaskegeln ein und analysierten diese dann im Labor. Anhand einer Skala legten sie Duftintensitäten fest, die von beinahe duftlos bis hin zu sehr starker Duft reichen.

Der Rosenliebhaber rät Interessierten, sowohl Duft- als auch Prachtrosen anzupflanzen. Die Duftrosen sollten so platziert werden, dass man ihr intensives Parfüm beim Vorbeigehen gut riechen kann. Prachtrosen duften in der Regel eher weniger stark bis verhalten, sie bestechen jedoch mit ihrem Aussehen. Und besondere Exemplare wie die Papa Meilland betören durch Schönheit und Duft. Die langstielige Pflanze mit ihren dunkelroten, samtigen Blütenblättern duftet stark und üppig. «Ich rate vor allem Männern zu einem Rosengarten, da dieser einer der besten Lebensschulen ist. Denn wer die Schönheit und Düfte der Rosen geniessen will, muss in Kauf nehmen, von den Dornen gestochen zu werden.»

Dass Rosen nicht nur helfen, Gefecht der Liebe zu beruhigen, sondern auch in politischen Schlachten durchaus von Nutzen sein können, wusste schon Napoleon. Augenzwinkernd erzählt Kasimir Magyar, wie es der Revolutionär und spätere Kaiser mit dem Rosenschenken hielt: «Die französischen Armeen hatten den Befehl, nicht nur Feinde, sondern auch Rosenbüsche auszuspähen. Freund und Feind kannten die Leidenschaft der Kaiserin. Deshalb durften Rosenkuriere selbst feindliche Linien ungehindert passieren.»

Der Rosenmann
Kasimir Magyars Liebe zu Rosen wurde früh geweckt. Bereits als 4-Jähriger führte ihn sein Vater durch den elterlichen Rosengarten. Später nahm er den Buben mit in die Rosengärten Budapests, auf Friedhöfe und in Gärtnereien, zeigte und erklärte, was er über Rosen wusste. Ein erstes Samenkorn für seine spätere Leidenschaft war gelegt. 1956 flüchtete Magyar in die Schweiz, wo er nach einem Studium an der HSG St.Gallen Karriere beim Mövenpick machte. Stets begleiteten ihn die Rosen, über 200 verschiedene Arten wuchsen zum Höhepunkt seiner Gärtnerkarriere in seinem Garten. Heute sind es noch rund 65 Sorten. Zusammen mit dem Duftexperten Roman Keiser schrieb er das Buch «Der Rosenflüsterer», ein über 400 Seiten starkes Werk, das erstmals den Duft verschiedener Rosensorten analysiert, Duft- und Prachtrosen detailliert beschreibt und bildgewaltig in Szene setzt. www.hirmerverlag.de

Foto: hirmerverlag.de

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