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Kategorie: Garten
 Ausgabe_01/02_2016 - 01.02.2016

Text:  Remo Vetter

Der Februar bietet einen Vorgeschmack auf das wechselhafte Aprilwetter. Als Gärtner ist jetzt einmal mehr Flexibilität gefragt.

Der Februar ist ein Monat der Extreme: Bei uns kommt es oft zu heftigen Temperaturschwankungen. Schwere Schneefälle und sonnige Tage wechseln sich ab und lassen den Winter endlos erscheinen. Manchmal liegt dicke Schneelast schwer auf den Tannen, und die Hecken brechen unter dem Weiss auseinander. Wir müssen das im Auge behalten, wenn nötig Schnee räumen, das heisst hin und wieder noch spätabends oder früh am Morgen raus in den Garten, um Obstbäume und Hecken zu schütteln. Meist sind es schlecht geschnittene Pflanzen, die von Schäden betroffen sind, denn sie bilden keine stark verzweigten Äste aus.

Auch für den Rasen ist der Schnee ungünstig und man sollte nicht darauf herumlaufen. Denn wenn der Schnee verdichtet ist, braucht er länger, um zu tauen. Nach dem Auftauen sollten die nassen Rasenflächen nicht sofort begangen werden, denn die Graswurzeln leiden unter dem Druck, den wir auf den Boden ausüben.

Wundervolle Zaubernuss. Allzu viel gibt es in unserem Nutzgarten auf 1000 Metern über Meer aber noch nicht zu tun. Wenn der Boden nicht gefroren ist, lockern wir die Beete, entfernen Unkraut, bringen Kompost und Strukturmaterial aus. Sollte das Wetter die Arbeit im Freien nicht zulassen, planen wir die neue Gartensaison, bestellen Samen und Saatgut und stöbern in Katalogen und Rezeptsammlungen.

Die Pflanze, die uns im Februar im Garten am meisten erfreuen kann, ist die Zaubernuss. Wenn sie blüht, beginnt für mich schon fast die Saison. Ich liebe sie, denn sie hat eine sehr charaktervolle Wuchsform, eine schöne Herbstfarbe und einen besonderen Duft. Die Pflanze braucht im Garten relativ viel Platz, um sich zu entfalten. Mindestens drei bis vier Quadratmeter sollten es sein. Ausserdem benötigt die Zaubernuss einen säuerlichen Boden, und sie schätzt Kompost oder Laubmulch.

Frische Kräuter. Unverzichtbar für eine frische, gesunde Küche sind Kräuter. Wenn wir jetzt mit der Aussaat in kleinen Töpfen beginnen, sind wir über das ganze Jahr mit frischen Kräutern versorgt. Der Standort sollte idealerweise frostfrei, kühl und hell sein. Das Fensterbrett in der Küche eignet sich dafür meist gut. Die einzige Ausnahme bildet das Wärme liebende Basilikum. Bei Temperaturen von 24 bis 30 Grad Celsius fühlt sich die Pflanze besonders wohl. Darüber hinaus gedeihen Kräuter am besten, wenn man sie regelmässig, aber sparsam giesst. Zu viel Wasser lässt die Pflanzen schnell faulen. Wer die einfachen Pflegeregeln beachtet, kann auch winterlichen Gerichten ein frisches Aroma verleihen. Neben den geschmacklichen Genüssen, die sie versprechen, haben frische Küchenkräuter noch weitere Vorzüge: Sie machen viele Speisen aromatischer und helfen, Salz zu sparen. Obendrein sind die frischen Pflanzen besonders reich an gesunden Inhaltsstoffen. Petersilie etwa gehört zu den besten Vitamin-C-Lieferanten. Somit eignet sie sich gut zur Stärkung des Immunsystems, was im Herbst und Winter besonders wichtig ist.

Schnittlauch ist als Würzkraut in der Küche nahezu unverzichtbar. Es lässt sich leicht im Kräutergarten, aber auch im Topf auf dem Fensterbrett ziehen. Im Garten hat Schnittlauch sogar noch einen Zusatznutzen. Durch seinen starken Geruch vertreibt er Schädlinge. Wenn Sie Schnittlauch vor allem für den Gebrauch in der Küche ernten wollen, sollten Sie die Blütenstängel regelmässig entfernen. Wer aber auch die dekorativen Eigenschaften des Schnittlauchs zu schätzen weiss, kann die Pflanze ruhig Blüten treiben lassen. Die Blüten kann man essen und die Insekten fliegen diese auch gerne an. Damit die Pflanze gedeiht, ist ein feuchter, lockerer Boden nötig. Gleichzeitig sollte der Standort möglichst sonnig sein. Nährstoffreiche, kalkhaltige Böden sind von Vorteil. Zur Aussaat genügt es, die schwarzen Samen der Pflanze in loses Erdreich zu streuen. Bedeckt mit ein wenig Erde und gut angegossen, entwickeln sich schnell ausdauernde Pflanzen.

Gartenarbeiten im Februar
Allgemein
Blumentöpfe brauchen eine Reinigung. Pilzsporen können viele Monate in Tontöpfen überleben. Gefässe, in denen kranke Pflanzen waren, sollten entsorgt werden. Sie nur in Wasser einzuweichen und abzubürsten, genügt nicht. Alle anderen Töpfe reibt man am besten im trockenen Zustand mit einer Bürste ab. Kleben Erdklumpen oder Wurzelreste an den Seiten, sollte man die Töpfe zuerst in Wasser einweichen und sie anschliessend ausbürsten. Schöner werden Tontöpfe durch die Behandlung nicht. Zwar verblasst der Algen- oder Kalkrand, aber auf die Dauer ist gegen diese Ablagerungen nichts zu machen.
Ziergarten
Verblühte Winterblüher wie die Christrose können draussen aus dem Topf in die Erde gesetzt werden. Am besten gedeihen sie in kalkreichem Boden. Kübelpflanzen wie Geranien können zurückgeschnitten und umgetopft werden. Sie bilden neue Triebe, die als Stecklinge zum Vermehren der Pflanzen genutzt werden können. Wenn die Temperaturen über null Grad steigen, müssen immergrüne Pflanzen gut gegossen werden. Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron und Co. verdunsten im Winter über die Blätter viel Wasser. Vor allem an sonnigen Tagen und bei starkem Wind benötigen sie mehr Feuchtigkeit.
Nutzgarten
Ende des Monats können die Samen der ersten Gemüsesorten, Salat und Blumen gesät werden. Sie kommen in einen Topf oder einen Saatkasten an ein helles Fenster. Optimal ist die Ost- oder Westseite des Hauses bei einer Temperatur von 15 bis 20 Grad. Der Topf wird mit Glas oder einer durchsichtigen Folie abgedeckt. Vor der Aussaat lassen wir die Erde sich mit Wasser vollsaugen. Wird erst nach dem Säen gegossen, kann das Saatgut weggeschwemmt werden. Säen und pflanzen im Freiland: Dicke Bohnen, Obstgehölze, Knoblauch, Topinambur, Rhabarber, Steckschalotten. Säen im Treibhaus: Dicke Bohnen, Rosenkohl, Artischocken, Kohlrabi, Lauch, Salate, Zwiebeln, Erbsen, Radieschen, Rettich, Spinat, Brokkoli, Tomaten.

Zur Person
Remo Vetter wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheitszentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräutergarten von A. Vogel hegt.



Fotos: mauritius-images.com

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